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Neuigkeiten rund um Briefgestöber:

Literatur Camp 2017

 

So geht Netzwerken!

 

Ich dachte, meine Fan-Kapazitäten wären mit zig Dingen ausgefüllt, aber seit dem letzten Wochenende ist etwas Neues hinzu gekommen:

 

Literatur Camp Heidelberg

 

Als ich am Freitag nach 12 Stunden Bahnchaos (Danke, liebes Unwetter) in dem recht stickigen Theaterraum auf einer fremden Matratze auf meinem Schlafsack lag und mich an alte Rollenspielzeiten erinnert fühlte, war ich mir nicht sicher, ob sich die Fahrt gelohnt hat. Trotz offener Fenster verirrte sich kein Luftzug in den Raum und von den anderen Mitschläfern kannte ich niemanden. Ich bin sogar von meinem eigenen Schnarchen aufgewacht – ich schnarche sonst nie – das fiel dann wohl unter die Kategorie „10.000 Wege, sich beliebt zu machen“. Allerdings schien es dann doch nicht so schlimm gewesen zu sein. Mir wurde nichts an den Kopf geworfen und kein Kissen aufs Gesicht gedrückt.

 

 

 

http://www.die-anachronistin.de
http://www.die-anachronistin.de

Am Samstag, den 24.6., ging es dann richtig los.

 

Barcamp – was soll das überhaupt sein?

 

In meiner Vorstellung sah so etwas nach Chaos und Gewusel aus. Menschen hängen ihre Sessions aus, wer schnell ist, darf dabei sein, der Rest sitzt in der Langeweile fest. Keine sehr schmeichelhafte Vorstellung, ich weiß, aber nach diversen Besuchen anderer literarischer Veranstaltungen, war meine Zuversicht gerade im Urlaub. Und mal ehrlich, was kann man für 30 € inklusive Komplettverpflegung schon erwarten?

 

 

Jedenfalls nicht das, was die Orga in Zusammenarbeit mit den Sponsoren tatsächlich auf die Beine gestellt hat: 

 

Eine von A bis Z professionell umgesetzte Veranstaltung mit kompetenten Ansprechpartnern, klaren Ansagen und offenen Teilnehmern, die gemeinsam ein Programm zusammengestellt haben, das sich sehen lassen konnte. Es wurden kontroverse, politische, ungemein hilfreiche, spannende, interessante, amüsante, desillusionierende, inspirierende, informierende, stärkende und anteilnehmende Themen in den Sessions behandelt und lebhaft diskutiert. Horizonterweiternd und stets auf Augenhöhe. Ich möchte an dieser Stelle auf die Website der Anachronistin, Nora Hespers, hinweisen, weil besonders heute Zeitzeugenberichte gehört und verbreitet werden müssen. Klickt auf den Link und schaut euch um, ihr werdet sehen, was ich meine: http://www.die-anachronistin.de

 

 

Am Sonntag habe ich dann eine eigene Session zum Thema Testlesen angeboten. Das Programm mitzugestalten und sein Wissen weiterzugeben rundet dieses Barcamp-Erlebnis wunderbar ab.

 

Für 2018 wünsche ich mir, dass Verlage dieser Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit schenken. In vielen Sessions wurde deutlich, wie sehr sich der Buchmarkt gerade verändert. Immer häufiger hört man, dass Verlagsautoren frustriert umdenken und ins Selfpublishing wechseln. Gerade bei diesen Diskussionen wären ein paar Stimmen mehr aus dem Verlagswesen interessant gewesen. Wer nicht physisch dabei sein konnte, hatte die Möglichkeit, den Livestream zu nutzen und online an der Diskussion teilzunehmen. Ich bin mir sicher, dass nächstes Jahr dieses Angebot noch intensiver in Anspruch genommen werden wird.

 

Ich habe jedenfalls viele neue Kontakte knüpfen und hilfreiche Tipps mit nach Hause nehmen können. Für mich war es ein sehr gelungenes Wochenende, an dem ich mich dann doch rundum wohlgefühlt habe – trotz schnarchen und schwitzen. Wie gut, dass es eine Slush-Eis-Maschine gegeben hat!

 

Und ein besonderes Lob gibt es für die Ansagen: Kinder und Hunde sind explizit willkommen und dürfen überall dabei sein. Das ist leider nicht selbstverständlich.

 

 

Mich konntet ihr begeistern, ich bin gerne wieder dabei und bringe sicher noch ein paar Leute mit. Vielen Dank, Susanne Kasper, dass du das eine Mal mehr gefragt hast, das mich die lange Reise antreten ließ, ich hätte sonst echt was verpasst. Rundum eine Veranstaltung, die ich jedem uneingeschränkt empfehle, der sich mit Literatur beschäftigt. Egal ob als Blogger, Schriftsteller, Verlagsmitarbeiter, Buchhändler, Lektor, etc.

 

Vielen Dank an alle, die dabei waren und natürlich ganz besonders an die Orga und die Sponsoren, weil ohne engagierte Menschen sich nichts bewegen kann!

Die Gästeliste - Sanne Averbeck

Heute ist der offizielle Erscheinungstermin meines neuen Thrillers, DIE GÄSTELISTE – Verlag: Lyx (Bastei Lübbe).

 

Als ich damals den Vertrag unterschrieben habe, war es der Wunsch des Verlages gewesen, dass ich mir ein Pseudonym ausdenke. Um ehrlich zu sein, fand ich es sehr spannend, mir selbst einen neuen Namen zu geben. Vor meiner Hochzeit hieß ich Külper, dann Rüther und wann immer ich meinen Nachnamen buchstabieren muss, bekommt mein Mann einen Lachanfall, weil bei dem "ü" meine Nasenspitze deutlich mitgeht. Außerdem war es mein Leben lang nervig, bei der alphabetischen Sortierung immer im Mittelfeld zu stehen. Egal ob bei A oder bei Z angefangen wurde. Mal abgesehen von den seltsamen Wortkreationen, die mit meinem Namen nur die Gemeinsamkeiten des Anfangsbuch–stabens und eines Umlauts in der Mitte hatten. Wie angenehm es da ist, nicht mehr "Ü wie Übersee" oder "Rüther mit TH" sagen zu müssen. Sanne ist die Abwandlung von Sonne, was seit Kindertagen mein Spitzname ist. So einfach ist die Entstehungsgeschichte dieses Pseudonyms.

 

Was die Handlung angeht, werden die Figuren wie gewohnt mit menschlichen Abgründen konfrontiert. Inspiriert von den Schattenseiten der sozialen Netzwerken dreht sich alles um Carolas ominöse Gästeliste, die sie geschickt zusammenstellt, um sich Vorteile zu erschleichen und ihre Karriere nachhaltig voranzutreiben.

 

Doch gerade, als sie den bedeutendsten Erfolgen entgegen sieht, werden Menschen aus ihrem Bekanntenkreis brutal ermordet. Alles Menschen, die zuvor bei Carola in Ungnade gefallen waren, was sie als grausamen Todesengel dastehen lässt. Offenbar will jemand ihr Leben vollkommen zerstören. Um das zu verhindern, muss sie ihren kostbarsten Besitz aus der Hand geben: die Gästeliste!

 

 

Zur Feier des Tages verlose ich zwei signierte Exemplare. Einfach bis zum 23.2.2017 das untenstehende Kontakt-formular ausfüllen, den Rest entscheidet das Los.

 

Und wer aktuell an der Leserunde zum Thriller teilnehmen möchte, kann ab sofort bei Whatchareadin mit einsteigen. Ich freue mich auf den Austausch.

 

Rezensionen, Weitersagen und Feedback ist ausdrücklich erwünscht. Ich bin sehr auf die unterschiedlichen Meinungen gespannt!

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis, weil es vorerst der letzte Termin im Ideenreich sein wird. Die Plätze sind begrenzt, d.h. maximal 20 TeilnehmerInnen.

Die Gewinner stehen fest:

Herzlichen Glückwunsch Katrin L. aus Greven und Falko B. aus Bamberg!

 

Die Gewinner werden schriftlich informiert. Ich danke allen Teilnehmern für die Beteiligung an dem Gewinnspiel.

+ + + Letzter Termin für das Grundlagenseminar mit Sina Beerwald, Thomas Finn, Markus Heitz und Boris Koch + + +

Praxisnah und so spannend wie ihre Romane, lüften Sina Beerwald, Thomas Finn, Markus Heitz und Boris Koch die Geheimnisse des Autorenlebens und zeigen lebendig und nachvollziehbar, welche Wege sie von den Ideen bis zu den fertigen Büchern gehen – inklusive so mancher Umwege.

 

Kommt mit auf die Reise des Helden durch die Drei-Akt-Struktur, erfahrt die klassischen Plotvarianten und erlebt mit, wie Charaktere, Welten und Schauplätze entstehen.

 

In mehrere „Settings“ verpackt, werden die wichtigsten Schritte vom Text zum Buch über Exposés bis hin zur Verlagssuche erläutert. Auch die Fragen, ob man besser mit einem Agenten zusammenarbeitet oder nicht, woran man seriöse Verlage erkennt und  was man beachten muss, wenn man für bestehende Reihen schreiben möchte, werden gerne beantwortet.

 

Informationen zur Veranstaltung und Buchung: www.ideenreich-kreativhof.de

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Hochsensibilität - Wehleidigkeit und Trost

Foto: Pixels.com
Foto: Pixels.com

Die Angst vieler Eltern, dass ihre Kinder auf Grund von zu viel Trost wehleidig werden könnten, ist unbegründet.

 

Das ist ganz eindeutig nicht möglich!

 

Wehleidigkeit wird im Gegenteil gerade bei jenen Kindern vermehrt beobachtet, die von Erwachsenen begleitet werden, welche emotional nicht oder zu wenig auf ihr Kind eingehen können.

Die Gründe dafür sind vielfältig, zum Beispiel durch Zeitdruck, emotionale Belastungen oder zu wenig eigene Trosterfahrungen in der Kindheit.

 

Trösten fällt auch dann schwer, wenn Erwachsene den Schmerz und die Gefühle der ihr anvertrauten Kinder als ihre eigenen erleben und gleich „Lösungen“ anbieten möchten.

Diese schnellen Lösungen sind meist kopfgesteuert, aber die Gefühle der Kinder sind ein Körpererleben.

„Trost bedeutet für Kinder,

in schwierigen Situationen Zuversicht

und Ermutigung zu erfahren.“

 

Leider werden sensible oder hochsensible Kinder oft als wehleidig bezeichnet, aber wir tun diesen Kindern und Eltern unrecht. Manche Kinder empfinden körperlichen oder emotionalen Schmerz stärker als andere. Sie brauchen angemessen Trost und Verständnis und gerade keine Bewertungen.

 

Vielleicht ist nach dem Laufradsturz die Verletzung am Knie gar nicht so schlimm, aber das Kind weint und schreit trotzdem. Vielleicht ist dann der emotionale Schmerz, der nicht sichtbar ist, so gravierend. Kinder brauchen immer Trost, werden unsere Kinder wehleidig, sollten Erwachsene noch einmal prüfen, ob sie das Kind beim Trösten bisher geschwächt oder gestärkt haben. Auch Wehleidigkeit ist eine Botschaft an die Eltern und Erwachsenenwelt und es gilt diese zu verstehen.

 

Text: Gundula Göbel

Wenn Sie mehr über das Thema Trost lesen möchten,

empfehlen wir das Buch TROST von Gundula Göbel, erschienen im Beltz Verlag.

Exklusiv unter www.gundula-goebel.de und bei Briefgestöber ist

auch die Übersicht TROST-TANKSTELLE erhältlich:

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Erfolgreiches Lernen – Mit guter Stimmung kann das Lernen wieder Spaß machen

 

Fünf Tipps von der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Gundula Göbel:

 

1. Kinder brauchen keine ständigen Bewertungen

 

Erwachsene sollten viel weniger Bewertungen an ihre Kinder und Jugendlichen richten, als sie es im Alltag meist für notwendig halten, denn diese nehmen den Spaß am Lernen. Kindern zuzuhören, ihre Gedanken und Phantasien ernstzunehmen, hilft sehr dabei, ihr Interesse an etwas Neuem zu entfachen. Auch das Ängste und negative Erlebnisse ausgesprochen werden dürfen, ohne sich für diese rechtfertigen zu müssen, schafft Vertrauen und macht Lernen erst möglich. 

 

 

2. Berührungen gegen Stress und für das eigene Wohlbefinden

 

Tägliche grenzachtende Berührungen wie z.B. eine Umarmung, Rücken klopfen, Füße massieren oder eine sanfte Hand auf der Schulter, sind die besten und einfachsten Mittel gegen Leistungsstress. Warmherziger Körperkontakt schafft eine direkte Entspannung beim Kind, es erfolgt eine Ausschüttung des Hormons Oxytocin, welches hilft Stress abzubauen. Es aktiviert in uns Vertrauen und Verbundenheit und  Erleichterung bei Sorgen und Leistungsdruck.

 

 

 

 

 

"Als Eltern wollen wir immer das Beste für unsere Kinder und wir machen uns Sorgen um ihre Zukunft, wenn die Noten sich verschlechtern. Da fällt es oftmals schwer, die wirklichen Gründe für den Leistungsabfall zu erkennen." 

 

Gundula Göbel

 

3. Glücksmomente ermöglichen Leistungsmotivation

 

Die gemeinsamen Momente der Zeit und Ruhe, die wir mit Kindern und Jugendlichen in schöner Atmosphäre erleben, schaffen eine Basis von innerer Wärme, Geborgenheit und Vertrauen. Ein warmer Tee, leckerer Kakao oder schöne Musik können die gemeinsame Zeit verstärken und einen guten Rahmen geben. Diese kleinen wohlwollenden Zeitoasen prägen uns ein Leben lang und viel eher als spektakuläre Ereignisse. Glücksmomente stärken das Selbstbewusstsein des Kindes und es verankern sich Gefühle von „Ich kann es schaffen“, „Ich kann mir vertrauen“, „Ich bin es wert, dass meine Eltern sich Zeit für mich nehmen“.

 

 

4. Entschleunigung verankert gelerntes Wissens 

 

Im Familienleben geht es oftmals turbulent zu, viele Termine und Aktivitäten stehen an, Zeitdruck gehört zum Alltag. Unser Gehirn und unser Körper brauchen jedoch auch Langeweile, entspannte Zeit und Langsamkeit, um das eigene Tempo zu finden. Auch gute wie belastende Erfahrungen aus der Schule müssen verarbeitet werden. Dafür braucht das Gehirn Zeiten ohne neue Reize. Für Kinder und Jugendliche sind Hobbys, Freunde treffen oder andere Freizeitaktivitäten von großer positiver Bedeutung. Manchmal ist weniger aber auch mehr und den Kindern wird erst durch Verlangsamung möglich die Welt für sich zu entdecken. Um ein Eigeninteresse am Lernen zu entwickeln, brauchen Kinder unbedingt die Anerkennung ihres eigenen Tempos.

 

5. Körperliche Bewegung und Kreativität bringen einen Ausgleich zum Lernen

 

Viele Kinder und Jugendliche leiden unter Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, Stresssymptomen oder reagieren mit Aggressionen oder starker Traurigkeit, wenn es um das Thema Schule geht. Hier fehlt meist ganz dringend ein Ausgleich zum Lernen. Für jedes Kind sieht diese Auszeit anders aus. Eltern sind dabei gute Vorbilder. Durch Bewegung wie Laufen, Ballspielen, Klettern, Toben usw. verbessert sich die Sauerstoffversorgung im Gehirn und Stress wird abgebaut. Diese Zeit für einen gesunden Ausgleich ist viel entscheidender für das Lernen, als jede Hausaufgabe und gute Noten um jeden Preis. Zeitliche Überforderung in der Schule oder zu Hause kann die Möglichkeit zu lernen tatsächlich verhindern.

 

 

Fazit: Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause

Kinder, die sich in ihrem Lebensraum geborgen fühlen, deren Bedürfnisse nach frischer Luft, gutem Essen, ausreichend  Trinken und vor allem nach sicherer Bindung zu den Eltern erfüllt werden, können meist viel leichter lernen. Die sichere Bindung ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine gesunde emotionale Grundlage und damit ist es ihnen möglich, Bewältigungsstrategien und Lösungen für schwierige Situationen zu entwickeln. Ein Zuhause der Geborgenheit und das Vertrauen zu den Eltern schaffen dabei Entspannung und Zuversicht.

 

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Trauer und Trost - Bindung stärkt

Foto: www.pexels.com
Foto: www.pexels.com

 

 

Die Bindung entsteht – Bindung stärkt – Bindung trägt gerade in emotional schwierigen Zeiten wie der Trauer

 

 

 

 

 

Die Vorweihnachtszeit – Sinnbild für Vorfreude und fröhliche Stimmung – löst bei vielen Trauernden weitere Sorgen und Gedanken aus: Wie passe ich liebgewonnene Rituale an die veränderte Lebenssituation an? Will ich diese Rituale beibehalten?

Schaffe ich es, in meiner Trauer und dem eh schon belasteten und schweren Alltag die Vorbereitungen, Termine und Besorgungen für Weihnachten unterzubringen? Neben all dem Trubel und der Hektik bin ich nun für eine gute vorweihnachtliche Stimmung meinem Kind gegenüber verantwortlich, obwohl mir selbst zum Heulen und Schreien zumute ist. Darf es in der schweren Zeit des Trauerns überhaupt Lachen und schöne Momente mit meinem Kind geben. Was sagen die Nachbarn, Freunde oder Familienangehörigen.

 

Besonders im ersten Jahr nach dem Tod eines lieben Menschen aus der Familie - fast immer noch darüber hinaus - ist das ganze Leben für die Kinder und auch für die Erwachsenen emotional ins Wanken gekommen. Das löst Verunsicherungen bei allen Beteiligten aus, die den Körper in einen Stresszustand versetzen bis hin zur Erstarrung. Das ist für Kinder sehr schwer auszuhalten. Kinder trauern anders als Erwachsene. Kinder brauchen den Wechsel von Lachen, Traurigkeit/Weinen, Hüpfen und Springen und Wut über den Verlust. Kinder leben mit ihren ganzen Gefühlen im Körper während der Zeit der Trauer und auch sonst. Kinder können ständige Schwere und Traurigkeit nicht aushalten. Kinder brauchen alle Gefühle nebeneinander. Hinzukommt ein viel verbreitetes Schuldgefühl, das Kinder belastet. Kinder haben oftmals Angst, verantwortlich für den Tod des lieben Menschen zu sein.

Die Trauer verschließt manchmal das Herz für das Schöne und die kleinen liebevollen Momente.

 

Vieles, was im Leben vorher bunt aussah, bekommt einen grauen Schleier

 

Und nun kommt auch noch die Vorweihnachtszeit mit ihren vielen emotionalen Auslösern und Herausforderungen. Gedanken von „Wie schaffe ich das alles allein in dieser Adventszeit!“ kommen immer häufiger. In solchen turbulenten Zeiten geben uns und unseren Kindern unter anderem Rhythmus im Alltag und Verlässlichkeit unsere Sicherheit und unsere Handlungsfähigkeit zurück.

 

In der Trauer besteht große Sehnsucht nach gemeinsamer Zeit und Sicherheit  im Alltag

 

Neben all der Trauer haben Kinder eine große Sehnsucht, gemeinsame Zeit zu verbringen. Positiv miteinander erlebte Zeit stärkt die Bindung zum Kind nachhaltig und gibt dem Kind Zuversicht und Ermutigung. Das Leben geht weiter und ich bin trotz Trauer willkommen und werde mit meinen Bedürfnissen gesehen. Ernstgemeinte Zugewandtheit in Geborgenheit vermindert Stress bei den Kindern und ermöglicht eine Trauerbegleitung, wie sie Kinder brauchen. Ein elementares Gefühl, welches Kinder für ihr Leben stark macht. Schlimmer verzweifelnder Abschied kann gemeinsam geschafft werden, indem alle sich gegenseitig stützen und sich Zeit zum Trauern und Leben geben.

 

 

24 Ideen, gemeinsam einfach schöne entlastende Zeit zu verbringen

 

Der liebevoll illustrierte Adventskalender „Heute hab ich Zeit für Dich“ hält 24 Ideen und Anleitungen bereit, um ohne großen Aufwand jeden Tag eine verlässliche gemeinsame Zeit mit dem Kind zu verbringen – gefüllt mit Körperkontakt, Feinfühligkeit, Geborgenheit und Wertschätzung.

Gundula Göbel und Tine Falk haben für jeden Tag im Advent eine Aktivität zusammengetragen und beschrieben, die ohne viel Vorbereitung und mit möglichst wenig zu beschaffendem Material mit kleinen wie mit großen Kindern gleichermaßen gut umsetzbar sind und gemeinsam viel Freude schaffen.

Ob grenzachtenden Massagen, winterliche Spaziergänge, Bratapfelbacken mit dem Duft von Zimt und weihnachtlichen Gewürzen - der Adventskalender bietet zahlreiche Anregungen, um gemeinsam Nähe zu erleben.

Der bindungsstärkende Adventskalender ist für Kinder und deren Bezugspersonen von 2 Jahren bis ca. 12 Jahren. Alle Ideen können dem Alter des Kindes zeitlich sowie von der Ausführung angepasst werden.

 

24 Versprechen, heut hab ich Zeit für Dich

 

Alle Kinder haben ein Grundbedürfnis nach Verlässlichkeit, besonders in schweren Zeiten. Das Versprechen, jeden Tag eine verlässliche Zeit für das Kind einzuplanen, vermittelt dem Kind Sicherheit. Es kann den Dezember so gut überschauen und besser einschätzen, da es für die gemeinsame Zeit nicht kämpfen muss.

 

Verlässlichkeit ist gerade in emotional schwierigen Zeiten ganz besonders wichtig.

 

Die verlässliche Zeit für gemeinsames Sein, Tun und Lachen lässt jeden Tag im Advent zu einer besonderen Erinnerung werden. In den kleinen täglichen Momenten schöpfen Erwachsene und Kinder Motivation und Zuversicht. Durch wertfreie liebevolle Begleitung der gemeinsamen Aktivitäten erfahren die Kinder positiven Zuspruch. Dadurch wächst ihr Selbstbewusstsein.

 

Auch Erwachsene benötigen Trauer-Pausen, um aus der eigenen Stressspirale heraus zu kommen.

 

Abschied nehmen und dennoch verlässlich bleiben

 

Das verlässliche tägliche Miteinander Sein schafft wunderbare kleine Zeitinseln, die ohne viel Aufwand die Vorweihnachtszeit wieder zu dem Ruhepol machen, als der sie mal gedacht war. Eine Zeit, um innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen, sich emotional nah zu sein und sich hinzugeben für ein gemeinsames Tun.

