Geschwisterstreit

Auf dem Weg nach Staufen am 25.11. las ich in der FOKUS Schule einen langen Bericht über das Thema "Geschwisterstreit". 

Als Mutter von zwei Töchtern, kann ich aus reichlicher Erfahrung sagen, dass es kaum etwas nervigeres als zwei zankende Kinder gibt.

"Ich habe den Schnee zuerst gesehen!"

"Nein, ich!"

"Ich..."

"Nein, ich..."

Und so weiter.

Interessant ist, dass der häufigste Auslöser für die vielen kleinen Streitigkeiten der Kampf um die elterliche Zuneigung ist. Etwas, das man kaum nachvollziehen kann, wenn man vor den Streithammeln steht und sie am liebsten in schallisolierte Räume sperren möchte.

Der Artikel hat mir bewusst gemacht, wie besonders die Geschwisterbeziehung eigentlich ist. Kein Mensch begleitet einen länger durchs Leben als die Schwester oder der Bruder. 

 

Bei dem sehr gelungenen Symposium des Arbeitskreis für Familienhilfe ging es unter anderem auch um dieses Thema. Manchmal hat man Glück, dann begegnet man genau den Themen verstärkt, die einen selbst gerade sehr beschäftigen.

Marlies Winkelheide (http://www.geschwisterkinder.de/) arbeitet intensiv mit Geschwistern, ganz besonders mit den Geschwistern von Menschen mit Behinderungen. Natürlich kann man sich vorstellen, dass Kinder zurückstecken müssen, wenn sie einen Bruder oder eine Schwester mit Behinderung in der Familie haben, doch was tatsächlich in diesen kleinen Menschen vorgeht, konnte ich mir so nicht vorstellen. Frau Winkelheide hat ein paar Texte von diesen Kindern vorgelesen, die mir sehr nahe gegangen sind.

 

Die Fachklinik Münstertal ist für Familien mit Kindern mit Behinderungen spezialisiert und hat jetzt auch eine Gruppe für die Geschwisterkinder eingerichtet. Ich hoffe, dass viele Kliniken diesem Beispiel folgen werden.

 

Auch die Vorträge über die psychoonkologische Arbeit in der Fachklinik Ursee hat mich sehr beeindruckt. Schwer vorstellbar, was in einem Menschen vorgeht, der wegen Krebs behandelt werden muss. Umso wichtiger, dass man damit nicht allein gelassen wird.

 

Nachdem ich all diese Informationen und Eindrücke gesammelt habe, bin ich ganz froh, dass meine Kinder nur darum streiten, wer als erstes die Tür aufmachen, die Kerze auspusten oder einen Knopf drücken darf. Geschwisterstreit als eine Begleiterscheinung derer besonderen Beziehung zu betrachten, macht es irgendwie leichter, wenn auch nicht weniger nervig. Man sollte niemals aufhören, als Familie gemeinsam aktiv zu sein, das wendet meist auch viel Stress in den eigenen vier Wänden ab. Es ist nur sehr leicht, das ab und an mal zu vergessen.

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