Offenherzig verschenkte Zeit bleibt als schöne Erinnerung und klingt noch lange spürbar nach. Kinder brauchen auch in der Trauer Glücksmomente und Verlässlichkeit, welches die Sicherheit zurückgibt.

 

Tipps für den Vorweihnachts-Alltag

 

1.     Bitte nicht die Durchführung der einzelnen Ideen bewerten.

2.     Nehmen Sie die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Kinder ernst. Manche brauchen es, sich strikt an die Anleitungen der einzelnen Ideen zu halten, manche können auch improvisieren.

3.     Den Kalender „Heute hab ich Zeit für Dich" so integrieren, wie es in die eigene Lebenssituation passt. Manchmal ist nur wenig Zeit, an einem anderen Tag umso mehr. Ideen können getauscht oder abgewandelt werden. Bitte mit den Kindern darüber sprechen.

4.     Auch Großeltern oder andere Bezugspersonen können mit einbezogen werden z.B. beim Backen von besonderen Keksen.

5.     Weniger ist oft mehr! Die Kleinigkeiten zählen und prägen Kinder.

6.     Verlässliche geschenkte Zeit gerade in der Trauer ist für Kinder das wertvollste Geschenk.

Hier kannst du den Kalender bestellen: mail@gundula-goebel.de oder www.briefgestoeber.de oder zum Beispiel Thalia oder Amazon.

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Herbsttag - Fachveranstaltung

Von links: Uli Stöckel, Gundula Göbel, Hendrik Lind, Martina Schomisch, Dr. Alexandra Widmer, Anette Weber
Von links: Uli Stöckel, Gundula Göbel, Hendrik Lind, Martina Schomisch, Dr. Alexandra Widmer, Anette Weber

 

 

 

 

Gestern fand in der Buchholzer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie von Gundula Göbel eine Vortragsveranstaltung statt, die es in sich hatte.

 

Zum Hauptthema „Es sind doch nur Kinder – Scheiden tut weh“, haben die Referenten aus ihrer Praxis erzählt und so manchen Blickwinkel neu definiert. Denn das, was uns heute ganz alltäglich vorkommt, ist noch lange keine Routine. Wenn sich Eltern trennen, zum Beispiel. Wie viel Verantwortung muss von jedem übernommen werden? Auch von den Bezugspersonen, die mit Trennungskindern umgehen? Was bedeutet Umgangsrecht, vor allem für die Kinder? Alleinerziehend und stark, geht das? Zudem ging es um Trost, lösungsorientiertes Malen und Mutter/Vater-Kind-Kuren.

 

Alles in allem ein runder, sehr informativer Abend mit professionellem Veranstaltungsteam und einer sehr angenehmen Atmosphäre.

 

Für alle, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen wollen oder müssen, empfehle ich die Homepages der Referentinnen und der Referenten:

 

Jen und Hendrik Lind

https://www.mapapu.de

 

Tine Falk

http://www.tine-falk.de

 

Gundula Göbel

www.gundula-goebel.de

 

Martina Schomisch

http://www.patchworkcoach.de

 

Uli Stöckel

http://www.atelier-sinnbild.de

 

Anette Weber

http://www.anetteweber.de

 

Dr. Alexandra Widmer

http://www.starkundalleinerziehend.de

 

Eine gute Bindung ist das Fundament für Vertrauen, Selbstsicherheit und Geborgenheit. Schwierige Zeiten gehören zum Leben dazu, aber mit einer guten Bindung können Kinder und Erwachsene gestärkt jedem Problem begegnen und Lösungen finden.

 

Bald beginnt die Adventszeit. Eine gute Gelegenheit, mit den 24 einfachen Tipps des Kalenders Heute hab ich Zeit für Dich die festlichen Tage bindungsstärkend und schön zu gestalten. (Hinweis: durch das erhöhte Postaufkommen zur Weihnachtszeit muss teils mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden) Den Kalender gibt es überall im Handel und selbstverständlich hier im Shop.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Starke Kinder mobben nicht - Verlässliche Bindung als Schutz

Foto: www.pexels.com
Foto: www.pexels.com

Wie schütze ich mein Kind davor, andere Kinder zu mobben?

 

Das Ausmaß der böswilligen, entwerten-den Äußerungen und Handlungen im Schul-alltag sind seit vielen Jahren ein zunehmend großes Thema. Meist wird eine Lösung für die Mobbing-Opfer (die Kinder, die Ziel der Übergriffe sind) gesucht – beispielsweise wie diese sich verhalten sollen, wenn sie Leid zugefügt bekommen oder aber, was Eltern tun können, um das Selbstbewusstsein ihrer Kinder zu stärken. Diese Aufklärung ist wichtig, da Kinder, die einmal zum Mobbing-Opfer gemacht wurden, unter Umständen noch viele Jahre mit daraus resultierenden Problemen zu kämpfen haben.

                   Das Urvertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen,

                   ebenso wie dasSelbstbewusstsein und das Selbstvertrauen,

                   werden durch Mobbingerfahrungen soweit geschwächt, das es

                   sehr lange dauern kann, bis das Kind wieder Sicherheit empfindet.

 

Doch es sind nicht nur die Mobbing-Opfer, denen geholfen werden muss. Denn ein Kind würde niemals zu einem aktiven Mobber werden, wenn es einen verlässlichen Rückhalt, ein positives Empfinden sich selbst gegenüber hätte und wenn die erlernte Kommunikationsfähigkeit Respekt beinhielte. Eine tiefsitzende Unsicherheit spielt in dem Geflecht von aktiven Mobbern, passiven Mobbern und den Gemobbten eine wichtige Rolle.

 

Kinder beginnen aktiv zu mobben, weil sie ein Ventil für ihre eigene Verzweiflung benötigen. So passiert es, dass Kinder, die Zuhause beispielsweise wegen einer als zu aufgeweckten oder nicht angemessen empfundenen Art oder eines besonderen körperlichen Merkmals abwertend behandelt werden oder sich alleingelassen fühlen, den dabei entstehenden Seelenschmerz auf andere Kinder übertragen.

 

 

                   Mobber wollen den Wert

                 ihrer eigenen Person wieder steigern,

                 indem sie den Wert

                 anderer Personen mindern.

 

 

Insbesondere bei Kindern, die ebenfalls Besonderheiten, Begabungen oder besondere Stärken an sich haben, haben Kinder mit bereits gemindertem Selbstwertgefühl das Bedürfnis, dass diese es auch schwer – oder gar noch schwerer als sie selbst – haben sollen. Das ist Neid auf die Akzeptanz des anderen. Aktiv mobbende Kinder unterstellen den gemobbten Kindern eventuell nur eine der Eigenschaften, für die sie selbst kritisiert wurden – das heißt, sie streuen Gerüchte- – um zu sehen, ob das andere Kind dann weniger gemocht wird. Dazu kommt es, weil Mobber kein Vertrauen darin haben, dass ihre Person, trotz vermeintlicher Fehler, gemocht werden kann und dass sie selbst Erfolge erleben können, auch wenn andere Kinder ebenfalls gute Leistungen erbringen. Kindern, die mobben, fehlt Geborgenheit und Akzeptanz und weil sie dies nicht ertragen, bringen sie ihre Opfer in die gleiche Situation. Oftmals haben Kinder die mobben zwei Gesichter: sehr aufgeschlossen und gespielt nett und hilfsbereit zu Erwachsenen und auf der anderen Seite extrem beleidigend, abwertend und demütigend zu anderen Kindern.

Foto: www.pexels.com
Foto: www.pexels.com

Die Problematik des Mobbings darf nicht mit Meinungsverschiedenheiten oder vorübergehenden Streitereien verwechselt werden, welche völlig normal und äußerst wichtig für die Entwicklung sind. Jede Art von körperlicher oder psychischer Demütigung, Beleidigung und Abwertung ist bereits Mobbing. Dennoch sollte sensibel auf die Verhaltensweisen von Kindern geachtet werden, damit allen Beteiligten schnellstmöglich geholfen werden kann. Es geht nicht darum, Kindern zu sagen, dass sie nicht mobben dürfen und sie haltlos zu bestrafen, sondern darum, zu verstehen, warum sie mobben und auch ihrem Leid Beachtung zu schenken, sonst kann die Situation verschlimmert und der Mobber in eine Isolation getrieben werden. Vielleicht besteht seitens des Mobbers Angst, aus der entstandenen Dynamik auszusteigen, weil er denkt, dann seinen erworbenen Respekt der Mitschüler zu verlieren.

 

Es ist das Fehlen von Empathiefähigkeit, welches Kindern eine Basis dafür bietet, andere Kindern grundlos und unverhältnismäßig Leid zuzufügen.

 

                   Seine Empathiefähigkeit verliert aber niemand ohne Grund,

                   es gibt immer einen Auslöser, der dazu führt, dass ein Mensch –

                   egal ob ein Erwachsener oder ein Kind – sein Herz verschließt.

 

Aktiv mobbende Kinder haben ein großes Problem mit angemessener Kommunikation. So werden sie häufig selbst zu oft und streng bewertet oder aber viel zu wenig in ihrer Individualität beachtet. Dies führt zu einer immer größer werdenden Frustration, die ein Kind irgendwann nicht mehr verarbeiten kann. Woran Sie erkennen, dass ihr Kind sein Herz verschlossen hat und welche Möglichkeiten es gibt, ein Kind davor zu bewahren, beschreibt die Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin Gundula Göbel in ihren Büchern „Emotionale Hungersnot“ und „Schrei nach Geborgenheit – Emotionale Begleitung bis in die Pubertät“. 

 

Es gibt viele Ratschläge, wie Eltern ihre Kinder trösten und stärken können, wenn sie zum Mobbing-Opfer gemacht wurden. Jedoch fehlen oftmals eine konkrete Hilfe und Schutz. Die Eltern der Mobbing-Täter stehen häufig mit  genau so wenig Beistand und Schuldgefühlen dar, obwohl sie ebenso hilflos sind. Dabei ist es sehr wichtig, dass das mobbende Kind in diesem Moment keine weitere Frustration, keine Entwertung erfährt. Das Kind braucht Unterstützung und klare Grenzen, aber vor allem braucht es endlich einen Halt. Der Wunsch nach Geborgenheit und Sicherheit besteht bei Kindern in der Pubertät ebenso wie bei einem Kleinkind! Ein mobbendes Kind sucht das Gefühl von Zugehörigkeit oder gar Macht, wenn es andere Kinder gegen das Opfer aufhetzt, es will eventuell Grenzen überschreiten, weil seine eigenen Stoppsignale bisher nicht ernst genommen wurden und es wünscht sich Aufmerksamkeit.

 

                              

 

                     Geben Sie als Elternteil ihrem Kind Aufmerksamkeit,

                     trauen Sie sich, ihr Kind zu trösten, statt es zu strafen,

                     obwohl es einen Fehler gemacht hat

                     und arbeiten Sie gemeinsam mit ihm daran,

                     zu sich und dem eigenen Glück zu finden,

                     ohne dafür anderen ihr Glück zu nehmen.

 

 

Bieten Sie Ihrem Kind Möglichkeiten sich emotional auszupowern, sowohl in positiven als auch in negativen Gefühlslagen. Ihr Kind darf frustriert sein, wenn seine Bedürfnisse zu lange nicht beachtet wurden. Das Wichtige ist nun, einen Weg zu finden, Frustration auf gesunde Weise abzubauen. In einem Sportverein bietet sich die Chance auf einen fairen Leistungsvergleich und das Erreichen von Erfolgen – aus eigener Kraft. Aber Kinder und Jugendliche brauchen auch verlässliche und warmherzige Eltern, die zuhören und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Eine verlässliche Bindung bewahrt davor ein Mobber zu werden. 

 

Die Gefahr zum – zumindest passiven – Mobber zu werden, besteht häufig auch bei ehemaligen Mobbing-Opfern. Wenn Kinder ihren Schmerz nach der Mobbing-Erfahrung noch nicht überwunden und verarbeitet haben, neigen sie dazu, sich eine Position zu suchen, in der sie emotional möglichst weit entfernt von einem Mobbing-Opfer sind. Diese Position ist die des Mobbers. Auch dies ist die Folge von einem verschlossenen Herzen und dem Versuch, sich selbst wieder aufzuwerten. Ein anderer Grund, vom Mobbing-Opfer zum Mobbing-Täter zu werden, kann aber auch die Angst sein, selbst wieder die Zielscheibe von jemand anderem zu werden, wenn er selbst nicht als erster seine Position bezieht. Achten Sie auf die innere Sicherheit Ihrer Kinder, geben Sie den Kindern Geborgenheit und Selbstbewusstsein!

 

 

Denken Sie an Ihren eigenen Wert innerhalb Ihrer Familie und innerhalb ihres ganzen Lebens – nur so vermitteln Sie dieses Gefühl auch Ihren Kindern. Egal welche  Eigenarten oder welche Persönlichkeit ein Kind zeigt, jedes Kind, jeder Jugendliche und jeder Erwachsene braucht Schutz und Anerkennung.

Eine verlässliche Eltern-Kind-Bindung ist der beste Schutz.

Weitere Informationen zur Autorin: www.gundula-goebel.de

 

 

Hier nun eine kleine Zusammenfassung, worauf geachtet werden muss:

1. Der Erwachsene muss bei Mobbing-verdacht sofort einschreiten, angemessen handeln und Kinder und Jugendliche schützen.

 

2. Veränderungen am Verhalten des Kindes ernstnehmen, z.B. Angst vor dem Schulweg, Verweigerung an Veranstal-tungen oder Treffen teilzunehmen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Einnässen, Schlafprobleme, Rückzug, Traurigkeit, Schulangst usw.

 

3. Selbstbewusste Kinder mobben nicht. Erwachsene wie Eltern, Lehrkräfte oder pädagogische Fachkräfte sind Vorbilder. Kinder schauen sich die Mobbingstruktur oftmals bei Erwachsenen ab.

 

 

4. Jede Demütigung vor anderen Leuten, jedes Bloßstellen vor der Klasse oder jede Beleidigung und jedes Vorurteil von Seiten der Erwachsenen sind erste Mobbingverhaltensweisen.

 

5. Mobbing macht körperlich und psychisch krank.

 

6. Jedes Kind braucht ganz viel Wertschätzung, Geborgenheit und Anerkennung.

 

7. Als Eltern nicht die „Freunde“ der Kinder auswählen oder Kinder ausgrenzen, dieses ist schon der Beginn von Mobbing.

 

8. Mobbing in der Familie: Kinder lächerlich machen vor den Geschwistern, Ausgrenzung, ständiges Schimpfen, Beleidigungen und Abwertungen bringen das Kind in eine schwierige Position/Außenseiterrolle in der Familie.

 

9. Mobbing ist auch, Kinder zu beschimpfen oder mit Worten und Blicken zu demütigen.

 

10. Wenn Kinder häufig Ausgrenzung oder Demütigung erfahren, so wird ihre Bindung zu den Eltern geschwächt und ihre Bindungsunsicherheit führt oftmals zum Mobbing.

 

11. Sein sie Vorbild für Toleranz, Respekt und zeigen Sie Achtung dem Anderssein gegenüber.

 

 

 

Briefgestöber bedankt sich herzlich bei Gundula Göbel und Katharina vom Blog nervenauszuckerwatte für diesen Artikel. Wenn euch dieses Thema interessiert, empfehlen wir einen Besuch auf der Seite :

 http://nervenauszuckerwatte.blogspot.de

 

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Tommy Krappweis übers Testlesen

Foto: Gary Busch
Foto: Gary Busch

 

 

Mara und der Feuerbringer, Bernd das Brot, Sportlerkind, Ghostsitter, Harpo Speaks, ...

 

Tommy Krappweis ist ein Allroundtalent und Bühnen sind sein Zuhause. Für meine Startnext Kampagne TESTLESEN plaudert er etwas aus dem Nähkästchen.

 

Vielen Dank, Tommy, für die Einblicke in deine Arbeit, und die Unterstützung!

 

 

Sonja Rüther hat mich im Zuge ihres Startnext Projektes zum Thema TESTLESEN darum gebeten, meine Erfahrungen dazu zu schildern. Das mache ich sehr gerne, denn ich hatte bei Band I und II meiner Trilogie MARA UND DER FEUERBRINGER die Unterstützung einer Gruppe von unterschiedlichen Testlesern und bin ihnen nach wie vor sehr dankbar. Allerdings lief das alles etwas anders ab, als es der ein oder andere vielleicht vermuten möchte und darum soll es im folgenden Beitrag gehen:

 

Nach dem ich bei Band I größtenteils damit beschäftigt gewesen war, meine Stimme zu finden, zu viele Absätze und Ausrufezeichen zu machen und nebenbei noch alles in den Kopf zu drömmeln, was mir mein wissenschaftlicher Berater Prof. Simek an Material empfohlen hatte, konnte ich das Ganze bei Band II schon etwas entspannter angehen. Und ich entdeckte das Testlesenlassen für mich. Das war für jeden, der mich privat kennt, zunächst ungewöhnlich, denn ich schreibe gern alleine, ich hasse Brainstormings und kann kaum mit mehr als einer Person gemeinsam an einer Sache arbeiten. Mein Hirn rast los und ich muss mitschreiben, weil ich sonst den Anschluss an den Zustand verliere, den man am besten mit „Flow“ umschreiben kann. Wenn ich im Flow bin, geht es mir gut. Und das ist gut für das Buch. Die Figuren reden schneller, als ich tippen kann und die Szenen laufen vor meinem geistigen Auge ab. Meistens tun sie das entlang der Story-Outline, manchmal aber weichen die Dinge im Gehirnkino davon ab und ich habe gelernt, dem Filmvorführer zu vertrauen. 

 

 

Allerdings lebt so ein Plotmonster wie MARA Und DER FEUERBRINGER nicht nur von Charakteren, Szenen und Momenten. Die Logik der Mechanik von Maras Fähigkeiten und der recht komplexe Plot rund um nordische Götter und solche, die es werden wollen, war anspruchsvoll, und ich war fest entschlossen, hier niemanden zu enttäuschen. Ich selbst kann es nicht ertragen, wenn die Mechanik in einem Buch oder in einem Film nicht kohärent ist, wenn Handlungsweisen und Umstände unlogisch oder wie platziert erscheinen. Zudem empfinde ich es als sehr störend, wenn Erklärungen nur der Erklärung willen abgelabert werden und oftmals ist hier weniger nötig, als der Autor zunächst denkt. 

 

Mir war klar, ich brauchte Testleser. Und zwar noch lange vor dem Lektorat. 

 

Nun hatte ich schon während der Veröffentlichung von MARA I in diversen Foren zum Thema Phantastik herumgepostet, ob nicht jemand meinem Buch eine Chance geben wolle. Interessanterweise war das Echo darauf zum allergrößten Teil positiv ausgefallen, denn die, die MARA dann tatsächlich zur Hand genommen hatten, bemängelten kaum etwas außer der vielen Absätze und Ausrufezeichen. Schließlich lud man mich zu einer Leserunde ins fantasy-forum.net ein und ich war überrascht, wie sachlich und freundlich es dort ablief. Selbst gelegentliche Ausreißer im Tonfall fingen sich wieder ein oder wurden eingefangen und als die Runde beendet war, überraschte ich mich selbst mit der Frage, ob jemand an einer längerfristigen Testleserei der Folgebände interessiert wäre. Man war. Und so richteten die Admins einen passwortgeschützten Thread ein und ich verschickte etwa alle zehn Tage ein PDF mit meinen neuesten MARA-Seiten - Natürlich nicht, ohne vorher eine Vereinbarung im Kreis zu schicken, in der sich alle per Unterschrift bereit erklärten, Stillschweigen zu bewahren und mich bei Umsetzung ihrer Anregungen nicht auf Urheberschaft zu verklagen. 

 

Allerdings hatte ich in meinem anderen Leben als TV-Produzent schon viele Testscreenings mitgemacht und dadurch am eigenen Leib erfahren, wie es ist wenn eine Gruppe von Menschen denkt, sie sei eingeladen, um zu kritisieren. Gerade in Deutschland ist es so, dass man unter Kritik leider im seltensten Falle Lob versteht. Viele Testzuschauer haben auch das Gefühl dass sie ihren Job nicht richtig machen, wenn sie einfach nur sagen: „Mir hat’s gefallen.“ Also muss man das in Bahnen lenken und das tut man am besten, indem man Fragen vorgibt. Wenn dann am Ende dieser Fragenliste noch Anlass zur Kritik bestimmter Punkte besteht, können diese natürlich noch hinzugefügt werden. Aber nach Abarbeitung einer Liste ist der Deutsche erst einmal generell zufrieden, denn er hat das Gefühl, dass er etwas geleistet hat. 

 

Nun waren die Testleser im Fantasy-Forum nicht gleichzusetzen mit dem typischen Testpublikum einer Marktforschung und das sollten sie auch gar nicht sein. Im Gegenteil, ich wollte Fantasyfans, die Klischees kennen, Mechaniken durchschauen oder hinterfragen, und die mir auf die Frage „Gab es so was schon mal und wenn ja wo?“ eine Antwort geben konnten. So konnte ich zum Beispiel erfolgreich ein paar drohende Gleichheiten mit dem Last Airbender vermeiden und die Tatsache, dass der Einsatz von Batmans Anti-Haifisch-Spray allgemein als „ganz schön abgefahren, also ich weiß ja nicht…“ empfunden wurde, war ein heilsamer Hinweis. Aber auch hier half allen (also nicht nur mir) der jeweils mitgelieferte Fragenkatalog: Ergibt dies oder jenes Sinn? Macht es die Figur unsympathisch/dümmer als sie sein sollte? Enttäuscht es Dich? Muss ich das unbedingt jetzt schon erklären oder hält man es noch ein paar Kapitel aus, im Dunkeln zu tappen? Solcherlei Fragen bzw. die Antworten darauf waren für mich von großem Wert. 

 

Gleichzeitig hatte ich ja auch noch Prof. Simek als eine andere Art von Testleser und er lieferte seinerseits alles immer auch an seine Tochter Rosi, die mir dann ebenfalls Mails schickte mit Anmerkungen, was sie im Text seltsam fand oder wo sich bei ihr Fragen aufgetan hatten. Meine damalige Roadmanagerin und heutige Lebensgefährtin Sophia stieß ebenfalls dazu und half mir nicht nur mit ihren Hinweisen und Fragen sondern auch damit, dass sie die Testlesungsergebnisse sortierte, zusammenfasste und so aufbereitete, dass ich damit arbeiten konnte. 

 

Im Endeffekt kann ich sagen, dass die gesamte Trilogie von der Testleserei enorm profitiert hat. Vielen Dank also auch hier noch einmal an Allanon, Amdiril, Cadeyra, Pantalaimon, Rusch, Simon The Sorcerer, Warin und Zack vom www.fantasy-forum.net. Als wir Band I dann verfilmten, lud ich alle ein, dabei zu sein. Aber leider schaffte es nur Simon The Sorcerer terminlich, zu uns zu stoßen. Dafür fuhr er aber an dem Drehtag auch zusammen mit Billy „Pippin“ Boyd im Bus herum, was ihm sauviel Spaß gemacht hat, wie man tags drauf im Forum lesen konnte. 

 

Ergänzend zu meinem kleinen Erfahrungsbericht möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass Testlesen nicht gleich Testlesen ist. Das, was ich bei MARA II & III gemacht habe, hat nur funktioniert, weil ich die Personen durch eine vorherige Leserunde kennengelernt hatte. Und ich rate zu Fragebögen, weil sie die Kritik kanalisieren und auch dazu animieren, diese zu durchdenken. 

 

 

Bei meiner Buchreihe GHOSTSITTER habe ich auch Testleser, aber aufgrund des weniger komplexen Plots und der insgesamt geringeren Seitenzahl der Bücher schicke ich nach Abschluss der ersten Fassung gerne ein PDF an ausgewählte Leute aus dem freundschaftlichen Umfeld. Wenngleich es bei GHOSTSITTER mehr um Charakter-Gags  und eine jeweils in sich abgeschlossene Story geht,  bekomme ich auch da oft hilfreiche Hinweise und kann Fragen stellen, die während des Schreibens aufkamen. Meine Freundin Sophia ist inzwischen eine Art Vorlektorat für alles, was ich so schreibe und dabei eine unschätzbare Hilfe.

 

Insgesamt möchte ich auf das Testlesen nicht mehr verzichten und halte es - zumindest in der Art, wie ich es damit halte und wofür ich es einsetze – für einen großen Gewinn. Und die Testleser selbst haben auch Spaß daran. Zum Dank baue ich nach und nach alle Namen aus dem Umfeld in meine Bücher ein. Natürlich darf widersprochen werden. Bislang gab es aber keine Beschwerden. 

 

Viel Erfolg Euch beim Schreiben und Dir, Sonja, mit dem Startnext-Projekt,

wünscht Tommy Krappweis

 

Weitere Infos zu Tommy Krappweis, seinen Büchern, Filmen, musikalischen und künstlerischen Machenschaften findet Ihr hier: 

http://tommykrappweis.de

https://m.facebook.com/tommy.krappweis/

https://twitter.com/tommykrappweis

 

 

 

So werdet auch ihr zu Unterstützern des Buchprojektes TESTLESEN:

 

 

Tommy beschreibt einige Aspekte, die zu einer guten Zusammenarbeit mit Testlesern dazu gehören. Wie beim Schreiben selbst gibt es auch hier nicht den einen richtigen Weg. In dem Handbuch TESTLESEN werden die unterschiedlichen Möglichkeiten, Arbeitsschritte, Testleserfundgruben, Highlights und NoGos beschrieben. Nutzt das Crowdfunding über Startnext als Vorbestellung ohne Aufpreis.

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Das freche Horror-Interview mit Sonja Rüther - Hanka Jobke fragt:

Sonja, du bist Initiatorin, Autorin und Verlegerin der Anthologien AUS DUNKLEN FEDERN 1 & 2. Machst du dir die ganze Arbeit nur, weil deine schaurigen Geschichten kein anderes Zuhause fanden?

 

Um ehrlich zu sein, mache ich es eher, um hemmungslos Zombies zeichnen zu können. Und weil es Spaß macht, mit Profis zusammenzuarbeiten. Angefangen bei den Autorinnen und Autoren über die Lektorin, die Setzerin, die Grafikerin bis hin zu den Mitarbeitern der Druckerei und natürlich dem dotbooks Team. Direkter kann man den Werdegang einer Idee zum fertigen Buch nicht miterleben.

 

Man sagt dir nach, dass du ein sehr freundlicher, hilfsbereiter Mensch seist, du hörst gar auf den Spitznamen "Sonne". In deinen Horrorgeschichten jedoch lauert der Ekel, in deinen Thrillern geben sich Psychopathen die Klinke in die Hand. Sollten wir dich in Zukunft eher "Schwarze Sonne" nennen?

 

Auch wenn Schwarz meine Lieblings(nicht)farbe ist, reicht Sonne vollkommen. Ich finde, Sonne und dunkelste Schatten passen doch gut zusammen. Poetisch gesehen, könnte man sagen, ich beleuchte Dinge, um ihre dunklen Seiten zu zeigen. 

Spaß beiseite. Zombies und subtiler Ekel sind für mich nur so lange faszinierend, solange ich beides auf sterile Seiten bannen kann. Es ist wie bei Märchen das Gedankenspiel mit diesen Themen, die man definitiv keinen Moment in der realen Welt erleben möchte, das einen gewissen Reiz ausübt. Und es ist mir eine diebische Freude, wenn ich den Nerv bei anderen treffe.

Die Psychopathen meiner Thriller sind eine Auseinandersetzung mit den menschlichen Abgründen, die in jedem von uns schlummern. Wer keinen Hass, rasende Eifersucht, Mordlust oder ähnliches empfindet, sollte kurz ein wenig Dankbarkeit einräumen, weil seine Triggerpunkte nicht aktiviert wurden.

 

Als Verlegerin der DUNKLEN FEDERN akquirierst du namhafte Kollegen, mit denen du gern arbeiten möchtest. Bitte erzähl uns eine kleine Anekdote, wie du einen dieser Schriftsteller zum Horror verführtest.

 

Mein Anwalt sagt, ich solle auf keinen Fall antworten. Ich verrate nur so viel: unblutige Subtilität und bestialisches Timing spielen dabei eine Rolle. 

 

Die DUNKLEN FEDERN sind auch innerhalb der Branche gut angekommen, und kurz danach hatten einige Anthologien recht ähnliche Titel. Welchen findest du am lustigsten oder schaurigsten?

 

Es ist jedenfalls recht "dunkel" und "federig" in der Anthologienwelt geworden, das ist auch gut so und liegt bei diesem Genre einfach nahe. Ich finde das super und es sind tolle Titel mit großartigen Autoren dabei.

 

Kurzgeschichten werden gerne als Königsdisziplin bezeichnet, aber wenn es um Anthologien geht, rümpfen viele Fachleute die Nase, weil damit kein Geld zu verdienen sei. Wenn man wirtschaftlich denken muss, kann ich das verstehen, aber für diese schillernde Facette der Literaturwelt sollte man immer ein Plätzchen frei halten. Deswegen mein Aufruf: lasst Euch begeistern von der Vielfalt und unterstützt die Herausgeber und Autoren mit dem Kauf der Bücher, damit es noch sehr viele davon geben wird!

 

Was den lustigsten Titel angeht: Auch wenn er so ganz anders als AUS DUNKLEN FEDERN ist: Das Vermächtnis des Wanderschranks. Aber ich fürchte, dass ich mich dabei verlesen habe, ich kann ihn nämlich nicht wiederfinden.

 

Und zum Schluss noch eine private Frage: Was genau läuft da zwischen dir und den Zombies, die du so gern zeichnest?

 

Bei Facebook würde ich jetzt den Beziehungsstatus "Es ist kompliziert" einstellen. Einerseits sind Zombies der Inbegriff von Gleichberechtigung. Egal ob jung, alt, dick, dünn, reich, arm, Mann, Frau, Christ, Islamist, Jude, Moslem, schwarz, weiß, rosa, Ignorant, Egoist oder Helferlein (etc. etc. etc.): Ein Biss und sie sind alle gleich. Sowas in friedlich und weniger ekelig ... wow, Weltfrieden.

Andererseits fasziniert mich die psychologische Komponente, die eine menschliche Angst behandelt: Ein geliebter Mensch wird von Fremden infiziert und richtet sich gegen einen, um einen zu verletzen und bei lebendigen Leib aufzufressen. Vollkommen von Sinnen und ohne Verstand. Wenn man Blut und Ekel wegnimmt, hat man einen Psychothriller. Bei Zombies ist das eben sehr überzogen und in eine Massenbewegung verpackt.
In meiner Geschichte Peter in AUS DUNKLEN FEDERN 2 behandle ich die Zombiethematik mal ganz anders, eher gesellschaftskritisch. Da steht mehr die Vereinsamung im Fokus.

 

 

Weitere Einblicke in das Verhältnis von Sonja zu Zombies, zum Schreiben und wie sie Autoren auch noch dazu bringt, ihr Wissen an Nachwuchsautoren weiterzugeben, findet ihr bei www.ideenreich-kreativhof.de und hier bei www.briefgestoeber.de

 

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Das kleine Horror-Interview mit Vincent Voss

 

Lieber Vincent, ich denke, ich behaupte nichts Falsches, wenn ich sage, dass Du unser einziger, waschechter Horrorautor bist. Und wenn ich Deine Geschichten so lese, weiß ich auch, warum ¬– das ist Dein Genre. Hast Du mal überlegt, Ausflüge in andere Genres zu machen?

 

Mach ich doch schon. Sci-Fi, Thriller und erzählende Literatur. Aber bisher sind lediglich die Thriller „Töte John Bender!“, „Tödlicher Gruß“ und „Du darfst mich nicht finden“ in Romanlänge veröffentlicht worden. Sci-Fi und prosaische Erzählungen gibt es von mir bisher nur als Kurzgeschichten. Und ja, natürlich drängen mich vor allem meine weiblichen Fans endlich Romance und erotik zu schreiben, aber ich vermute mal, das ist wieder nur meinem guten Aussehen geschuldet … Ich weiß nicht, ich bin da sehr unsicher …

 

Woran arbeitest Du gerade, welchen Titel können wir uns schon zum Lesen vormerken?

 

Pünktlich zum NordCon wird mein Zombie-Roman FAULFLEISCH eine Fortsetzung erfahren. Von dem norddeutschen Wakendorf II aus breiten sich die Untoten rasend schnell in ganz Europa aus und Hamburg wird von mir in Schutt und Asche gelegt. Also, das sollte man sich auf jeden Fall vormerken! Gerade arbeite ich an einem Sci-Fi-Horror-Crossover-Roman und feile am Epilog, der in der Grönländischen See auf einem Forschungsschiff spielt. Ich hoffe, damit wird es 2017 dann was. 

 

Der flüssige Bob ist ein großartiger Titel. Ich freue mich, diese Geschichte in AUS DUNKLEN FEDERN 2 zu haben. Träumst Du manchmal von dem, was Du schreibst? 

 

Ich träume phasenweise entweder gar nicht oder aber wirklich kranken Scheiß, so dass ich mir auch mal mitten in der Nacht Notizen machen muss. Und dementsprechend träume ich auch von dem, was ich schreibe. Zum Glück nur von den längeren Sachen bisher, von dem flüssigen Bob hätte ich nicht so gerne geträumt …

 

Passiert es Dir oft, dass Leser von Deinen Geschichten auf Dich schließen? Aus dem Thriller-Bereich kann ich sagen, dass gerne mal Rückschlüsse gezogen werden, die jedoch eher selten ins Schwarze treffen.

 

Jepp. Entweder sind die Leute, die mich nicht kennen überrascht, wie gut ich aussehe. Wobei sie auch immer einen zusammengeflickten Frankenstein erwartet haben als Horror-Autor. Und, nun ja, da viele Geschichten einen Bezug zu meiner Heimat haben, kommen da oft Rückschlüsse, die hoffentlich ins Leere gehen. Ich werde manchmal schon komisch angeschaut, wenn ich mit einer Axt bei uns durch das Moor laufe … 

 

Weitere Informationen über Vincent Voss und seine Arbeit findet Ihr hier: 

http://vincentvoss.de

 

 

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Das kleine Horror-Interview mit Boris Koch

Lieber Boris, Drachen, Horror, Jugendliche und Hasen – wenn man die Lesermeinungen so durchliest, sieht man, dass Du vielseitig begeistern kannst. Was für Geschichten schreibst Du am liebsten?

 

Wenn du so fragst: über jugendliche Horrorhasen, die heimlich Osterdrachen züchten … Nein, im Ernst, es gibt kein „am liebsten“ für mich. Ich schreibe Unterschiedliches, weil ich Unterschiedliches schreiben will, weil mich unterschiedliche Themen beschäftigen, weil mich unterschiedliche Ideen anspringen, weil ich mich mit Dunklem und mit Schönem auseinandersetzen will. Weil ich manchmal lachen will und manchmal fluchen.

In den Romanen verbinden sich diese unterschiedlichen Punkte auch immer mal. Natürlich geht es beispielsweise im aktuellen Kaninchenrennen vorrangig um eben dieses Rennen, in dem Zehnjährige mit ihren Kaninchen gegeneinander antreten, es geht um Sport und Freundschaft, um veraltete Traditionen und verkrustete Strukturen. Alles spielt in einem abseitigen Städtchen, in dem es einen großen Betrieb gibt: die Schauerwerke, die Figuren für Geisterbahnen herstellen. Und so schleicht sich mein Horrorfaible auch in einen humorvollen Roman über Kinder. Drachen sind aber keine drin ...

 

 

Derzeit liest Du als Juror des Seraph-Preises allerhand phantastische Texte anderer Autorinnen und Autoren, das bedeutet wohl, dass Du das Manuskript Deines neuen Romans pünktlich abgegeben hast. Worauf dürfen wir uns 2016 freuen?

 

Ich lese eigentlich jeden Tag, wenigstens ein paar Seiten, von demher findet das Schreiben und das Lesen immer auch parallel statt. Trotzdem habe ich tatsächlich pünktlich abgegeben …

Da der Roman aber noch nicht offiziell angekündigt ist, bleibe ich noch ein wenig kryptisch, und sage nur, folgende sieben Dinge und Wesen spielen auf jeden Fall eine - größere oder kleinere - Rolle: der Schatz eines Toten, Phantoms Ring, ein glücksbringender Hacky Sack, vier fluchende Papageien, der Mond, ein verbotenes Ohrloch und Pflastersteine in der Schultasche.  

 

Eine Deiner Geschichten in AUS DUNKLEN FEDERN 2 trägt den Titel Im Haus des toten Clowns, dabei muss ich sofort an Es von Stephen King denken, weil er mir mit jenem Buch Clowns ein für alle Mal mit Horror verbunden hat. Schließt Du Dich dem Kollegen King an und zeigst uns noch andere grauenhafte Seiten der bunten Gesellen?

 

Die Verbindung zwischen Clown und Stephen King ist natürlich naheliegend, doch ist mein Clown weniger zentral als Pennywise in Kings großartigem Es und auch ganz anders inspiriert. Genau genommen könnte man sogar sagen, ich zeige sehr viel weniger als King, denn meine Geschichte handelt im Kern von „unerzählten“ Geschichten. Von Geschichten, „die sich wie Geister an die Welt klammern“, um einfach direkt aus der Story zu zitieren. Und ich habe auch noch einen toten Förster und ein Abitreffen, nicht nur den Clown ...

 

Was fasziniert Dich am meisten beim Schreiben schauriger Geschichten?

 

Das kann ich nicht allgemeingültig für alle meine dunklen Geschichten sagen, aber vermutlich geht es mir häufig um die Reaktion des Einzelnen auf eine Bedrohung, der Umgang mit Ängsten oder Wut. Macht man beispielsweise mit beim Mob, hält sich raus oder stellt man sich ihnen entgegen? Der innere Kampf also und Verführung im weitesten Sinne, bevor es dann auch zum „äußeren“ Kampf kommt.

Schreibend Grenzen ausloten – was nicht zwingend bedeutet, dass es um möglichst drastische Schilderungen geht. Phantastik gibt einem die Möglichkeit, ins Extrem zu gehen: Zombies etwa sind die ultimative hirnlose Masse. Rausch wird mit Dionysos zur Raserei. Rituale, Sehnsüchte, das Böse, Trauer, alles kann personifiziert werden und ist damit in einem „reineren“ Maß vorhanden als üblicherweise in der Wirklichkeit. Und das ist einfach spannend.

 

Weitere Informationen über Boris Koch und seine Arbeit findet Ihr hier: www.boriskoch.de

 

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Das kleine Horror-Interview mit Nicole Zöllner

Liebe Nicole, Du bist diesmal die Debütantin in unserer Runde. Wir arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen, richten die Seminare im Ideenreich gemeinsam aus und lassen uns immer neue Übungen fürs kreative Schreiben einfallen. Mit der Kurzgeschichte in der Anthologie fängt es erst an. In welchem Genre werden wir Dich in Zukunft auch mit einem Roman vertreten sehen können?

 

Liebe Sonja, erst einmal möchte ich dir ganz herzlich danken, dass du mich in deiner Anthologie aufgenommen hast. In einer Reihe mit den „Großen“ dieser Branche genannt zu werden, ist in meinen Augen schon ein ziemlicher Hauptgewinn. Die Rezensionen werden zeigen, ob ich es auch würdig bin – da schlottern mir jetzt schon die Knie, obwohl... Nee, ich freu mich auch drauf – irgendwie. Zum Thema Roman und und in welchem Genre dieser sein wird, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht sehr viel. Ich habe kurz vor Weihnachten, im Rahmen eines Wettbewerbs für Debütanten einen Science Fiction Roman an Bastei Lübbe geschickt. Mal sehen, wie das so läuft. Ansonsten ist und bleibt Horror mein Lieblingsgenre. Derzeit sitze ich an einer Geschichte, die sich mit Bauchrednerpuppen beschäftigt. Ich fand Puppen schon immer unheimlich. Die Muppets, Fraggles und wie sie alle heißen, waren für mich schon immer Grund für Albträume und ohne zuviel verraten zu wollen: Es werden ein Haus unter der Erde, die Pest und ein Lied darin vorkommen. 

 

Viele Autoren berichten, dass sie schon immer geschrieben hätten, aber bei Dir war das anders. Erzählst Du uns, wie Hausaufgaben der Kinder das Leben der Eltern maßgeblich verändern können?

 

Ehrlich gesagt hab ich Leute, die davon sprachen, dass sie Gedichte oder etwas in der Art schreiben, immer für ziemlich schräg gehalten. Die hatten doch alle einen Spleen. Zumindest die, die ich persönlich kannte. Dafür habe ich sehr viel und gern gelesen. Horror und Fantasy natürlich. Alles, was im Deutschunterricht eben nicht zur Lektüre zählte. Deutsch war für mich eines meiner Hassfächer. Ich mochte Mathe, Chemie, Physik – wissenschaftliche Fächer eben. Aber wie ich kürzlich erfuhr, habe ich fast immer die Aufsätze für meine Schwester geschrieben – kann ich mich gar nicht dran erinnern. Und irgendwie setzt sich das fort. 

Denn: Es war 2008. Mein Sohn war damals in der dritten Klasse und sollte eine Bildergeschichte schreiben. Von einem blauen Fahrrad. Er hat gejammert und gemault und gemeckert: „Das ist voll blöd. Und total unlogisch. Ein Fahrrad kann doch gar nicht reden. Ich mach das nicht!!“ Tja, und was macht eine liebende Mutter, damit das Kind keinen Strich im Klassenbuch bekommt? Schickt das Kind in den Garten zum Fußball spielen und schreibt die Geschichte selbst. In nicht einmal 30 Minuten hatte ich drei Seiten vollgeschrieben und dachte nur: „Wow, das macht ja sogar Spaß!“ 

Danach folgte ein Kurs an der VHS. „Schreiben macht glücklich“. Und ich muss immer noch sagen: Es stimmt! Ich habe jetzt auch 'nen Spleen und das ist gut so. 

Photosynthese ist Dein Beitrag in AUS DUNKLEN FEDERN 2 und hat einen kaum zu benennenden Ekel bei mir hinterlassen, der immer dann wieder aufkommt, wenn jemand „Zucker“ erwähnt. Geht Dir das auch so, obwohl Du es selbst geschrieben hast? 

 

*lach* Das freut mich sehr. „Zucker“ ist jetzt nicht unbedingt das Wort, das mir einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Ich zucke aber immer noch zusammen, wenn ich an „rauen Asphalt“ denke. Das hat mir schon beim Schreiben beinahe körperliche Schmerzen bereitet.

 

Von was lässt Du Dich zu Deinen Geschichten inspirieren?

 

 

Schwer zu sagen. Ich hab ja noch nicht so viel geschrieben. Mein erstes Gedicht – ja, ich hab tatsächlich mit einem Gedicht angefangen – handelte von einer Spinne. Ich denke, es sind Situationen, die mich inspirieren. Ganz alltägliche. Ein Mann, der ungeduldig auf den Ampelknopf hämmert oder ein Bericht im TV von einem Typen, der sich für Gott hält, schräge Menschen, die irgendwie auffallen, anders sind. Solche Momente bleiben im Gedächtnis. Und dann sind da natürlich noch meine superschrägen Träume. Die sind auch immer ein toller Fundus für noch schrägere Geschichten.


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Das kleine Horror-Interview mit Markus Heitz

Lieber Markus, seit vierzehn Jahren darf ich nun schon mit deinen Figuren mitleiden und Ulldart und das Geborgene Land sind durch das Lesen so real geworden, dass ich gerne mal eine Reise dorthin planen würde – selbstverständlich nur, wenn alle Bedrohungen vernichtet wurden ... Welchen Deiner erfundenen Orte würdest Du gerne mal besuchen und welche Deiner Romanfiguren sollte Dich begleiten?

 

Welchen Ort? Bin ich wahnsinnig? Nee, das lasse ich lieber mal. An vielen real existierenden war ich schon, wie z.B. Städte in Kanada, Japan, Frankreich und dergleichen, aber an ausgedachte Plätze - das käme mir ein bisschen zu gefährlich vor. Es sei denn, ich hätte einen Ring der Unverwundbarkeit. Okay, dann ließe sich drüber reden. Dann würde ich mir ganz viele Albae-Städte ansehen, bei den Zwergen reinschauen und auch einen Blick in die Welt aus „Gesprächsfetzen“ wagen. Begleitung, mh, schwierige Frage. Sia. Die Vampirin kann viel und fällt nicht so auf. Und ich bin eh gerne nachts unterwegs. Das passt schon.

 

Nachdem sich viele Deiner Welten in Exkarnation miteinander verknüpft haben, toben gerade die Drachen (Drachengift, Piper) durch die Buchhandlungen. Verrätst Du uns schon etwas über das aktuelle Projekt, an dem Du gerade arbeitest?

 

Mh… darf ich leider nicht. :D Das ist noch geheim und wird erst zur Buchmesse in Leipzig verraten. Aber es geht um eine neue Fantasywelt, die ins Leben gerufen wurde. Mein Kreativzentrum möchte neue Welten bauen, bei allem Respekt vor den bekannten und gewohnten und von mir gemochten. Aber solange ich Ideen habe, müssen die raus. Ein neuer Kosmos nach dem anderen. 

 

Mit Deiner Geschichte „Gesprächsfetzen“ in AUS DUNKLEN FEDERN 2 hast Du mich glatt mindestens 20 Jahre in die Vergangenheit geschleudert. Ich weiß heute noch, wie es damals in den Telefonzellen gerochen hat. Wie bist Du im heutigen Handyzeitalter auf so eine irre Idee gekommen?

 

Die Idee ist schon älter und hatte es damals nicht in die Romanumsetzung geschafft. Aber mir gefiel der Gedanke schon immer gut, was passiert, wenn man die Wahlwiederholung in einer Telefonzelle nutzt. So entstehen zufällige Gespräche. Im Laufe der Recherche fand ich aber raus, dass es mit der Wahlwiederholung in einer Telefonzelle nur bedingt klappt. Eigentlich gar nicht, sofern man keine Tricks drauf und Ausrüstung dabei hat. Beides ist unserem Helden gegeben.

Telefonzelle, die alten gelben, sind heute ein Kuriosum geworden. Die meisten bestehen nur aus einer Säule mit Mini-Dach oder gar keinem. Aber ich stand oft in diesen alten Häuschen, geschützt vorm Regen. Rausgerissene Seiten, der Geruch von Feuchtigkeit und Papier, vielleicht noch nach Alk oder anderem, ein bisschen nasser Hund, Kritzeleien an den Wänden, zerkratzte Scheiben - das waren noch Zeit. Aber sie halfen beim Warten gegen Regen. Bei Sonne war es eher eine Sauna oder Grillstube. Und wie viel Magie drin wohnen kann, das wollte zeigen. Magie und Horror.

 

Könntest Du Dir auch vorstellen, mal eine Geschichte zu schreiben, die gänzlich ohne Phantastik verläuft? Vielleicht eine Horrorkurzgeschichte?

 

Das habe ich gerade vor kurzem! Aus Langeweile, weil ich auf Rückmeldungen warten muss. Und eine weitere ist bereits grob angefacht. Es geht auch ohne Übersinnliches, aber nicht ohne Blut, Verzweiflung, Bösartigkeit, Tod und Verderben. Ach ja, und enttäuschte Hoffnung. Na, nicht immer. Aber oft. Eine Idee kam mir übrigens am 24.12., morgens beim Aufwachen. Und die ist mal so richtig teuflisch. Keine Ahnung, welcher Geist der Weihnacht das war, aber ich mag ihn.

 

 

Weitere Informationen über Markus Heitz und seine Arbeit findet Ihr hier: www.mahet.de


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Das kleine Horror-Interview mit Stefan Cernohuby

Lieber Stefan, wir kennen uns ja aus alten Battletech-Zeiten, die schon BEEEEEP Jahre zurückliegen. Du bist vor allem als Autor und Herausgeber von Anthologien bekannt und als aktiver Rezensent bei www.janetts-meinung.de. Aber Du machst noch mehr, verrätst Du es uns?

 

Hauptberuflich bin ich im Bereich Software-qualitätssicherung tätig. Das kommt mir sehr entgegen, weil ich auch privat immer an Möglichkeiten arbeite, etwas zu verbessern. Und irgendwie spiegelt sich das auch in meinen Projekten als Autor wider. Privat bin ich verheiratet (mit Janett, deren Meinung ich natürlich teile), Vater von zwei wilden Jungs und Fütterer zweier hungriger Katzen. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, treibe ich Sport und mache Musik.

 

Unter anderem schreibst Du auch Steampunk-Geschichten, was fasziniert Dich an diesem (leider immer noch sehr unterschätzten) Genre?

 

Besonders gefällt mir die Prämisse einer alternativen Entwicklung des technischen Fortschritts. Während sich in unserer Realität der Verbrennungsmotor und die Elektrizität durchgesetzt haben, geht man in einer Steampunk-Welt oder -Realität von einem anderen Ansatz aus. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, auch in Hinblick auf die Handlung der jeweiligen Geschichte. Außerdem sind dampfbasierte und zahnradstrotzende Maschinen eher etwas „zum Angreifen“ und Verstehen als Mikrochips, Transistoren und digitale Datenverarbeitung. Ich glaube gerade letzteres macht den wesentlichen Reiz aus, der die Fans der Kunstrichtung auch zu eigenen Projekten inspiriert.

  

In AUS DUNKLEN FEDERN 2 greifst Du eine Idee auf, die mir als Autorin eine Gänsehaut bereitet. Hast Du manchmal Angst vor dem, was Du erschaffst? 

 

Es freut mich, dass es funktioniert hat, das war natürlich beabsichtigt. ☺

Obwohl ich bei Werken, die ich selbst lese, ein sehr gutes Gedächtnis habe, ist das bei meinen eigenen Geschichten nicht immer der Fall. Da bin ich Jahre später immer wieder überrascht (manchmal positiv, manchmal weniger), was ich da geschrieben habe. Insofern könnte das durchaus passieren. Rückblickend habe ich zwei oder drei Kurzgeschichten gelesen, bei denen mir selbst ein Schauer über den Rücken läuft.

 

 

Du bist ja selbst Herausgeber von Anthologien. Warum gerade Kurzgeschichten?

 

Ich habe selbst über Kurzgeschichten zum Schreiben gefunden. Nach der ersten vernichtenden Kritik von meiner Bekannten Maike Hallmann zu einer meiner Kurzgeschichten habe ich erstmals wirklich reflektiert, was ich wie schreibe und dann auch an meinem Stil gearbeitet. Obwohl ich auch längere Werke schreibe, bin ich der Kurzgeschichte dennoch treu geblieben. Es ist eine eigene Kunst, trotz ihrer Kürze eine glaubhafte Umgebung, eine spannende Geschichte und den richtigen Höhepunkt zu schaffen, der den Leser aus der Handlung hinauskatapultiert und zum Nachdenken anregt.

 

Weitere Informationen über Stefan Cernohuby und seine Arbeit findet Ihr hier: 

http://edition-geschichtenweber.de/2013/01/stefan-cernohuby/ 

 


Von Stefan Cernohuby herausgegeben:


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Kai Meyer

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Das kleine Horror-Interview mit Kai Meyer

 

Lieber Kai, mein erstes Buch von Dir war Der Rattenzauber, was mir damals ein ganz neues Genre erschlossen hatte. Die Alchemistin habe ich geliebt und Doktor Faustus hat ebenfalls einen festen Ehrenplatz in meinem Bücherregal. Du bist der einzige Autor in dieser Anthologie, dessen Werke mich bereits begeistert haben, bevor wir uns kennenlernten. Und es ist mir eine große Freude, dass Du mit Deiner Geschichte Schau hin! dabei bist. Zeitlich bist Du immer sehr eingespannt. Verrätst Du uns, woran Du aktuell arbeitest?

 

Vielen Dank, darüber freue ich mich natürlich. Der Rattenzauber ist so lange her, dass ich mich nur noch mit Mühe an alle Einzelheiten der Geschichte erinnern kann, aber ich habe damals schon versucht, Horrorelemente in einen historischen Roman einfließen zu lassen - zumindest die Atmosphäre sollte die eines Horrorromans sein.

Derzeit arbeite ich an einem Roman, der im Auftaktprogramm des neuen Fischer-Tor-Imprints erscheinen wird. Im Marketing-Sprech nennen wir es „Space Fantasy“, im Grunde eine Space Opera, bei der ich mich nicht im Geringsten um technische Plausibilität schere. Es ist ein Weltraumabenteuer, eher noch ein Weltraummärchen. Eine Art Die Wellenläufer im All.

 

Die Seiten der Welt sind wunderschöne Bücher. Könnte man auch sagen, dass die Geschichten selbst Liebeserklärungen an die Welt der Literatur sind?

 

Aber sicher. Genau das war der Grund, warum ich sie geschrieben habe. Es sollte ein Buch über Bücher werden, eine phantastische Welt, die ganz und gar auf der Macht der Literatur basiert. Buchstäblich. (Kein Kalauer.)

 

 

 

In AUS DUNKLEN FEDERN 2 erzeugst Du mit Schau hin! eine beklemmende Atmosphäre und zeigst ein anderes Gesicht dieses Genres. Würde es Dich reizen, irgendwann einen ganzen Roman zu dieser Geschichte zu schreiben?

 

Nein, die Geschichte - wenn man sie überhaupt so nennen will - ist ja eher eine Vignette. Die Beschreibung einer absurden Situation. Das ist kein Stoff für ein ganzes Buch, jede überflüssige Erklärung würde dem Ganzen eher etwas nehmen.

 

Die Gothic-Rockband ASP wird unter anderem durch Deine Romane zu ihren Songs inspiriert. Gibt es auch Songs, die Dich zu Geschichten inspirieren?

 

Eine meiner allerersten Geschichten, die ich mit etwa zwölf oder dreizehn geschrieben habe, basierte auf dem frühen Genesis-Song White Mountain. Das war mein bisher einziger Versuch einer Tierfantasy, gleich hochambitioniert im Stil von Watership Down – nur eben mit Wölfen. Ich glaube, ich bin ungefähr fünfzehn Seiten weit gekommen.

 

Weitere Informationen über Kai Meyer und seine Arbeit findet ihr hier:

 

www.kai-meyer.de


Ab dem 10. März 2016 im Handel:


 

   

 

Christian von Aster

 

   

 

Thomas Finn

 

   

 

Hanka Jobke

 

  

 

 

Tommy Krappweis

 

   

 

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Das kleine Horror-Interview mit Hanka Jobke

Liebe Hanka, du bist erfolgreiche Lektorin, Goldmarie, Sprachwächterin, fleißiges Bienchen, immer mal Jurymitglied bei Preisverleihungen – und Horrorautorin. Bei allen Genres, die du während deiner Tätigkeit genauestens unter die Lupe nimmst, warum schreibst du ausgerechnet Horrorgeschichten?

 

Das liegt ganz allein an den Methoden der Verlegerin. Würde sie mir mal Blumen schicken statt toter Tiere oder einen Vertrag parfümieren statt mir ein Stilett an den Hals zu halten, würde ich vielleicht auch mal was über Feen schreiben. Was Liebevolles. Mit Glitzer. Und schön.

 

In welchen Genres würdest du dich noch gerne austoben?

 

Ich arbeite an einem Märchen mit Feen. Und Glitzer … Moment, der Bote bringt gerade ein Päckchen … Okay, es wird wohl eher was über Todesfeen. Und Zahnfeen. Und Wechselbälger. 

 

Du hast ja nicht nur Geschichten für AUS DUNKLEN FEDERN 1 & 2 geschrieben, du hast auch beide Anthologien lektoriert. Nimmst du von dem Grusel was mit oder lässt dich das völlig kalt?

 

Grusel ist erst dann wirklich gut, wenn er einen kalt werden lässt, oder? 

 

Noch eine Frage an die Lektorin: Welcher sprachlicher Fehler nervt dich derzeit besonders?

 

Mein derzeitiger Liebling ist der Starrsinn. Die liebsten Gesten von Figuren sind visueller Natur: Es wird dauernd etwas angesehen, sich umgeschaut, mit den Augen gerollt, sie zusammengekniffen, man lässt Blicke schweifen und ruhen und so weiter … Doch leider geht der Trend weg vom Sehen und Schauen und Schweifen zum Starren: Er starrte sie fassunglos an, sie starrte erstarrt aus dem Fenster, und von hinter der Scheibe starrte wahrscheinlich irgendetwas zurück. Haben Sie auch gerade ein Bild voller Glotzäugiger vor sich? Möchten Sie ihnen gern ein paar Augentropfen reichen? Ich schon, denn starren meint das starrende Blicken auf etwas. Man braucht dafür eine Fokussierung und auch ein bisschen Zeit – etwas, was in den meisten Szenen, in denen gestarrt wird, nicht zur Verfügung steht. Ähnlich allergisch reagiere ich auf Erstarrungen, welche Figuren gern in Szenen überfällt, in denen still stehen eine ganz miese Idee ist. Und wer jetzt denkt, das würde irgendwie Spannung generieren, dem möchte ich sagen: Nö. Höchstwahrscheinlich ist das nur ein Klischee, welches meinen Rotstift nicht überleben wird.

 

Bei so viel Mäkelei – welchen Horrorroman würdest du denn empfehlen?

 

Mein Lieblingshorror ist der schleichende Grusel: das Versteckte in den Schatten, wo keine Schatten sein sollten, das Verdrängte in der Seele, die zu viel erfahren hat, das Böse, was einen berührt, obgleich es nicht fassbar ist. All dies findet man samt guter Sprache in Isa Grimms schaurigem Roman KLAMMROTH. 

 

 

Mehr Informationen über Hanka Jobke und ihre roten Stifte findet ihr hier: www.lektographem.de

 


Hankas Buchtipp:


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Das kleine Horror-Interview mit Christian von Aster

 

Lieber Christian, Du bist Wortakrobat, „Kreatör“ bezaubernder Formulierungen und Abenteuer, der nicht davor zurückschreckt, geistige Abwege zu beschreiten und Andersartigkeiten zu fokussieren. Deine Geschichten zu lesen, ist ein Vergnügen, sie von Dir zu hören, ein Genuss. Eigentlich müsstest Du ein eigenes Theater bekommen, findest Du nicht auch? Wie würde das wohl heißen?

 

Wenn es so weit käme, befände sich dieses Theater mit seinen fünfzig Sitzplätzen von denen ein gutes Drittel gewiss defekt wäre, erfahrungsgemäß und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am falschen Ende einer Einbahnstraße, von wo aus sein unleserlicher Name in unaufdringlichen Neonbuchstaben auf vergnügungsunwillige Passanten herabflimmerte. Bezüglich jenes unleserlichen Namens würde ich gegenwärtig zu ‚R’lye Traumtheater’ tendieren, diesen dann aber vermutlich alle zwei Tage ändern.

 

Ende März erscheint Allerfeinste Merkwürdigkeiten was kannst Du uns darüber verraten?

 

Zum einen, dass das Buch meine besten Kurzgeschichten aus fünfzehn Jahren genregrenzensaboteurischen Schaffens beinhaltet. Zum anderen, dass sich darin neben der Zukunft der Mediengesellschaft, schlechten Clowns und einem fast vegetarischen Verbrechen nicht nur Einhörner, Drachen, Lesebühnen und Große Alte, sondern auch die Wahrheit über Jack the Ripper, das Schäfchenzählen und die Buchdruckkunst findet. Und darüber hinaus, dass es nicht das einzige Buch von mir ist, das im März erscheint und ‚Höllenherz – eine erotopoetische Diableske tragischer Natur’ mindestens ebenso bedeutsam ist.

 

In AUS DUNKLEN FEDERN 2 fürchten sich die Menschen vor dem Groll, den Du gesellschaftskritisch einem jungen Paar schmackhaft machst. Bist Du froh, dass man ihn in der Realität nicht rufen kann? 

 

Was genau gibt dir Grund zur Annahme, dass man ihn in der Realität nicht rufen kann?

  

Im letzten Jahr hast Du eine Zauberhafte Flaschenpost-Aktion gestartet. Was genau steckt dahinter?

 

Dem Ganzen lag Idee einer Flaschenpost am Straßenrand zugrunde, der Versuch einer anonymen Kontaktaufnahme inmitten des Alltags, die - als kleine Wunderlandreminiszenz mit dem Titel ‚Lies mich’ versehen - dem Finder eine poetische Reflexion seiner Lebensumstände, bizarrer First-World-Problems und der wachsenden Entfremdung ermöglichen sollte. Aber vermutlich spricht die Flaschenpost selbst da eine deutlichere Sprache: https://soundcloud.com/herr-von-aster/flaschenpost-am-strasenrand

 

 

Weitere Informationen über Christian von Aster und seine Arbeit findet ihr hier: 

http://www.vonaster.de 

 

Buchtipp:


 

   

 

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Das kleine Horror-Interview mit Thomas Lisowsky

Lieber Thomas, Magie der Schatten ist Dein erster Phantastik-Roman und Du schreibst die Serie Die Schwerter für den eBook-Verlag dotbooks. Was machst Du noch?

 

Nachdem ich gerade aus einem Auslandssemester im wunderschönen Edinburgh in Schottland zurückgekommen bin, bin ich nun vor allem noch mit meiner Masterarbeit im Medienbereich beschäftigt – natürlich geht es um Videospiele, schließlich habe ich vor meinem Masterstudium knapp drei Jahre in einer Entwicklerfirma als Game Writer an Videospielen mitgeschrieben.

Die Abendstunden fülle ich mir am liebsten mit Tanzen.

Paartänze, an die die meisten dabei zuerst denken, finde ich auch interessant, aber meine Leidenschaft liegt beim Solotanz, HipHop und auch Flamenco. Mir reicht es schon, wenn ich auf die Schritte von einer Person, also mir selbst, aufpassen muss. ;)

Und wann schreibe ich? Morgens! Zu frühen Zeiten, zu denen normale Menschen fluchen, wenn sie zu denen wach sind. ...und da ich eigentlich auch nur ein normaler Mensch bin, hört man auch aus meinem Zimmer jeden Morgen diverse Flüche.

 

Du bist ein humorvoller Mensch, könntest Du Dir vorstellen, lustigen Horror zu schreiben?

 

Humor? Das ist ja eine wüste Unterstellung. Habe ich noch nie gehört. 

Meine Story sollte eigentlich viel blutrünstiger und horroriger (nicht zu verwechseln mit der gefährlichen Spezies Horror-Tiger) werden. Jetzt ist es eher eine Charakterstudie geworden. Wenn ich dann noch Humor in meinen Horror packe, dann glaubt mir doch keiner mehr, dass das eigentlich mal Horror werden sollte!

 

In AUS DUNKLEN FEDERN 2 ist Deine Geschichte Chupa alles andere als witzig. Was hat Dich zu dieser Idee inspiriert? 

 

Zuallererst wollte ich keine Story haben, in der es typisch horror-düster ist. Resident Evil 5 hat ein Horrorsetting in der glühenden Sonne Afrikas, und soetwas wollte ich auch schaffen (ohne schwarze Zombies), deshalb spielt die Geschichte im Sommer. Dass die gruseligen Dinge dann nachts geschehen... nun, ganz klappt das mit dem Horror bei Tage wohl nicht, wenn man keine verseuchte Zombiebevölkerung anbieten kann.

Was ich auch sofort wusste: Es sollte ein Monster geben. Ich bin eben Fantast, und ganz ohne Fantasy geht nicht! Es ist ein echt tolles Monster, siehe Titelbild – für das ich mich im Übrigen noch einmal ganz herzlich bei Ariane Pollakowski bedanken möchte. 

Dann war da noch Anna, meine Protagonistin. Ich wusste noch nicht, wie die beiden zusammengehören, und das verrate ich hier an dieser Stelle natürlich auch nicht. ;) 

 

Bleibst Du jetzt dem Horror treu oder wird es jetzt in der Phantastik noch schauriger?

 

Tatsächlich werde ich nach den Dunklen Federn nun erst einmal eine Schreibpause einlegen. Die letzten 7 Jahre habe ich eisern jeden morgen eine Stunde geschrieben/geplant, und es war ein Teil meines Lebens wie nichts sonst. Aber im Moment glaube ich, dass mir eine Pause langfristig einen kreativen Schub geben wird. Es gibt noch viele Geschichten, die ich erzählen will.

Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich meine morgige Schreib-Stunde vorerst anderweitig fülle. Ich habe gehört, Däumchendrehen ist wieder ziemlich trendy bei den jungen Leuten!

 

 

Weitere Informationen über Thomas Lisowsky und seine Arbeit findet Ihr hier: 

http://thomaslisowsky.com

 

 

Weitere Interviews

 

  

 

 

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Tommy Krappweis


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Das kleine Horror-Interview mit Thomas Finn

Lieber Thomas, wenn man sich die Liste Deiner Veröffentlichungen so anschaut, bist Du bemerkenswert vielseitig. Von Phantastik über historische Romane, All-Age und Erwachsenenromane, Theater-stücke und Musicals, Thriller bis Horror - und jetzt auch Krimis - ist da einiges vertreten. Und alles trägt Deine ganz persönliche Handschrift. 

 

Danke. Und Letzteres will ich doch mal hoffen. Der historische Roman „Der Funke des Chronos“ ist zwar streng genommen ein Zeitreiseroman, aber faktisch war das natürlich schon sehr historisch. Ich hatte aber auch viel Freude daran, den Kritikern der Phantastik - die uns Phantasten ja gern mal vorhalten, unsereins wähle dieses Genre bloß, weil man da nicht recherchieren müsste – zu zeigen, wie Recherche wirklich geht. „Into your face“, sozusagen ☺ 

Die thematische Breite ist bei alledem auch Ausdruck meines eigenen breiten Interesses. Und ja, ich blicke mit großer Freude auf die Mischung meiner bisherigen Romane. So viele Kollegen gibt es ja gar nicht, die sich so breit austoben dürfen. Ich kann mich eben für „Harry Potter“ ebenso begeistern wie für „Der Marsianer“. Eine gute Story bleibt eben eine gute Story.

 

Worauf legst du beim Schreiben besonders wert?

 

Auf eine gute, möglichst unverbrauchte Story ☺ Auf den Plot. Die Idee. Und natürlich deren dramaturgische Ausführung. Ich möchte schlicht spannend unterhalten.

 

Gibt es irgendwas, das Du nicht schreiben könntest?

 

*Lacht* Das ist eine Frage, die nicht ich, sondern die meine Leser beantworten müssten. Ehrlich gesagt traue ich mir ziemlich vieles zu, aber ich hätte an bestimmten Stoffen vermutlich einfach weniger Freude. Liebesromane oder gar Erotik wären wohl auch nicht gerade das, was meine Leser von mir erwarten – obwohl es mich aus rein handwerklicher Sicht schon reizen würde, auch mal so etwas zu verfassen. Man verbindet mich eben mit Spannungsliteratur – von Fantasy, über Horror, Mystery, jetzt auch Krimi, bis hin zu SF. 

 

Stichwort „Horror“: Am 2. August diesen Jahres erscheint DARK WOOD (Knaur), auf was genau können wir uns da freuen?

 

Auf eine Gruppe hipper Hamburger Werber, die bei einer TV-Game-Show namens „SURVIVE – Kämpft um euer Überleben!“ teilnehmen. Die Show bietet Mitarbeitern von kurz vor der Insolvenz stehenden Firmen die Möglichkeit, einen großen Geldbetrag für den Arbeitgeber zu erstreiten, um diesem so das weitere „Überleben“ zu ermöglichen. Meine von der Arbeitslosigkeit bedrohten Protagonisten verschlägt es dabei in die abgelegene norwegische Gebirgsregion „Trollheimen“. Nur ist der Name dort Programm - und so wird das Motto der Show schon bald blutiger Ernst ... 

 

Einen Tag später erscheint dann bereits ein zweiter, völlig anderer Roman aus deiner Feder. Der Kriminalroman „Mordstrand“ (Lyx)?

 

So ist es. Ein waschechter Krimi, der auf Pellworm und an der nordfriesischen Küste spielt. Da ich klug aufgebaute Krimis schätze, die es dem aufmerksamen Leser gestatten, sich mit auf die Mörderhatz zu begeben, habe ich ihn so geschrieben, dass sich der Leser stets auf Augenhöhe mit der zentralen Ermittlerin befindet. Mal sehen, wer den Fall als Erster löst ☺

 

Nordfriesland? Das liegt doch gleich um die Ecke deines Mystery-Thrillers „Aquarius“?

 

Oh ja. Dazu wird es in „Mordstrand“ auch Referenzen geben. Aufmerksame Leser werden feststellen, dass – ohne es allzu aufdringlich zu gestalten - meine Romane alle in der gleichen Welt spielen.

 

Alle deine Romane?

 

Nun, ich habe das bislang noch nicht groß thematisiert, aber ja. Zumindest die Romane „Funke des Chronos“, „Weißer Schrecken“, „Mordstrand“ und „Dark Wood“ spielen alle im gleichen Kosmos. Auch in „Dark Wood“ werden sich Bezüge dazu finden lassen. Eine Idee, die ich auch in meinen künftigen „realistischeren“ Romanen weiter verfolgen werde.

  

Für AUS DUNKLEN FEDERN 2 hast Du diesmal auch eine Bonusgeschichte beigesteuert. Meister Calamitas’ Kuriositäten und Der Schrei. Schreibst Du über Dinge, die Dir eine Gänsehaut verpassen, oder lässt Du von eigenen Ängsten lieber die schriftstellerischen Finger?

 

Mitnichten Letzteres. Gruselig ist schließlich stets das, was man auch selbst als gruselig und/oder unheimlich empfindet. Wobei ich natürlich dankbar war, vorab ein wenig zu wissen, was die Kollegen schreiben würden. Ich konnte daher Geschichten zu dieser Anthologie beisteuern, die die Palette des Dargebotenen um einige weitere Farbtupfer der Dark Fantasy ergänzen. 

 

Phantastisch betrachtet, was wäre die schlimmste Sache, über die Du eine Horrorgeschichte schreiben könntest?

 

Oje, das kann ich so gar nicht sagen. Grusel und Horror weisen jeweils einen derartigen Facettenreichtum auf, dass ich mich jeweils ganz spontan inspirieren lasse. Gäbe es bloß eine Sache, über die ich schreiben wollte oder könnte, dann müsste ich mir vermutlich einen anderen Beruf suchen.

 

 

Weitere Informationen über Thomas Finn und seine Arbeit findet ihr hier:
www.thomas-finn.de

Ab dem 01.08.2016 erhältlich:


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Das subtile Interview mit Tommy Krappweis

Foto: Gary Busch
Foto: Gary Busch

 

 

Mara und der Feuerbringer, Bernd das Brot, Sportlerkind, Harpo Speaks, ...

 

Der Allrounder Tommy Krappweis hat mir ein paar Fragen beantwortet.

 

 

 

Das subtil verhaftende Interview:

 

Lieber Tommy, es ist ja nun schon eine Weile her, dass MARA UND DER FEUERBRINGER in den Kinos lief. Auf Facebook habe ich deine Berichterstattung während dieser spannenden Zeit mitverfolgt und über so manches Foto lachen dürfen. 

 

Das freut mich sehr, denn ich versuche bei meinen Postings so oft wie möglich einen unterhaltenden Mehrwert zu generieren. Immer nur ‚Seht, mein Buch/mein Film/mein anderer Kram’ ist einfach nervig. 

 

 

Sind die Dreharbeiten mit dir genauso lustig wie es den Anschein hat?

 

Lustig trifft es nicht ganz, ich würde die Stimmung eher als ‚gut gelaunt’ beschreiben. Klar gab es auch genug Momente, wo wir viel zu lachen hatten, denn ich habe festgestellt dass man Humor am besten in einer positiven, humoraffinen Umgebung drehen sollte. Je weniger Menschen am Set Freude haben, desto mehr muss man die Pointen ‚herstellen’. 

Und Humor hilft auch, wenn es mal droht, stressig zu werden. 

 

Du bist Schauspieler, Autor, Musiker, Comedian und mehr. Wenn du dich für eine Sache entscheiden müsstest, was wäre das?

 

Ich würde mich gegen den Umstand entscheiden, der mich dazu zwingt, mich entscheiden zu müssen – und wenn das bedeutet, den Kobayashi Maru Test zu manipulieren.

 

Aber es gibt auch eine ernste, traurige Seite an dir, die auf deinen traumatischen Kindheitserinnerungen als SPORTLERKIND – was du im gleichnamigen Buch verarbeitet hast – zurückzuführen sind. Das Video, bei dem du ein Fahrrad zu Ostern bekommen hast, hat mich beinahe zu Tränen gerührt. War es wirklich so schlimm?

 

Naja, klar sieht der kleine Bücherwurm da in dem Film traurig aus, aber letztendlich kann ich mit meinem Vater heute nicht nur drüber lachen sondern auch andere Menschen zum lachen – und ein bisschen zum nachdenken – bringen. Diese biografische Sache macht mir irre viel Spass und ich kann endlich mal was zusammen mit meinem Vater machen, was uns beiden gleichzeitig viel Freude bereitet. Ich habe noch nie Menschen so lachen sehen, wie bei unseren gemeinsamen Lesungen.

 

 



Würdest du denn sagen, dass deine Eltern es mit dir leicht hatten?

 

Ja und Nein. Sie hatten es leicht, weil ich ein ruhiges Kind war, das sich in seinem Zimmer still mit Büchern, Lego, der Schreibmaschine oder Stop Motion Filmen beschäftigte. Und sie hatten es schwer, weil ich an nichts von alldem Spass hatte, was sie so toll fanden und mir schmackhaft machen wollten. Zumeist irgendwas mit Sport und/oder frischer Luft.

 

Oder warst du ein „besonderes Kind“?

 

Damals dachte ich, ich wäre so eine Art Alien. Heute weiß ich: Ich war eben ein Nerd und umzingelt von sportbegeisterten Muggels.

 

Vielleicht sollten sie auch ein Buch über dich schreiben? Welchen Titel würde es wohl tragen?

 

DAS BLEICHE DING HINTER DEM BUCH oder LIEBLING, ES IST EIN NERD

 

Nächsten Monat erscheint die zweite Anthologie AUS DUNKLEN FEDERN, zu der ich wieder Autorinnen und Autoren eingeladen habe, ihre finsteren Seiten auszuleben. Welchen Horror könntest du in Worte fassen, wenn ich dich für eine Teilnahme begeistern könnte, worin Du übrigens durch die Antwort zustimmst?

 

Clevere Art der Rekrutierung! Als Comedy-Schaffender fallen mir da unzählige Untiefen ein, denn die Länder Leid und Lach liegen nah beieinander. Vermutlich irgendetwas aus einer E.A. Poe-artigen Ich-Perspektive, weil die Scheuklappen beim Erzeugen von Stimmung eine hilfreiche Einschränkung sind. Ich mag Storys mit einem Twist am Ende, bin aber kein Fan von Unhappy Endings, obwohl - oder gerade weil - die meistens viel einfacher herzustellen sind. Es ist viel schwerer, ein positives Ende zu gestalten, das trotzdem beeindruckt. 

 

Vielen Dank, lieber Tommy, für dieses Interview und die spontane Zusage für "Aus dunklen Federn 3". 

 

Liebend gerne und Danke ebenfalls!

 

 

 

Weitere Infos zu Tommy Krappweis, seinen Büchern, Filmen, musikalischen und künstlerischen Machenschaften findet Ihr hier: 

http://tommykrappweis.de

https://m.facebook.com/tommy.krappweis/

https://twitter.com/tommykrappweis

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Trommelwirbel und Vorhang auf!


AUS DUNKLEN FEDERN ist für mich nicht einfach nur eine Anthologie, es ist die wundervolle Zusammenarbeit mit sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen und dem großartigen eBook-Verlag dotbooks


Vor 1,5 Jahren lud ich Lena Falkenhagen, Thomas Finn, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch und Vincent Voss dazu ein, ihre dunklen Seiten in Kurzgeschichten für mich auszuleben. Und mehr noch, ich kam ständig mit neuen Wünschen um die Ecke, die sie mir alle erfüllt haben:


„Gestaltet bitte zu jeder eurer Geschichten ein Titelbild, ja?“

„Bitte unterschreibt mal kurz 200 Karten.“

...


Euch sei gesagt: Ihr seid die Größten!


Und ich möchte an dieser Stelle vor allem den Leserinnen und Lesern, Bloggerinnen und Bloggern, den Buchhändlerinnen und Buchhändlern und der Presse danken, dass Ihr Euch auf diesen Titel eingelassen habt! Es hieß, Anthologien seien die Stiefkinder der Literatur, ungeliebt und missachtet.


Ihr habt bewiesen, dass das nicht stimmt!


Für die erste Ausgabe habe ich um die 100 Zombies zeichnen dürfen, was mir ein diabolisches Vergnügen war. Und nun steht der zweite Teil an, für den ich mir auch wieder eine besondere Aktion einfallen lassen werde. Die Details verrate ich dann im Januar.


Aber als erstes präsentiere ich nun stolz das Cover von

AUS DUNKLEN FEDERN 2



Drei der mitwirkenden Autoren werden bereits auf dem Bild verraten, die restlichen stelle ich in den kommenden Wochen vor. Was ich bislang schon lesen durfte, verspricht Ekel, Grusel, Horror, eine Portion Humor, Gesellschaftskritik und Phantastik. Ein Geschichtenpaket, das mich jetzt schon wie ein Honigkuchenpferd strahlen lässt. 


Und es freut mich, dass die eBook-Ausgabe wieder einen festen Platz im dotbooks Programm erhalten wird.

Und wenn Euch die zweite Anthologie genauso begeistern kann, dann verrate ich jetzt schon, dass ich für eine dritte Ausgabe weitere fantastische Autoren gewinnen konnte.

 

So macht die Arbeit maximalen Spaß!

 

Falls Ihr noch ein Exemplar der ersten Anthologie mit einem individuellen Zombie verschenken möchte, schreibt bitte das Stichwort „X-MASZOMBIE“ als Anmerkung zur Bestellung hier im Shop (Gültig bis zum 10.12.15).

 

Ansonsten wünsche ich Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit und sage:


Augen auf beim Tannenbaumkauf!




Hier könnt Ihr Euch eintragen, wenn Ihr informiert werden möchtet, sobald der Titel im Handel und im Briefgestöber-Shop vorbestellbar ist und welche Sonderaktionen geplant sind.

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.



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Horror und Familie? Wie soll denn das gehen?

Das liebe ich so an meiner Arbeit: Ich kann die Themen, die für mich eine Rolle spielen, alle unter einen Hut bringen. Tatsächlich empfinde ich das als den größten Luxus meiner Selbstständigkeit.


Ich wurde heute (mal wieder) gefragt, wie Horror und Erziehungsratgeber zusammenpassen. Meine Antwort ist dann immer "Ach, Horror und Familie liegen doch dicht beieinander", was natürlich nur ein Scherz ist.


Aus "thematischer Notwenigkeit" fing meine Verlagstätigkeit mit dem Kur-Ratgeber an, der inzwischen in dritter Auflage beweist, dass Familiengesundheit ein extrem aktuelles Thema in unserer Gesellschaft ist und auch bleiben wird. Und seit drei Jahren bereichert Gundula Göbel mein Verlagsprogramm mit Büchern, die Familien in vielen Krisensituationen aus der Not geholfen haben. Die Idee zu dem bindungsstärkenden Adventskalender hat bei mir natürlich sofort offene Türen eingerannt.

Und da ist er und sieht verdammt gut aus. Da ich bislang noch keine Kalender in meinem Programm hatte, war ich gespannt, wie die Umsetzung letztendlich aussehen würde und freue mich wie eine Schneekönigin, dieses Produkt nun in den Händen zu halten.


Tine Falk hat gestalterisch ganze Arbeit geleistet und die kleinen Erklärungen neben den Ideen für die Adventszeit tragen nicht nur zur Stärkung der Bindung bei, sondern auch zur Stärkung selbstbewusster Eltern. Das, was für eine gute Bindung wie das Salz in der Suppe ist, steht immer im Vordergrund: Gemeinsam Spaß haben!


Und der Kalender ist so stabil geworden, dass er für viele Jahre ein schöner Begleiter durch die Adventszeit sein kann. Und nun wollen wir den Horror nicht vergessen:


Es ist ganz simpel: Ich schreibe Horrorgeschichten genauso gerne wie Thriller, Phantastik und Ratgeber.


Ich möchte mich nicht auf ein Genre festlegen. Das wäre, als müsste ich mir aus einem Tuschkasten drei Farben aussuchen, um ein Bild zu malen.


Spannender Weise ist mein aktuelles Werk ebenfalls für die Adventszeit gedacht, auch wenn Weihnachten nur am Rande eine Rolle spielt. Frau Holle kommt auf die Erde, weil aus irgendeinem Grund kein junges Mädchen als Sklavin mehr zu ihr kommt. Was sie nicht weiß:

Sie wird bereits erwartet!


Diese Märchenvariante ist brutal, magisch und böse. Genau das Richtige für einen Nachmittag mit Kerzenschein, heißem Tee und gemütlich dunklen Stunden.



Ob nun mit schönen Familienaktivitäten oder einer Prise Horror - Hauptsache, ihr macht es euch schön! Kommt gut in die kalte Jahreszeit und habt Spaß!



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Dieses Jahr machen wir alles anders ...

Weihnachten war bei mir zuhause immer der Inbegriff von Gemütlichkeit, Zusammenhalt und Wärme. Es wurden heißer Kakao getrunken, selbstgebackene Kekse gegessen und Geschichten vorgelesen.


Ich habe derartige Momente stets als Selbstverständlichkeit erachtet, nicht nur für meine Familie sondern auch alle anderen. Also damals zumindest, als ich noch reine Nutznießerin war und ich nichts über zerrüttete Familien und andere Schwierigkeiten wusste.


Die Gesellschaft hat sich seitdem sehr gewandelt. Stress und Zeitlosigkeit haben den Alltag erobert und durch die permanente Erreichbarkeit, wird teils mehr auf das Handy als auf seine Mitmenschen geschaut. Wer testen möchte, wie sehr er in diesem Automatismus schon drin steckt, kann sein Handy ja mal einen Tag ausgeschaltet zuhause liegen lassen.


Handys, Computer, Arbeits- und Freizeitstress gehören heute nun mal zum Leben dazu. Ich persönlich mag das Rasante daran sehr. Gerade als Verlegerin habe ich durch die sozialen Netzwerke und die schnellen Kommunikationswege viele Möglichkeiten hinzugewonnen und möchte nichts davon missen.

Und trotzdem ist eine regelmäßige Entschleunigung dringend notwendig. Ob nun im Bezug auf Kinder, Partner, Familienangehörige, Freunde oder Kollegen sind Achtsamkeit, Anerkennung und Nähe die Energiequellen, die jedem einzelnen helfen, wieder aufzutanken und selbstsicher und zufrieden die täglichen Anforderungen zu meistern. Wenn abendliche Gespräche wie folgt laufen, gewinnt niemand etwas Positives hinzu:

„Ich bin so gestresst, ich will nur noch aufs Sofa fallen.“

„Was soll ich denn sagen? Mein Tag war total anstrengend.“


Und wenn Eltern ihren Kindern aufzählen, warum sie gerade zu ko sind, um etwas mit ihnen zu spielen, dann trägt man dazu bei, dass auch die Kleinen auf diesen freudlosen Zug mit aufspringen.


Ich schrieb es schon mal: Als Gundula Göbel damals mit der Idee zu Schrei nach Geborgenheit zu mir kam, war meine erste Reaktion „Die Welt braucht dieses Buch!“

Etwas, das ich auch nach vier Jahren Zusammenarbeit noch doppelt und dreifach unterstreiche. Es ist so simpel, seinen Mitmenschen und dadurch auch sich selbst etwas Gutes zu tun. Man muss sich nur immer wieder bewusst machen, welche Prioritäten tatsächlich wichtig sind. Muss ich genervt sein, weil mein Kind gerade in mein Handyspiel reinquatscht oder lege ich es einen Moment weg, um aufmerksam zuzuhören? Muss ich Dinge tatsächlich sofort erledigen oder kann ich die Zeit nicht erst mal meinen Kindern schenken?

 

Kommen wir also wieder zur Weihnachtszeit.


Natürlich sollten die Tage grundsätzlich zu Gunsten unserer Mitmenschen das ganze Jahr auf Zuwendung, Anerkennung und gemeinsame Momente ausgelegt sein, aber die Weihnachtszeit hat diese besondere Atmosphäre, die wie für Gemeinsamkeit gemacht ist. Draußen ist es früh dunkel, an manchen Tagen zeigt sich die Sonne gar nicht, und in den warmen Häusern können wir es uns so richtig schön gemütlich machen. 

Aber was tu man nun mit seinen Kindern? Alle sind gestresst, Ideen werden gerne zu Streitthemen, weil die Geschwister lieber miteinander konkurrieren statt konstruktiv mitzuplanen. Der eine möchte vielleicht Kekse backen, die andere ein Märchen lesen, während die Eltern sich vorgestellt haben, einen Spaziergang zu machen. 

In dem bindungsstärkenden Advents-kalender werden 24 Ideen für jeden Tag der Adventszeit vorgestellt, die für jedes Alter anwendbar und leicht umzusetzen sind. Die Kinder nehmen die Vorschläge gerne an, weil das Adventskalenderprinzip eine Willkommene Abwechslung ist. Und sie freuen sich auf das tägliche, verbindliche Miteinander. Egal ob Kleinkind oder Teenager. Die Kindheit ist in der Regel der kürzeste Abschnitt des Lebens, aber gleichzeitig auch das Fundament jeder Persönlichkeit. 

 

Bei allem Stress und der Möglichkeit, Dinge auf morgen zu verschieben, kommt irgendwann der Tag, an dem die Kinder „plötzlich“ schon Erwachsene sind.

 

Und je stärker die Bindung ist, umso selbstsicherer gehen wir durchs Leben – egal in welchem Alter.

 

Es lohnt sich immer und zu jeder Zeit, den Spaß am Miteinander neu zu entdecken.

 

Als Beispiel verweise ich gerne nochmals auf mein Blechkuchendesaster.

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Abschied nach fünf Jahren

Wer mein Schaffen schon etwas länger verfolgt weiß, dass Briefgestöber, bevor es ein Verlag wurde, die Plattform für meine unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche war. Da ich anfänglich eine „Briefkastenkolume“ starten wollte, entstand der Name Briefgestöber, aber letztendlich wurden die Kinderschuhe von meinem Engagement für Familiengesundheit und kreatives Schreiben zusammengehalten.


Ich schaue sehr gerne auf die Anfänge zurück und bin stolz, mit den unterschiedlichen Briefgestöber Ratgebern und Gasttiteln vom Kindermund Verlag weiterhin einen wertvollen Beitrag zum Thema Familiengesundheit leisten zu können. Allerdings muss ich mich aus der aktiven Kur-Beratung nun endgültig zurückziehen. Fünf Jahre habe ich ehrenamtlich Müttern und Vätern bei Beantragungen dieser stationären Maßnahmen geholfen und basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen wichtige Themen in den Fokus gerückt. Es war bereichernd, so viele tapfere Frauen kennenzulernen, die unsagbar belastende Lebenssituationen meistern mussten und dennoch niemals ihren Mut verloren haben. Und zu sehen, dass diese Maßnahmen im positivsten Sinne lebensverändernd sein können, ist der eigentliche Lohn für mein Tun.


Es freut mich, dass der gute Kontakt zum Mutter-Kind-Hilfswerk und zur Kurhilfe nicht abreißen wird. Ich bedanke mich für die hervorragende Zusammenarbeit bei so vielen Mitarbeitern unterschiedlicher Kliniken und Vereinen, das nette Miteinander unter Kolleginnen und das Vertrauen, das mir die Familien geschenkt haben. 


Nach fünf Jahren ist es kein leichter Schritt, aber der Tag hat leider nur 24 Stunden und zu meiner großen Freude, kann ich mich nun viel mehr auf meine Manuskripte konzentrieren.


Außenstehenden mag die Thematik „Mutter/Vater-Kind-Kur“ seltsam vorkommen. Für erschöpfte oder chronisch kranke Mütter und Väter ist es die Chance, etwas zu verändern. Als ich 2007 mit meinen Kindern zur Kur fuhr, gab es nichts von alldem, was ich heute mit Begeisterung mache. Dort setzte ich mir neue Ziele und ging an die Arbeit, um dem Burnout den Kampf anzusagen. Und das ist genau das, was ich Familien auch weiterhin mit auf den Weg geben möchte: 


Es gibt nur eine einzige Endstation. 

Und auf dem Weg dorthin ist alles möglich!


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Regretting Motherhood - ein schwieriges Thema

Da das Thema gerade so heiß diskutiert wird, habe ich die Autorin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Gundula Göbel gebeten, etwas zu diesem Thema zu schreiben:


Das Thema berührt mich sehr! So kompetente und liebevolle Mütter können ihre Mutterrolle nicht annehmen. Viele der Mütter sind in ihrer Mutterrolle unglücklich, stark belastet von der hohen Verantwortung und fühlen sich unfrei. Ich bin nicht verwundert, dass dieses Thema nun Öffentlichkeit braucht. Ich bin Mutter von zwei erwachsenen Kindern von 20 Jahren und 22 Jahren. Die sozialen Netzwerke verfolge ich mit viel Interesse. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob ich heute noch Kinder haben wollte und dieses Glück hätte so genießen können wie ich es getan habe.


Der enorme Druck besonders für Mütter ist fast nicht auszuhalten. Unsere Gesellschaft macht die Urgefühle für Kinder und das Mutter-/Familien-sein fast kaputt. Wenn eine Mutter sich entscheidet, für das Kind zu Hause zu bleiben, ist sie eine komische Hausfrau oder Herdprämienmutter, wenn sie das Kind in die Krippe bringt, vernachlässigt sie ihr Kind. Egal wie sich eine Mutter entscheidet, alle urteilen darüber. Da verliert man wirklich die Lust an der Mutterrolle. Es beginnt schon viel früher: Ich muss das Kind im Tragetuch tragen! Wenn ich mich für den Kinderwagen entscheide, ist das Geschrei bei Facebook groß: „ Kinder mit guter Bindung müssen im Tragetuch groß werden“, „Das Familienbett ist das Beste für alle Babys und Kinder - sonst vereinsamt das Kind in seiner Wiege.“ 

Wer fragt, ob es für diese Eltern passt oder ob sie sich zu eingeengt und überfordert fühlen durch zu viel Nähe des Kindes? Ständig wird verurteilt, aber wo ist das Bauchgefühl der Mütter geblieben? Warum erlauben sich Foren und soziale Netzwerke, Eltern und besonders die Mütter so zu verurteilen? Den Job, indem ich alles falsch mache obwohl ich mein Kind liebe, würde ich auch kündigen wollen. Warum unterstützen wir nicht lieber Mütter, die Freiraum benötigen oder ambivalent zu ihrer Mutterrolle stehen? Ich lese auch zu diesem Thema gerade in den Medien zu viel bewertendes, ob Mütter diese Gefühle haben dürfen. Jeder darf seine Gefühle haben und wir sollten bereit sein, hinzuhören und zu verstehen und nicht zu bewerten.


Die Mutterrolle ist eine undankbare Position, leider wird sie auch von vielen Vätern dazu degradiert. Mütter haben mir erzählt, dass sie in ihrem Beruf viel Anerkennung und viel Wertschätzung ihrer Person erhielten. Seitdem das Baby da ist, haben sie viel Kritik erfahren, die Wäsche ist nicht fertig, das Kind schreit zu viel, sie „trinken den ganzen Tag nur Kaffee“ oder „ruhen sich aus“. Sehr wenig Freunde, Väter oder Eltern erkennen die große Leistung, ein Kind liebevoll zu versorgen und zu begleiten, wirklich an. Das ist sicherlich auch ein Grund, dass so wenige Kinder geboren werden. Wir müssen alle unser Herz öffnen, um das wirkliche Glück als Vater und Mutter zu spüren. Wie ich schon in meiner Broschüre „Emotionale Hungersnot“ beschrieben habe, können wir das emotionale Band zum Kind oftmals  nicht spüren, da durch zu viel Bewertung von Außen, Zeitdruck  und durch eigene Bindungserfahrungen unser Bauchgefühl verschlossen ist.


Mütter die ihre Mutterrolle nicht annehmen können, sollten diese Rolle überdenken und vielleicht für sich neu definieren und nicht für die Außenwelt. Eine gute Bindung zum Kind ist dennoch möglich. Das Kind benötigt die Verlässlichkeit von Vater und Mutter. Personen außerhalb der Familie, z.B. Paten, Freunde etc. können vielleicht einen Teil der Verantwortung zum Kind mit übernehmen. Mütter sollten sich erlauben, ihre Freiheit zu leben und für eine gute Versorgung des Kindes zu sorgen. Die Väter haben eine große Verantwortung zu tragen und  ganz konkret die Vaterrolle auszubauen. 


Manchmal ist es für Mütter auch schwierig die Mutterrolle auszufüllen, da sie als Kind selbst zu wenig emotionale Nähe und Versorgung erfahren haben und  ihr Bindungsmuster insgesamt unsicher oder ambivalent ist. Bei der Übernahme der Verantwortung für das Kind  oder die Verantwortung zum Partner sehen sie sich schnell überfordert und eingeengt. Das gleiche gilt auch für Väter mit einem unsicheren oder ambivalenten Bindungsmuster. Manchmal ist professionelle Hilfe notwendig, um seinen eigenen Lebensweg zu gestalten und seine Mutterrolle neu zu definieren.

 

Gefühle von „ Ich könnte mein Kind zum Mond schicken“ bis „ Mein Kind ist das Wunderbarste“ gehören dazu. Eltern von kleinen Kindern sollten die sozialen Netzwerke als Ratgeber meiden und ganz ihrem eigenen Bauchgefühl trauen.    




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Aktionspreis und Gäste im Shop

Gundula Göbel war am vergangenen Wochenende auf der Babywelt Messe in Hamburg mit einem Stand vertreten und hat nach all den konstruktiven Fachgesprächen vorgeschlagen, die Broschüre für einen Aktionszeitraum im Preis zu senken.

Ich finde diese Idee großartig und deswegen wird die Aktion auch sofort umgesetzt:


Bis zum 13.4.2015 ist die Broschüre „Emotionale Hungersnot“ für nur 5 € erhältlich. In Verbindung mit dem Ratgeber „Schrei nach Geborgenheit“ kostet sie sogar nur noch 3,10 €. 


Nur solange der Vorrat reicht!




Und für gute Laune und die Sonnenseite des Elternseins wurde im Briefgestöber Shop der Titel


„Mama ist ein Prachtgaul!“ vom Kindermund Verlag mit aufgenommen.


Die gesammelten Zitate wurden hochwertig illustriert und in einem kleinen Heft zusammengestellt. Auch als kleines Mitbringsel wunderbar geeignet.


Wie sagte meine Tochter mal so schön: "Ich mache die Gummistiefel in der Pfütze sauber, weil sie nass vom Schnee sind."


Ganz neu ist auch der Ich-Pass für Kinder vom Kindermund Verlag im Briefgestöber Programm. 

Zum Inhalt:

Wem bin ich wichtig? Wann mag ich mich am liebsten? Wer sind meine Freunde? Wo brauche ich Hilfe? Wovon träume ich? Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Also: Wer bin ich und was macht mich aus? Spannende Fragen, die alle Menschen bewegen …

Ein Pass gibt Auskunft über Name, Wohnort, Alter, Größe, Haar- und Augenfarbe. Der ICH-PASS für KINDER  gibt Menschen von 5 bis 11 Jahren die Möglichkeit, aufzuschreiben und zu gestalten, was sie denken und fühlen. So entsteht ein unverwechselbares Dokument der eigenen Persönlichkeit.

Das ist aber noch nicht alles. Denn wir haben auf vier Seiten die wichtigsten Punkte der UN-Kinderrechte aufgeschrieben. Und zwar so, dass sie von Kindern verstanden werden können. Und wir haben vier MUT-Karten zum Heraustrennen entwickelt. 

 

Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit!

Humor und Gelassenheit sind in fast allen Lebenslagen die besten Begleiter.

 

Hier geht es zum Shop



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Ein Hoch aufs Bauchgefühl!

Ein Hoch aufs Bauchgefühl!

 

Heute möchte ich mal eine Lanze fürs Bauchgefühl brechen. Man kann es auch Instinkt oder Intuition nennen, Fakt ist, dass wir Entscheidungen unterbewusst recht schnell treffen, aber der Verstand mit dem Abwägen des Für und Wider teils ewig braucht.

 

In vielen Bereichen ist es ja sinnvoll, dass der Verstand das letzte Wort hat, aber wenn ich sehe, wie frischgebackene Eltern verunsichert werden, weil ihnen eingeredet wird, sie könnten ja gar nichts richtig machen, dann wird es Zeit, dass mal jemand deutliche Worte spricht! Und Achtung: Ein Hauch Sarkasmus könnte den einen oder anderen Satz prägen.

 

Durch die Zusammenarbeit mit Gundula Göbel, meine Tätigkeit als Kur-Beraterin und eigenen Erfahrungen mit schreienden Wonneproppen, habe ich inzwischen einiges gehört, was frischgebackenen Eltern so an den Kopf geworfen wird. Kinder seien unruhig, weil man in den ersten Wochen mit ihnen in einen Supermarkt gegangen ist, weil man selbst ja schrecklich nervös sei (hysterische Erstlingsmama), man dem Baby während der Schwangerschaft nicht genügend Aufmerksamkeit zukommen ließ, das falsche füttert, ... und wer weiß, vielleicht auch, weil der Mann im Mond gerade einen schlechten Tag hat und deshalb die Gezeiten ändert.

  1. Kinder müssen ab und an einfach nur schreien, sie haben schließlich eine Menge zu verarbeiten.

  2. Manchmal haben Kinder ganz eigene Probleme, die Eltern behandeln können, aber nicht verursacht haben.

  3. Dass heutzutage so viele Kinder als anstrengend empfunden werden, ist ebenso ein gesellschaftliches Problem. Nicht nur Eltern sind Vorbilder, die Mitmenschen, denen man tagtäglich begegnet, tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Wer z.B. zuletzt beim Einkaufen mal in die Gesichter der Kunden und Angestellten gesehen hat, wird sicherlich festgestellt haben, dass Anspannung und Stress vorherrschen.

  4. Der Umgang mit unseren Nahrungsmitteln ist definitiv auch nicht außer Acht zu lassen. Die kleinen Körper müssen sich auf Schadstoffe, künstlich verändertes Getreide und Medikamente einstellen, die dann auch noch verdaut werden sollen. Wenn man da keine Bauchschmerzen bekommt, wann dann? Ob nun über die Muttermilch oder direkt, das gehört zu unserem heutigen Lebenswandel dazu. Egal wie viel Mühe sich die Eltern geben, das einzudämmen.

 

Die Liste kann man gerne noch weiterführen, wenn man Ursachenforschung für Unruhe und Geschrei betreiben möchten. Sicher findet man die Antworten auch übers Handy, das man an die 50x am Tag in der Hand hat.

Wenn also erschöpfte Eltern sich der allgemeinen Kritik stellen müssen, weil sie doch ab und an unter Menschen gehen, dann ist es oftmals mit folgenden Beispielen zu vergleichen:


  1. Einem eingegipsten Mann sagen, es sei gesünder, sich nicht alle Knochen zu brechen.

  2. Einem Bäcker erzählen, wie man Brote backt.

  3. Salz zur offenen Wunde reichen.

  4. Oder einen Sack Zement auf die Schultern wuchten, weil ganz offensichtlich ein leidenschaftlicher Packesel vor einem steht.

 

Es gibt diesen Spruch: „Was ist das Gegenteil von gut? Gut gemeint!“

Ich möchte all jenen, die es erschöpften Eltern schwer machen, nicht in Abrede stellen, dass gute Absichten sie zu ihren Äußerungen verleiten.

 

Aber ich möchte einmal deutlich sagen, dass von der Natur vorgesehen wurde, dass jenen, die Kinder bekommen, die Kompetenz innewohnt, ein Gespür für den eigenen Nachwuchs zu entwickeln – und das vom ersten Tag an.

Wenn das Bauchgefühl sagt, ich muss meinem Kind Nähe geben, dann braucht das Kind mit ziemlicher Sicherheit Nähe.

Wenn es sagt: „Lass es mal schreien“, dann wird auch das okay sein. Es gibt schließlich keine Patentlösungen, die auf alle Kinder gleichermaßen angewendet werden können.

 

Schenkt man den Eltern genügend Selbstvertrauen, indem man ihnen auch ab und an mal sagt, was sie alles super machen, dann werden sie auch ungehindert ein Gefühl dafür entwickeln können, wann man nachgiebig oder konsequent sein muss, damit Liebe, Grenzen, Geborgenheit und die wichtigen Regeln des Lebens vermittelt werden.

 

Und falls dann doch mal Kritik oder ein guter Rat angebracht ist, kommt er viel besser an, wenn er von jemanden kommt, der auch gleichermaßen loben kann.

 

Ein guter Schritt, Familien wieder annehmlich für alle in die Gesellschaft einzuführen, wäre es, wenn Kinder auch wieder gerngesehene Mitglieder wären und kein Grund für böse Blicke oder pädagogische Nachhilfestunden an der Kasse.

 

Wie wir unseren Kindern helfen können, selbstbewusste Menschen zu werden, beschreibt Gundula Göbel in ihren beiden Ratgebern „Schrei nach Geborgenheit“ und „Emotionale Hungersnot“. Beide Bücher möchte ich jedem, der mit Kindern lebt oder arbeitet wärmstens ans Herz legen, weil beide Bücher den Druck von den Schultern nehmen und genau das wieder in den Fokus setzen, was tatsächlich von Bedeutung ist:


Nähe, Geborgenheit und Bauchgefühl!







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Danke! Danke! Danke!

Wow, schon wieder Weihnachten.

Mal ehrlich, irgendwann in der Mitte des Jahres wird die Zeit auf Turbogeschwindigkeit umgestellt, oder?


2014 ist bislang ein vielseitiges Jahr, das einige Highlights mit sich brachte. Besonders die Zusammenarbeit mit den Autorinnen/Autoren, der Lektorin, Setzerin, Druckerei, dotbooks, Buchhändlern, PR-Agentur und den Bloggern im Rahmen der Anthologie AUS DUNKLEN FEDERN hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.


Ein solch umfangreiches Projekt zu konzipieren und professionell umzusetzen, war eine ganz neue Herausforderung für mich. Ich habe die Beteiligten gerne mit spontanen Ideen und Wünschen ihre flexiblen Seiten zeigen lassen, und das Endprodukt kann sich sehen lassen. Außergewöhnlich ist, dass diese Anthologie nicht nur als Print- und eBook-Ausgabe erhältlich ist, sondern bald auch als Hör-Version erscheint. Die Verträge sind unterschrieben und weitere Informationen folgen Anfang des Jahres.


Die Anthologie hat ihre Feuertaufe überstanden und viel Lob kassiert. Und dafür bedanke ich mich bei allen, die dazu beigetragen haben. Besonders Markus Heitz, Hanka Jobke und Vincent Voss, die auf die letzten Meter noch jeweils eine Bonusgeschichte aus dem Hut gezaubert haben!

Inzwischen arbeite ich auch schon seit zwei Jahren mit Gundula Göbel zusammen. Ihr Ratgeber SCHREI NACH GEBORGENHEIT trifft den Nerv der heutigen Gesellschaft. Eltern stehen derzeit vor gänzlich anderen Problematiken als Eltern vor 10 - 20 Jahren. Wenn man mal zurückblickt, ist nicht nur der rasante technologische Fortschritt bemerkenswert, sondern auch der Wegfall der familiären Vorbilder. Wo früher noch die klassische Rollenverteilung klare Strukturen schaffte, ist es heute selbstverständlich und meist auch notwendig, dass beide Elternteile und selbst die Großeltern zur Arbeit gehen.

 

Es gibt kaum noch Gegenden, wo man die Kinder bedenkenlos rausschicken kann und sie auf Spielplätzen auf andere Kinder treffen, klettern und spielen. Es geht nicht darum, was besser oder schlechter war/ist oder warum es sich geändert hat. Vielmehr ist ein Umdenken nötig, um trotz allem als Familie glücklich und gesund zu sein.

 

 

Ergänzend zu den Ratgebern SCHREI NACH GEBORGENHEIT und DER WEG ZUM KUR-ERFOLG erscheint nun die Broschüre EMOTIONALE HUNGERSNOT, die viele wichtige Punkte praxisnah und hilfreich auf den Punkt bringt.

 

Auch bei Gundula Göbel bedanke ich mich herzlich für die tolle Zusammenarbeit!


Ein weiteres Highlight war natürlich die Veröffentlichung meines Thrillers BLINDE SEKUNDEN (dotbooks). Einen Debütroman endgültig loszulassen, ist eine emotional heikle Angelegenheit. Ich hatte jedoch das große Glück, nicht nur fantastische Testleser zu haben sondern auch großartige Menschen an meiner Seite zu wissen, die sich wohlwollend um mein Werk gekümmert haben. Vielen Dank Thomas Schmidt, Ralf Reiter und Timothy Sonderhüsken – mögen noch viele Romane folgen!

 


Es gibt noch viele Menschen, bei denen ich mich für so unterschiedliche Dinge und Begebenheiten bedanken möchte. Man möge es mir bitte nachsehen, dass ich nicht alle einzeln aufzähle. Teil eines so großartigen sozialen und beruflichen Netzwerkes zu sein ist eine riesige Bereicherung! VIELEN DANK!

 






Und nun wünsche ich allen schöne und besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

Denkt immer daran: Es ist nicht zu spät, kreativ zu sein!

 

Eure Sonja

 

 


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Einbruch in mein Schreiblabor

Ich wollte noch wütend hinterher stürmen, als dreiste Einbrecher zum Hohn noch diesen Schnappschuss machten, flüchteten und mir später das Bild anonym zukommen ließen. 


Die Spuren im Netz verloren sich irgendwo bei http://influenza-bookosa.de/aba/

Und ich musste die Suche schließlich aufgeben.


Um zu vermeiden, dass die heimtückischen Verbrecher Geld mit meinen geheimen Aufzeichnungen zu BLINDE SEKUNDEN machen können, stelle ich hier nun die Notizen meines Autorentagebuchs Zähne knirschend online:

Geheime Notizen aus meinem Autorentagebuch

Diese Fotos schiebe ich nun schon seit Stunden hin und her, aber was wollen sie mir sagen?

Mann, Mann, Mann, ich sollte an meinem Fantasyroman weiterschreiben statt meinen Schreibtisch mit diesen Bildern vollzumüllen. "Du muss mal kreatives Schreiben ausprobieren", haben sie gesagt. "Das ist voll inspirierend", haben sie gesagt ...


Ringelsocken, socken ringeln, Ringelreim der singenden Socken ... wo war das noch? Ah ich weiß, im Hotel in Passau. Erinnert mich an die Schwester einer Freundin, die auch gerade in einem Hotel war, aber nicht um Urlaub zu machen.

Wie kann man nur 'ne Affäre toll finden?

Affäre ... Moment, was wenn sie beobachtet wird? Oh, und was, wenn man sie einsperrt?

Es könnte ja ein Serienmörder seinen Opfern in Luxushotels auflauern? Es müsste so ein richtig perfider Typ sein. Oh ja, wie dieser eine Schauspieler, ... wie hieß der noch? (Notiz für später: Drei Engel für Charly 2 nochmals gucken - oder war das Teil 1? Verdammt, ich werde alt!)


Aber das alleine reicht nicht. Es müsste noch einen weiteren Handlungsstrang geben. Ein Mann, nein, ein erfolgreicher Arzt, der um das Leben seiner vollkommen gestörten Frau kämpft. Ja, das klingt super.

Vielleicht ist kreatives Schreiben ja doch nicht so doof?


Aber ich schreibe nur eine Kurzgeschichte, vielleicht eine Novelle? 

Kein ganzes Buch, ich bin ja schließlich keine Thrillerautorin!


Was, wenn da ein Kommissar die Ermittlungen übernimmt, der kurz vor seiner Pensionierung steht und eigentlich gar nicht an der Suche beteiligt sein sollte? Werden noch Spürhunde eingesetzt? Ja, klar, also jetzt mach dir mal keinen Knoten in den Kopf! 


Und alle Figuren streben nach Glück und Frieden ... Kann ich überhaupt ein Happyend schreiben?


Wie dem auch sei, ich gebe dieser Schreibübung zehn Minuten, dann mach ich was anderes ...



Anmerkung zu diesem Tagebucheintrag:

Ähm, also was soll ich sagen, so fing es nun mal an. Ich wollte tatsächlich an meinem Fantasyroman arbeiten, als BLINDE SEKUNDEN zufällig und mitreißend dazwischen kam. 

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Deltaradio Horrorlesung mit Vincent Voss

Die Horrorlesung von Deltaradio mit Vincent Voss und der Boo Crew klang schon recht vielversprechend, aber als wir in der Kinobar auf den Einlass warteten und der erste Zombie um die Ecke kam, wusste ich, dass es großartig werden würde.


Die Gäste wurden schon vor der Show ordentlich erschreckt und für die Lesung in Stimmung gebracht. Ich wurde begleitet von meinem Mann und meiner Kollegin Nicole Zöllner, an der die Zombies gleich einen Narren gefressen hatten. Wann immer hinter ihr ein Zombie auftauchte, musste ich schon schmunzeln, weil sie sich so herrlich erschreckte.

Die Gäste lachten und standen mit den Rücken zur Wand. Dann wurden die Tore geöffnet und wir konnten den Kinosaal betreten. Die Boo Crew überzeugte weiterhin mit gekonnten und wohldosierten Zombieattacken, so dass man sich auch während der Lesung immer wieder umschaute, ob nicht doch ein Zombie angeschlichen käme.


Vincent Voss las zuerst aus „Ich bin böse“. Schon nach wenigen Sätzen wurde die Kälte der Geschichte spürbar und ich werde mir das Buch auf jeden Fall kaufen müssen, um die Auflösung dieser mit Grauen durchzogenen Geschichte zu erfahren. Aber besonders spannend ist es, wenn Vincent Voss seine sehr angenehme Stimme gekonnt von erschreckend laut bis bedrohlich leise variiert.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit der Kurzgeschichte „Farben des Frühlings“ aus der druckfrischen Anthologie „Aus dunklen Federn“. Die erste Feuertaufe, und für mich als Herausgeberin war es ein besonderer Moment, den fertigen Text vom Autoren selbst vorgelesen zu hören.

 

Und jedes Mal, wenn das Licht ausging, passierte etwas. Eine Frau schrie in Ketten, ein Mann wurde aus dem Publikum gerissen und aus dem Saal geschleift. Ein schaurig schönes Schauspiel.

 

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung von Deltaradio, die viele Besucher auf positive Weise zum Schreien brachte. An diesem Wochenende liest Vincent im Hamburger Dungeon. Wer sich also so richtig schön gruseln möchte, wird dort genau richtig sein.

 

Wer dies lieber im sicheren Zuhause genießt, kann sich an „aus dunklen Federn“ wagen.

 

Viel Spaß!

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Frankfurter Buchmesse 2014

Ich packe meinen Koffer und nehme meinen Reader mit ...

 

Die Tage vor der Buchmesse sind immer wieder besonders. Im Kopf drehen sich die Gedanken, ob man an alles gedacht hat, während die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen, meinen Lieblingsbloggern, meinem Agenten und dem Team von dotbooks immer mehr steigt.

 

Claudia Toman von Traumstoff hat noch schnell grafische Feuerwehr-Arbeit geleistet. Nun ist alles bestellt und abgehakt (und ich sag’s immer wieder: Es macht so einen unfassbar riesigen Spaß mit Profis zusammen zu arbeiten) und jetzt kann ich mit einem richtig guten Gefühl die Reise nach Frankfurt antreten.

In diesem Jahr gibt es zwei Premieren im Zuge der Buchmesse:


1.

Ich hab meinen Reader im Gepäck und werde seit langem mal wieder ein fertig verlegtes Buch lesen. Dank der Handlichkeit dieses kleinen Gerätes kann jede Pause und Wartezeit genutzt werden. Seit Jahren lese ich nur Manuskripte, wird ja auch Zeit, dass sich das wieder ändert. 


2.

Dies wird die erste Buchmesse sein, bei der mein Thriller BLINDE SEKUNDEN am dotbooks Stand ein kuscheliges Zuhause gefunden hat. Ich freue mich, offiziell zur dotbooks Familie zu gehören, da mein Herz schon seit langem für diesen eBook-Verlag schlägt.

 

Das werden schöne Tage, bevor der Versand für AUS DUNKLE FEDERN vorbereitet werden kann. Ich freue mich schon, den Versandtaschen-Berg im November zur Post zu bringen. Da noch ein paar Zeichnungen hinzugekommen sind, lohnt sich die Vorbestellung über den Briefgestöber-Shop.

 

In diesem Sinne packe ich nun weiter meinen Koffer und wünsche allen Messebesuchern viel Spaß, Inspiration und Erfolg!

 

Auf geht’s!

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Testleser-Checkliste

Um aus einem Manuskript einen richtig guten Roman zu machen, braucht man unter anderem auch Testleser. 


Es hilft einem nicht viel, wenn man das Manuskript an jemanden weitergibt, der anschließend nur sagt „Ist super“ oder wenn sich wohlwollende Menschen überschlagen vor Begeisterung, ohne konstruktive Anmerkungen zu machen.


Fakt ist, dass selbst die Profis keine perfekten Texte schreiben, die ohne Überarbeitung gedruckt werden. Vielleicht gibt es die eine oder andere Ausnahme, ich persönlich kenne keine. Das wäre, als würde man einen Baum zerteilen, in Stücke sägen, daraus einen Tisch zimmern und nichts mehr schleifen müssen.


Ich liebe den Dialog mit meinen Testlesern, die dafür sorgen, dass ich ein Gefühl für die Wirkung meines Textes bekomme. Immerhin weiß ich, was in meinem Kopf für Bilder sind, die ich beschreiben will, aber ich weiß nicht, ob es auch genauso funktioniert. Wenn man Kritik als Beurteilung eines Textes und nicht als Schnitzeljagt nach Fehlern versteht, dann fängt es an, richtig Spaß zu machen. Für Testleser und Autoren gleichermaßen.


Für alle, die es gebrauchen können, habe ich eine Testleser-Checkliste erstellt. Sie soll Autoren dabei helfen, potenziellen Testlesern zu vermitteln, worauf es bei der Beurteilung des Textes ankommt.


Ihr könnt sie kostenlos runterladen, ausdrucken, für den persönlichen Gebrauch kopieren und an Testleser weitergeben.


Habt Spaß bei der „Quälerei“ mit euren Texten!


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Testleser-Checkliste
Worum geht es beim Testlesen? Wie wird die Zusammenarbeit produktiv?
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Kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben dient nicht dazu, das Autoren-Handwerk zu erlernen, damit man anschließend Bücher veröffentlichen kann, und dennoch trainiert es Fähigkeiten, die man als Schriftsteller braucht.

 

Kurz und vereinfacht übers kreativen Schreiben:

Im Ideenreich sind die jeweiligen Kurse so aufgebaut, dass jeder Abend thematisch mit kurzen und längeren Übungen gestaltet wird. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es wird mit Gerüchen, visuellen oder auch akustischen Inspirationen gearbeitet. Die eigene Biografie dient als Fundus für Gedichte, spontane Texte oder ganze Kurzgeschichten.

 

Ein Beispiel:

 

1 Übung:

Damit alle ihren Kopf etwas „freischreiben“ verfasst jeder einen spontanen Text über „Was wäre, wenn heute etwas anders gelaufen wäre?

 

Das Vorlesen ist kein Muss, aber je nach Gruppendynamik verlieren sich eventuelle Hemmungen bereits mit der ersten Schreibaufgabe. Und als Schreibanleiter schreibt man immer mit!

 

2. Übung

Jeder notiert eine philosophische „Was wäre wenn ...Frage“ auf einem Zettel und wirft ihn in den Lostopf.

 

Beispiel: Was wäre, wenn die Erde doch eine Scheibe wäre?

 

3. Übung

Jeder notiert ein Genre, einen Ort und eine Zeit.

Anschließend wird aus dem Lostopf eine Frage gezogen und die Aufgabe für die längere Schreibübung lautet:

 

Schreibe aus der Perspektive eines Detektivs in dem notierten Genre (Western, SiFi, Krimi ...), wie er/sie zur notierten Zeit an den notierten Ort geht, um einen Umschlag mit einer Aufgabe zu suchen. Die „Was wäre wenn ...Frage“ ist das Lebensthema dieser Person, mit dem sie sich während ihrer Tätigkeit gedanklich beschäftigt.

 

Dafür erhält jeder einen Umschlag, der jeder Zeit geöffnet werden kann, wenn in der Kurzgeschichte der Auftrag gefunden wird. In diesem Fall enthielten die Umschläge alle ein Foto von dem Gemälde „Mona Lisa“ mit der Frage: „Warum lächelt Mona Lisa?“

 

30-40 Minuten Schreibzeit.

 

So sieht ein Abend aus, den wir mit unseren fortgeschrittenen Schreibern veranstalten, und die Ergebnisse sind äußerst erstaunlich.

 

Warum das Ganze?

Das begründe ich aus meiner ganz individuellen Sicht:

In erster Linie ist das kreative Schreiben eine ganz besondere Form des Gehirnjoggings. Man lernt, sich auf neue Aufgaben spontan einzulassen und ohne zu zögern draufloszuschreiben. Durch das Zusammenwürfeln unterschiedlicher und manchmal auch unpassender Inspirationen, muss man Grenzen und Erfahrungswerte auch mal fallen lassen und etwas vollkommen Neues kreieren. Mona Lisa im Western oder im Weltall zum Beispiel.

Der innere Kritiker hat während des ganzen Abends frei, weil es kein Richtig oder Falsch gibt. Es geht nicht darum, perfekte Texte zu schreiben. Viel mehr klopft man seine Gedanken vom Alltagsstaub frei und springt auch mal hinter die Absperrung, um zu sehen, was bei der Fantasie so los ist.

 

Und am Ende trainiert es auch das Loslassen. Eine wichtige Fähigkeit, wenn man auch Romane oder andere Texte veröffentlichen möchte.

 

Ich habe 2008/2009 mit dem kreativen Schreiben angefangen und ich behaupte mal, dass mein Thriller „Blinde Sekunden“ jetzt noch nicht auf dem Markt wäre, wenn ich die Kurse nicht besucht hätte. Wer schreiben will, der schreibt – das hat schon Natalie Goldberg gesagt. Das kreative Schreiben macht aus dem Schreibenwollen kleine Kreativfeste.

 

Es gibt noch zig andere positive Aspekte, die ich hier anführen könnte, aber stattdessen sage ich lieber: Probiert es aus!

 

Ich behaupte mal, dass in jeder größeren Stadt Abendkurse angeboten werden. Die Gruppendynamik gehört auch zu den positiven Aspekten, man kann sich aber auch an den Küchentisch setzen und einen Dialog zwischen dem Salzstreuer und der Zuckerdose lebendig werden lassen.

Ob im Zug, Bus oder Wartezimmer – man kann überall schreiben und sich von allem inspirieren lassen. Ihr werdet staunen, was ihr plötzlich alles entdeckt, das ihr vorher nicht bemerkt hättet.

 

 

 

So wie dieses Baugerüst, dessen Brettern ich den Titel gab „Einer ist immer anders“ – seht ihr, warum?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist nie zu spät, kreativ zu sein!

 
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Blinde Sekunden

Ich begegne immer wieder Leuten, die meinen, ein Buch würde man einfach mal „runterschreiben“ und schwups wäre es auf dem Markt und am besten auch gleich ein Bestseller. Wenn man sich mit diesem Handwerk nicht auseinander gesetzt hat, ist es auch okay, diese Vorstellung zu haben. Immerhin soll das fertige Werk Lesevergnügen bereiten und nicht nach harter Arbeit aussehen. Vieles, was ich so am Tag konsumiere oder benutze hat auch spezielle Entstehungsprozesse hinter sich, über die ich mir keine oder wenige Gedanken machen möchte.

 

Jeder Autor kann sicher bestätigen, dass man sich im Entstehungsprozess oftmals mit seinem Text regelrecht plagen muss. Etwas, das mir besonders viel Spaß macht. Sobald die Geschichte steht, geht es an die Überarbeitung, um das Beste aus dem Text herauszuholen. Manchmal muss man seitenweise Szenen wieder löschen, in denen ebenso viel Herzblut steckt wie in all den anderen, oder Dinge ändern, weil die Testleser wichtige Einwände haben.

 

Am Ende das fertige Werk dann im Handel zu sehen ist ein besonderer Moment. Und ich möchte mich deshalb bei allen Testlesern, meinem Agenten, dem Verlag und meiner Familie herzlich für die Unterstützung bedanken!

 

„Blinde Sekunden“ ist jetzt exklusiv bei Thalia als eBook erhältlich. 

Auch wenn eBooks nichts Neues sind, habe ich sie dennoch erst kürzlich für mich entdeckt. Ich mag Bücher, die ich ins Regal stellen kann – aber so bequem und handlich hatte ich meine Lieblingsliteratur noch nie in der Tasche. Und da die Akkulaufzeit so angenehm lang ist, ist der Reader überall mit dabei. Da kommen die sozialen Netzwerke inzwischen zu kurz, weil ich in Pausen lieber lese statt zu liken ;-)

Ich tendiere also zum „Das Beste aus beiden Welten Prinzip“ und freue mich, Blinde Sekunden nun in einer davon zuhause zu wissen.

 

Zum Inhalt meines Thrillers:

 

Blinde Sekunden 

 

Wer ist dein Freund, wer dein Feind – und worin liegt der Unterschied? Sonja Rüthers Thriller "Blinde Sekunden" jetzt als eBook.

Das Grauen lauert nicht nur in dunklen Gassen. Gerade noch ging die attraktive Silvia durch eine gutbesuchte Hotellobby – im nächsten Moment ist sie spurlos verschwunden. Ein Täter scheint schnell festzustehen. Aber wurde Silvia wirklich das jüngste Opfer jenes Serienmörders, der die Öffentlichkeit immer wieder in Angst und Schrecken versetzt? Für Kommissar Rieckers soll dies der letzte Fall vor seiner Pensionierung werden. Doch selbst seine langjährige Erfahrung hat ihn nicht auf das vorbereitet, was er herausfinden wird ...

 
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Inspiration im Alltag für Alltägliches

Inspirationen gibt es mehr als genug, wenn wir dafür empfänglich sind. Egal was wir gerade brauchen, die Impulse für die richtigen Entscheidungen sind immer da. Bauchgefühl, Erfahrungswerte, Beobachtungen, Dinge die wir hören oder lesen und manchmal auch Ratschläge.

 

Ich sage bewusst „manchmal“, weil ungefragter Rat oftmals mit vielen Nerven bezahlt werden muss. Wiebke Lorenz hat das gerade in einem Artikel sehr gut auf den Punkt gebracht: Elternhandbuch

 

Eine tägliche Inspirationsquelle ist für mich Facebook. Egal wie umstritten dieses soziale Netzwerk auch ist, wenn ich morgens mit meinem Kaffee vor den neuesten Postings meiner virtuellen und realen Freunden sitze, dann bekomme ich die unterschiedlichsten Dinge zu lesen und zu sehen. Videos in denen unfassbar talentierte Menschen etwas unglaubliches leisten, Links zu interessanten Themen, diverse Statusmeldungen, die mir verraten, was bei meinen Mitmenschen gerade so los ist, und ab und an ein paar weise Worte von Lars Amend, der Dinge schreibt wie

 

„Hab keine Angst, hör auf dein Herz, lebe deinen Traum.“

 

Oder:

 

„Manchmal muss man mit dem Rücken zur Wand stehen, um zu erkennen, was man wirklich will, was einem wahrhaftig wichtig ist im Leben. Dieser scheinbar negative Moment ist tatsächlich notwendig, weil er dich zwingt, endlich eine Entscheidung zu treffen. Hab keine Angst davor. Sehe es als Beginn einer Reise, die dich wieder zu dir selbst führen wird.“

 

Das zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen und ich gehe an die Arbeit. 

Eine weitere Inspirationsquelle sind die unterschiedlichen beruflichen Aufgaben und Begebenheiten. Zum Beispiel das aktuelle Interview mit Gundula Göbel. Jeder weiß, wie anstrengend es sein kann, wenn man sein eigener Boss ist und entsprechend keine geregelten Arbeitszeiten hat, da ist es zwischendurch sehr hilfreich, an Dinge wie Achtsamkeit und Prioritätensetzung erinnert zu werden. Nachdem ich das Interview auf der Homepage veröffentlichte, habe ich mir abends die Zeit genommen, für jedes Familienmitglied einen Schnittchenteller mit belegten Broten, Obst und Schokolade fertigzumachen. Wer den Effekt solcher kleinen Gesten kennen möchte, sollte das mal ausprobieren. Mich hat es verblüfft. Andererseits weiß ich, wie sehr ich mich freue, wenn mir ganz ohne Absprache ein Kaffee gebracht wird.

 

Und um diese ganzen Impulse gebührend zu wertschätzen, ist hier meine Inspiration des Tages für Euch:

 

Lachen ist gesund.

Das ist eine Weisheit, deren Bedeutung man meist dann wieder in vollem Umfang versteht, wenn man mal richtig herzhaft gelacht hat. Inzwischen gibt es Lachseminare, -therapien und -meditationen. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie natürlich dieser körperliche Ausdruck von Freude eigentlich ist. Viele Familien in meiner Beratung wissen allerdings nicht, worüber sie lachen sollten, weil Probleme vorherrschend sind.

 

Wieder zu lachen, bedeutet auch, dem Körper Glückshormone zuzuführen, Entspannung zu bewirken und gelassener zu werden. Probleme lösen sich dadurch nicht auf, aber man kann mit vielem besser umgehen, wenn man seinen Humor nicht verliert.

 

Als ich mich bei den Frauen der psychosomatischen Gruppe in einer Klinik in Graal-Müritz umhörte, sagten ausnahmslos alle: "Ich will wieder ich selbst sein, ich will wieder lachen können."

Und genau das wurde in jener Gruppe auch gemacht. Sie lachten, sie weinten und fanden dadurch wieder ein Stück zu sich selbst.

 

Ein guter Comedian kann sich auf Kosten der Geschlechter derartig lustig machen, dass sein Publikum zustimmend mit Gelächter einfällt, weil man sich selbst und andere in den Pointen wiederfindet. Da fragt man sich, warum man den Alltag dann so bierernst nimmt. Warum nicht manchmal einfach die Komik einer Situation sehen, statt jedes Mißgeschick als einen weiteren Mauerstein in die Unzufriedenheit zu integrieren? 

 

Leider ist es nicht praktikabel, einen Comedian für seinen Alltag einzustellen. Aber Humor ist das Kitzeln im Mundwinkel, wenn man Schmunzeln muss, man muss dem nur öfter mal nachgeben. Und dabei hilft es ungemein, den Blick zu heben (vom Handy, seinen Füßen oder was auch immer) und mal ganz im Hier und Jetzt zu sein.

 

In diesem Sinne – Habt einen schönen Tag, haltet die Augen offen und schenkt irgendwem mal ganz grundlos ein Lächeln ;-)

 

 

 

 

PS: Dieser Becher inspirierte mich dazu, den ganzen Tag einen Nena Song zu singen ;-)

 

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Interview mit Gundula Göbel

Gundula Göbel
Gundula Göbel

Gundula Göbel, Sie sind nun bereits seit über 20 Jahren als Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeutin, Familientherapeutin und EMDR-Traumatherapeutin tätig, meinen Sie, der Bedarf an bindungsfördernden Hilfestellungen ist in den letzten Jahren gestiegen?

 

Ja, der Bedarf an Bindungsstärkung ist eindeutig gestiegen. Vielen Eltern ist es ganz wichtig frühzeitig Unterstützung zu erhalten aber spätestens, wenn die Kinder ihnen Sorgen bereiten. Eltern fühlen sich oftmals überfordert die Bindungsver-antwortung für ihr Kind ganz alleine zu tragen – ohne Großeltern oder andere Bezugspersonen in der näheren Umgebung. Ich erlebe in meiner Praxis täglich den Wunsch von Eltern nach professioneller Unterstützung, sie wünschen sich ein liebevolleres Miteinander und das sie ihre Kinder überhaupt verbal und emotional erreichen. Schnelllebigkeit, Leistungsdruck und der zusätzliche Freizeitstress verhindern häufig, dass die liebevollen Gefühle der Bezugspersonen vom Kind wahrgenommen bzw. gespürt werden können, da die Eltern ständig gestresst sind. So entsteht eine unsichere Bindung der Kinder zu ihren Bezugspersonen. Diese Verunsicherung zeigt sich bei Kindern durch Symptome wie Traurigkeit, Aggressionen, Konzentrationsprobleme usw. und führt die Familien oftmals in meine Praxis oder andere Institutionen.

 

Haben Sie sich deshalb 2012 zum Schreiben dieses Ratgebers entschieden?

 

Meine Motivation war meine tägliche Arbeit mit Kindern, Eltern und Pädagogen. Fast alle Erwachsenen wollen Kinder wirklich emotional erreichen und sind verunsichert, weil es ihnen oftmals nicht gelingt. Da sich während meiner Arbeit viele Fragen und Hilfestellungen der Familien wiederholten, habe ich Entscheidendes zum Thema Eltern-Kind-Bindung für alle Leser niedergeschrieben. Der „Schrei nach Geborgenheit“ – so der Titel des Buches – ist der Hilferuf des Kindes, seine Symptome wahrzunehmen und zu verstehen. Meine größte Motivation ist es, Kinder nicht mit Diagnosen zu belasten, sondern ihre Sorgen und Bedürfnisse zu verstehen und damit positiv zu verändern. Es besteht ein großes Wissen über Bindung in der Wissenschaft, dieses für den Alltag nutzbar zu machen und zu integrieren, ist mein Anliegen und mir hoffentlich durch das Buch für meine Leser gelungen.

 

In Ihrem Ratgeber „Schrei nach Geborgenheit“ verdeutlichen Sie die Zusammenhänge zwischen unzureichender Bindung und Schulproblemen. Glauben Sie, dass die PISA-Studie in diesem Zusammenhang als Warnsignal zu deuten ist?

 

Sie ist ganz sicher als Warnsignal zu werten, nur ihre Auswertung und Interpretation gefällt mir nicht. Es wird versucht die Kinder z. B. auf Vergleichsarbeiten vorzubereiten, aber es wird nicht gefragt, warum diese Ergebnisse so schlecht sind, obwohl die Kinder viele, viele Stunden in der Schule verbringen und durch die Hausaufgaben extrem belastet sind. Genau so besorgniserregend sehe ich das Thema „Jugendliche ohne Schulabschluss“. Wir Erwachsenen haben eine Verantwortung Kindern und Jugendlichen gegenüber! Da schwierigen Schülern meistens verlässliche Bindungspersonen fehlen, wird durch das Nur-auf-Leistungen-blicken den Kindern nicht wirklich geholfen. Das Warnsignal muss für uns Erwachsene bedeuten, grenzt Kinder nicht aus, sondern schafft einen verlässlichen, strukturierten und bindungsstärkenden Rahmen für Kinder in der Schule.

 

Wenn man durch die Stadt oder in Restaurants geht, gehört es inzwischen zum alltäglichen Bild, dass Personen gemeinsam am Tisch sitzen, die jeder für sich mit ihren Smartphones beschäftigt sind. Sind das nicht auch Bindungsstörungen im Erwachsenenalter? Oder glauben Sie, dass diese Problematik nur bei der Kindesentwicklung eine Rolle spielt?

 

Da Erwachsene immer Vorbild für Kinder sind, hat dieses sicherlich eine Auswirkung. Kinder gucken sich fast alles bei Erwachsenen ab. Allerdings können auch mit dem Smartphone sichere Bindungen gehalten und geknüpft werden. Sicherlich haben viele Erwachsene Bindungsstörungen, aber nicht unbedingt durch den Gebrauch eines Smartphones. Vielmehr wird daran wie ich es nutze, meine Bindungsstruktur, aber möglicher Weise auch die eigene Suchtstruktur deutlich. Wenn Eltern durch das Smartphone ständig abgelenkt sind, wird sich dieses auf die Bindung zum Kind bestimmt negativ auswirken. Kinder beziehen die Gefühle die wir am Handy ausdrücken automatisch auf sich und fühlen sich gleichzeitig unwichtig, da Papa oder Mama abgelenkt ist. Diese Situation kommt heute durch das Smartphone oder PC viel häufiger vor. Direkter Blickkontakt vermittelt dagegen dem Kind, meinem Gesprächspartner etc. Anerkennung und Wertschätzung, veranschaulicht ihm unsere Gefühle und zeigt die Wichtigkeit dieser Beziehung.

 

 

Welche Ratschläge würden Sie über Ihren Ratgeber hinaus den Lesern geben?

 

Sicherlich ist Achtsamkeit ganz wichtig im Zusammenleben mit Kindern. Achtsamkeit bedeutet die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten, in diesem Augenblick präsent zu sein. Wenn wir mit Kindern achtsam umgehen, ihre Gefühle ernstnehmen und ihnen die Freiheit zur eigenen Entwicklung mit altersangemessenen Erlebnissen ermöglichen, haben wir einen wichtigen Baustein für eine gesunde Entwicklung des Kindes geschaffen.

 

Wenn Eltern auch mit sich achtsam umgehen, um langfristig genug Energie für die Begleitung ihrer Kinder zu haben, aber auch, um sich einfach wohl zu fühlen und viel lachen zu können, werden sie eine positive Vorbildfunktion für ihre Kinder haben.

 

 

 

 

 

Den Ratgeber "Schrei nach Geborgenheit" erhalten Sie hier im Shop und im Buchhandel (ISBN-13: 978-3981557411).

 

Weitere Informationen über Gundula Göbel finden Sie auf www.gundula-goebel.de

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Nach einer wahren Begebenheit - Der Sonntagskuchen

Susanne hatte gehört, dass es pädagogisch wertvoll sei, mit seinen Kindern zu backen. Sie freute sich auch immer, wenn andere Leute dies mit ihren Töchtern erledigten.

Backen: klebrige Substanzen, Mehlstaub und Teigspritzer.

Wenn Familienfeiern anstanden, schaffte sie es, die Kinder aus der Küche fernzuhalten und nur solche Kuchen zu backen, die selbst sie nicht ruinieren konnte. Noch lieber lagerte sie diese Aufgabe aus, weil die Omas schon ewig mit ihren Erzeugnissen glänzten und das Mitbringen irgendwelcher Torten und Kuchen gerne anboten.

 

Wäre da nicht dieses Buch gewesen:

 

Törtchenzeit.

 

Hübsche Fotos, lecker klingende Rezepte und das Versprechen, leichte, idiotensichere Rezepte vorzustellen. Okay, das „Idiotensicher“ war vielleicht in den Text hineininterpretiert, aber Susanne fühlte sich auf der sicheren Seite, als sie den Kindern mutig vorschlug, mit ihnen einen Blechkuchen zu backen.

Ein paar Zutaten ersetzte sie schon beim Einkaufen durch besser klingende Dinge wie Äpfel und Cranberries statt Beeren der Saison. Jeder mag Äpfel.

 

Das Vorhaben wurde zu einer Schatten werfenden Pflicht. Das erste Drama ereignete sich am Morgen, als die mütterliche Eigenmacht die kindlichen Erwartungen enttäuschte. So sollte es doch eigentlich ein ganz anderer Kuchen werden. Die Torte mit den Möhrenenden auf dem Deckel hatte es der Achtjährigen angetan. Gerne auch der Breezeln-Kuchen, aber der schnöde Blechkuchen?

Es sollte schnell gehen und lecker sein – und nicht zu vergessen: Idiotensicher.

So hörte sie sich selber erst liebevolle Zureden sagen, die in einem „Das Leben ist kein Ponyhof“ mündeten. Was ja nicht schlimm sein sollte, weil Backen so pädagogisch wertvoll war, dass es diesen Fauxpas wieder ausbügeln würde.

Ebenso die Tatsache, dass das Frühstück ausfiel und gleich Mittag gekocht wurde. Ging doch nichts über ein sonntägliches Ausschlafen, die Kinder wussten ja inzwischen, wo sie etwas zu essen finden konnten, wenn der frühe Hungertod drohte.

Susanne hielt sich dennoch für eine gute Mutter, immerhin sagte sie ihnen oft, wie sehr sie ihre Töchter liebte und sie geizte nicht mit Umarmungen oder Lob.

Auch wenn sie andere Mütter irgendwie bewunderte, die mit ihren Kindern an den Hausaufgaben saßen, mit ihnen bastelten oder backten, aber Backen wollte sie an diesem Tag ja auch.

 

Nach dem Mittagessen ging es los. Die Schüsseln wurden aus dem Schrank geholt und die Achtjährige saß auf der Arbeitsplatte und half beim Schälen der Äpfel. Susanne war etwas verwundert, dass die Kleine das Messer falsch hielt, besann sich aber auf die Tatsache, dass sie solche Dinge ja viel zu selten mit ihr machte – woher sollte die Richtigkeit also kommen?

Bei der Elfjährigen verhielt es sich ähnlich. Gut, wenn sie es irgendwann mal selbst lernen wollten, würden sie es schaffen. Das hatte zumindest bei der jüngeren mit Schleifen binden auch geklappt – die Große wollte eben noch nicht.

Nach der ersten Ungedulds-Verbal-Eskapade des Muttertiers, das voreilige Finger von den Zutaten und Geräten fortmeckerte, begnügte sich die Elfjährige mit dem Vorlesen des Rezeptes.

Die jüngere Tochter, wesentlich robusterer Natur, hielt tapfer die Stellung.

Mehl, Backpulver, Eier, Vanillearoma, Buttermilch und Zucker stellten den Mixer auf eine harte Probe. Was ein locker, fluffiger Teig werden wollte, schraubte sich zäh an den Rührstäben hoch und saute das ganze Gerät ein.

Die Aufsätze wurden befreit und gegen Knethaken ersetzt – davon stand gar nichts im Rezept. Der Verdacht keimte auf, die Elfjährige hätte etwas überlesen.

Leise Flüche brachen wie die Vorhut der Müttergewerkschaft über die Lippen, die einen drohenden Streik verkündete. Die Mädchen lachten.

„Ich hasse Backen“ wurde zum Mantra der unzufriedenen Anti-Mom.

Schüsseln und Gerätschaften erfuhren eine grobe Behandlung, die sie noch später im Geschirrspüler weinen ließ. Apfelstückchen und Cranberries fanden keinen Weg, sich in den festen Klumpen einzufügen und blieben schlicht außen dran kleben. Es war ein Trauerspiel, bei dem ein Notruf an eine Hilfsorganisation zur Rettung wertvoller Lebensmittel zu spät gekommen wäre.

 

Und im Hintergrund grinsten die Mädchen, die wie durch ein Wunder unbeschadet geblieben waren. Susanne schmiss sie aus der Küche, zwang den Klumpen in ein halbwegs flaches Erscheinungsbild und sperrte ihn in den Ofen.

„Wir backen mit Umluft – und zwar ausschließlich mit Umluft“, äffte sie die Textzeile aus dem Buch nach und übersprang diese Funktion am Ofen. Denn IHR Umluftherd heizte nicht, wenn man Umluft einstellte. Vielleicht wäre es dem Teig lieber gewesen, trocken gepustet als gebacken zu werden? Denn mehr wäre bei Umluft nicht passiert.

 

Mit der situationsbedingten Resthärte wurde die Küche gereinigt, dann fiel Susanne mürrisch aufs Sofa. „Ich backe nie wieder“, was das Fazit dieser Katastrophe.

Ihr Mann lachte. Das Resultat wäre sicher trotzdem gut, sagte er beruhigend, da hüpfte schon die Große mit einem Besen ins Wohnzimmer.

„Was soll denn das?“

„Na, den willst du doch essen, wenn der Kuchen schmeckt. Hast du selbst gesagt.“

Feixende Kinder und ein gackernder Mann.

„Sollen wir ihn auch backen oder lieber kochen?“, setzt die Kleine nach.

Susanne scheuchte die Kinder aus dem Wohnzimmer und brachte ihren Mann mit einem bösen Blick zum Schweigen. Immerhin duftete es inzwischen aus der Küche nach einem Versprechen, es könne wenigstens schmecken.

Nach zwanzig Minuten stand die Große wieder im Wohnzimmer und fragt „Was stinkt hier denn so?“

Offensichtlich nahm sie den Backgeruch anders wahr.

Ein Blick in den Ofenknast zeigte, dass sich die Plackenform hartnäckig gehalten hatte und lediglich dunkler geworden war.

Irgendwie künstlerisch, wie die sabschigen Apfelstückchen und schwarzgebackenen Cranberries den Placken verzieren. Das Schneiden ging genauso schwer wie alle Handgriffe dieser Kuchenkatatrophe.

Und dann stand sie auf dem Tisch: Die Kauherausforderung mit knuspriger Kruste.

Ihr Mann sah mitleidig den Haufen an und fragte, ob es auch eine „Kuchenklappe“ gäbe. 

Die jüngere Tochter wollte auch etwas sagen, aber die harten Cranberries vereitelten ihren Versuch, indem sie die Zähne verklebten.

Und als alle über den misslungenen Versuch einer sonntäglichen Köstlichkeit lachten, verstand Susanne, warum das gemeinsame Backen pädagogisch wertvoll war. Neue Wörter wurden für das Zähne brechende Irgendwas erfunden, jeder biss ab und zählte auf, was am Geschmack ebenfalls scheußlich wäre, und eine Menge Witze, wofür dieser Kuchenhaufen gut sei, wurden erfunden.

Susanne glaubte, an diesem Tag aus der Küche eine Zirkusmanege gemacht zu haben, und sie war der Clown.

Als sie drei Viertel des Kuchens vor dem Haus in den Mülleimer warf, hielt sie innerlich eine kleine Grabrede für den hässlichen Klumpen, der so viel Gutes in den Sonntag gebracht hatte. Und auch wenn sie es offiziell niemals zugeben würde, dieser Blechkuchen war das Beste, das sie je auf den Tisch gebracht hatte. Seinetwegen hatte sie gelitten, geflucht und gelacht, aber noch nie saß ihre Familie so lange gemeinsam am Tisch und redete so lebhaft miteinander.

Sie ging wieder ins Haus, hörte ihre Kinder im Bad unter der Dusche weiterscherzen und ein Hauch Backduft lag noch in der Luft.

„Also eigentlich sah die Karottentorte auch ganz gut aus“, dachte sie grinsend. „Aber die spare ich mir für einen richtig miesen Sonntag auf.“

 
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Bücherwelten

Welttag des Buches

 

Nun, zumindest ein schöner Anlass, sich über die vielseitigen Wegbegleiter mal Gedanken zu machen.

 

Keine Ahnung, welches Buch ich als erstes gelesen habe. Als Kind ließ ich mir lieber vorlesen. Ich höre heute noch die Stimme meiner Mutter, die verstellt „Zum Donnerdrummel“ beim Vorlesen von Ronja, die Räubertochter sagte.

Ich habe kein einziges Schulbuch je zu Ende gelesen. Weder „Das Versprechen“ noch das Abenteuerbuch, dessen Namen ich vergessen habe, oder all die anderen. Alfred Döblin hat mich mit seinem „Rummer di bummer die kieker die nell. Klingeling. Zwirnfaden auf der Zunge...“ bei Berlin Alexanterplatz zur Verzweiflung gebracht.

Auch wenn ich gerne stundenlang selber schrieb, wurden Bücher und ich keine dicken Freunde. Ich kaufte sie gerne, aber das Lesen dauerte mir einfach zu lange.

 

Im Ferienzeltlager las ich mit 15 „Das Schweigen der Lämmer“, später folgten “Der Marathonmann“, „Der letzte Mohikaner“ und „Dracula“. Es gab also doch Bücher, die so spannend waren, dass ich wissen wollte, wie sie ausgingen! 

Ich verlor endgültig mein Herz an die kompakten, kleinen Welten zwischen zwei Buchdeckeln als ich die Fantasyliteratur für mich entdeckte: „Das dunkle Schwert“ von Hickman und Weis auf dem Grabbeltisch. Nicht mal das erste Buch der Reihe, aber trotzdem so emotional verhaftend, dass ich glatt zur Leseratte wurde. Schlimmer wurde es mit der „Schwerttänzer Saga“ von Jennifer Roberson und auch mit ihrer „Cheysuli Saga“. Und vielen Büchern, die ich jetzt nicht alle benennen kann.

 

Kai Meyers „Rattenzauber“ wurde mir als Geheimtipp zugesteckt. Heute rangiert es unter „Wie konnte ich es nur jemals verleihen?“ – irgendwann werde ich es nachkaufen, um die Lücke wieder zu füllen. 

Dann las ich eine lange Zeit nur noch die Werke von Markus Heitz, was nicht zuletzt dem Vergnügen geschuldet war, dass ich die Manuskripte testlesen durfte.

Und inzwischen bin ich wieder bei dem angelangt, wo ich einst anfing: Wenn ich Zeit habe, schreibe ich.

Diesmal jedoch nicht, weil mich Bücher nicht mehr fesseln würden – ich nenne es eher meine persönliche Berufskrankheit.

Aber ich horte sie immer noch, meine kleinen Lieblinge, die ich irgendwann, wenn ich meine Finger mal von der Tastatur lassen kann, Werk für Werk lesen werde.

 

Es ist die Kunst, sich bewusst Zeit zu nehmen, um sich unterhalten zu lassen, die man nicht vernachlässigen sollte! Deswegen lese ich Bücher nicht gerne überfliegend oder nebenbei – Satz für Satz muss es sein. Egal ob in der Bahn, am Strand oder im Sessel, ob Printausgabe oder eBook: die Hauptsache ist, dass für die kurze Zeit des Lesens die Welt des Buches meine wird.

 

 

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Lyssnet Fotodesign

Ich mag spontane Aktionen, so war ich auch sofort dabei, als Thorsten Lyß Models für ein Shooting suchte. Vor der Kamera zu stehen ist eine besondere Erfahrung, wenn man im täglichen Leben eher nicht sehr extrovertiert in Erscheinung tritt. Sich künstlerisch auf verschiedenste Weise auszudrücken, ist bei solchen Aktionen für mich der größte Anreiz. Deswegen reicht das Ergebnis auch von wundervoll bis absolut seltsam.

 

Im Rahmen meiner Arbeit durfte ich schon mit unterschiedlichen Fotografen zusammenarbeiten. Was mir bei diesem Termin jedoch besonders gut gefallen hat: die Bilder wurden sofort von der Kamera auf den Computer übertragen. Ich konnte direkt nachschauen, ob unsere Ideen funktionierten, der Ausdruck stimmte, oder ich lieber den Bauch einziehen sollte. Und noch viel wichtiger: Ich konnte mit Thorsten besprechen, wie wir weitermachen. Man steht also nicht irgendwann ratlos vor der Kamera und weiß nicht mehr weiter.

Die Motive sind Geschmackssache, aber ich bin begeistert, wie unterschiedlich ich aussehen kann. Ein Event, das ich gerne jedem weiterempfehle! Ein Blick auf die Homepage lohnt sich auf jeden Fall:

 

www.lyssnet.com

 

VIELEN DANK, THORSTEN!

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Warum Instagram?

Ich habe natürlich schon lange am Rande mitbekommen, dass viele Freunde und Bekannte Instragram zum Teilen ihrer Fotos nutzen, aber ich hatte mir bislang nie Gedanken darüber gemacht, warum.

 

Immerhin kann man das über Facebook auch machen, warum schon wieder irgendwo anmelden und eine weitere Sache in Kauf nehmen, die täglich mit Aufmerksamkeit bedacht werden möchte?

Heute nahm ich mir dann mal die Zeit, mich durch die Galerien einiger Freunde durchzuklicken. Keine Ahnung, ob es die offizielle Begründung für den Hype ist, aber ich bin begeistert davon, ganz neue Einblicke in andere Leben zu bekommen. Teils sehr künstlerisch werden Handykameras genutzt, um Details des Alltags festzuhalten, die man normal wahrscheinlich kaum bemerken würde.

 

Und genau dieser künstlerische Aspekt hat mich dazu verleitet, einen eigenen Account anzulegen. Auf diese Weise wird das Smartphone endlich mal wieder zum Werkzeug, die Welt um sich genauer zu betrachten, statt sie auszublenden und virtuell in sozialen Netzwerken zu versinken. Eine zeitgemäße „Rückverknüpfung“, die sicher noch viel Spaßpotenzial in sich birgt.

 

Wie gesellschaftsfähig man bei all den Möglichkeiten der digitalen Welt bleibt, liegt an der notwendigen Achtsamkeit, Geräte auch mal auszuschalten und ganz bei jenen zu sein, die in realer Nähe sind. Schließlich rennt ein Handwerker auch nicht Tag und Nacht mit seinen Werkzeugen rum, die er an jedem Möbelstück zum Einsatz bringen muss, oder?

 

 

 

 

Instagram
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Mark Benecke in der Empore

Infotainment – ein Begriff, der im Zusammenhang mit den Schlagwörtern Forensik, Tod, Blut und Maden irgendwie seltsam klingt.

Ich war mir nicht ganz sicher, ob mich morbider Humor mit auf Tatsachen beruhender Kriminalkomik erwartete oder ich mit schockierenden Wahrheiten über den Tod in Kombination mit erschreckenden Bildern konfrontiert werde.

Und das ganze ausgerechnet in Buchholz in der Nordheide. Auch wenn dieser Ort mit seinen ca. 40.000 Einwohnern eine Kleinstadt ist, mutet er doch eher heimelig-dörflich an. Wer würde also eine derartige Veranstaltung besuchen?

 

Viele, wie sich herausstellte, der Saal war voll. Jung bis Alt.

Auf einer großen Leinwand liefen Musikvideos, darüber standen Ablauf des Abends und Regeln für Fotografien, Autogramme und mehr. Mir ist schon auf der Homepage von Mark Benecke diese absolute Gradlinigkeit aufgefallen, die niemals einer gewissen Freundlichkeit entbehrt. Etwas, das ich sehr schätze.

 

Und so war er auch, als der Vortrag losging. Zunächst erklärte  er, warum Vermutungen über Hintergründe oder Tathergänge und damit verbundene emotionale Reaktionen bei seiner Arbeit eher hinderlich sind und warum es so wichtig sei, sich einzig auf die Spuren zu konzentrieren. 

Erklärungen, die so logisch erschienen, dass kein angeekeltes Raunen durch den Saal ging, als ein blutiger Tatort gezeigt wurde. Und selbst als die Fakten zu jenem Fall in ihrer ganzen Tragik preisgegeben wurden, blieben deutliche Reaktionen aus. Hätte man über diesen Fall einen Bericht in der Zeitung gelesen, wäre man sicher betroffen gewesen. Man hätte über die Opfer und die armen Kinder nachgedacht – aber tatsächlich zählten bei Beneckes Erzählweise nur die Spuren, die man nicht aus dem Fokus verlieren sollte.

 

Mark Benecke gab teilweise sehr viele Informationen auf einmal zu den Bildern, bei denen man sich manchmal fragte, ob alle losen Enden letztendlich auch in eine Erklärung münden würden, aber durch das Quäntchen Entertainment in dieser Informationsveranstaltung fiel es leicht, am Ball zu bleiben. Informationsveranstaltung, in der es nicht darum ging, wie perfide Menschen ums Leben gekommen sind, sondern wie normal es eigentlich ist, zu sterben, und was dann passiert.

Anhand unterschiedlicher Bilder und einer faszinierenden Sequenz, in der eine Leiche in mehreren Zersetzungsstadien gezeigt wird, wird deutlich, wie perfekt dieser Kreislauf von der Natur organisiert wurde.

 

Die knappen drei Stunden vergingen im Nu. Und ich sah niemanden, der verstört oder belustigt war. Die Stimmung ließ sich eher mit Staunen vergleichen, weil man sich dem Thema Tod einmal ganz anders nähern konnte. Maden und Fliegen gewannen sogar Sympathiepunkte, weil sie durch Beneckes Augen ein ganz anderes Image bekamen.

 

Sicher empfindet jeder etwas anderes, wenn er Fotos von toten Menschen betrachtet. Aber mit diesem wissenschaftlich geprägten Ansatz und Beneckes professionellen Art, mit den Fakten umzugehen, durfte jeder mal ganz genau hinschauen, ohne sich wie ein Gaffer zu fühlen oder sich Gedanken über die Toten machen zu müssen.

 

Das ist das, was mit unseren Körpern passiert, wenn wir irgendwann sterben. Es ist faszinierend, was Insekten über Liegezeiten, und Spuren über einen Tatort aussagen. Und für mich persönlich war es bereichernd, diesen Kreislauf des Lebens mal in realen Bildern gesehen zu haben, was absolut nichts Beängstigendes an sich hatte.

 

Sehr empfehlenswert.

 
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Leipziger Buchmesse 2014

Dafür, dass immer wieder die Befürchtung kursiert, wir Deutschen könnten zu Lesemuffeln mutieren, war es brechend voll in den Hallen der Leipziger Buchmesse.

 

Ich bewundere die Autoren, die mit ihrem Buch vor einem Mikrophon an Verlagsständen stehen und tapfer ihre Texte der schiebenden und drängelnden Masse vorlesen. Oftmals ist es schade, dass gute Geschichten in diesem Messelärm untergehen. Ich kenne einige Autoren, denen ich zutrauen würde, das Buch zur Seite zu legen und zu Stand-up-Comedy zu wechseln.

Wie gut, dass es in den Hallen auch Orte wie die Fantasy Leseinsel (Halle 2) und das Programm von Leipzig liest gab, in dessen Rahmen Theater, Buchhandlungen und Lokale in Leipzig zu Showbühnen für die neuen Werke wurden.

 

Von alldem habe ich nur einen Bruchteil mitbekommen. Ich habe es sehr genossen, am WerkZeugs-Stand mit vielen Kolleginnen und Kollegen zu plauschen. Und mein persönliches Messehighlight war ein Treffen mit Timothy Sonderhüsken am dotbooks-Stand, bei dem wir über spannende Projekte gesprochen haben.

 

Die Piper Lesenacht mit Markus Heitz und Dan Wells im Schille Theaterhaus war sehr unterhaltsam gewesen.

Außerdem war ich sehr froh, am Bloggertreffen von LOVELYBOOKS teilgenommen zu haben. Nach den Beschreibungen von Sonya Kraus und Jessi Hesseler war ich mir nicht sicher, ob ich lieber Törtchen backen oder einen Blogg schreiben möchte – aber wenn ich auf meine Zeitplanung so schaue, sieht es für beide Optionen schlecht aus.

Jedenfalls war die Diskussionsrunde sehr inspirierend, mich mehr mit der Welt der Blogger und von LOVELYBOOKS zu beschäftigen.

Die Cosplayer waren wie immer äußerst sehenswert. Besonders Spock und Kirk beim Nachpudern hatten es mir angetan. 

Das traditionelle Treffen mit Moni (Bücherlöwe) und Hanka (Lektographem) hat sogar zu etwas „Messekunst“ geführt:

Und so ganz nebenbei bin ich noch über eine Vorankündigung gestolpert, die ich euch gerne wärmstens ans Herz legen möchte. Johannes Steck und Corvus Corax tun es schon wieder:

 

Die Zwerge live! 

 

Diese auf Markus Heitz' Buch „Die Zwerge“ basierende Show hat mich schon vor ein paar Jahren schwer beeindruckt. Fantasyliteratur mal ganz anders auf die Bühne gebracht. Äußerst sehenswert! Trailer und Termin stehen auf der Homepage: die-zwerge-live.de

 

Und noch kurz in eigener Sache: Noch können wir Anmeldungen für den Workshop oder das Seminar "professionelles Schreiben" mit Sina Beerwald, Thomas Finn, Markus Heitz und Boris Koch annehmen: www.ideenreich-kreativhof.de

 

 

So, und nun geht es direkt von der lauten, bunten Messewelt wieder in aller Ruhe an den Schreibtisch.

 

 

 

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Badminton Länderspiel in Buchholz in der Nordheide

Seit knapp zwei Jahren bin ich begeisterte Badmintonspielerin, was nicht zuletzt an der großartigen Stimmung während der Trainingszeiten in der Halle liegt.

Früher dachte ich noch, Badminton sei ein nettes Federballspiel, heute fasziniert mich die rasante Geschwindigkeit, mit der so ein Match tatsächlich ausgetragen wird. Vom Sportmuffel zum Sportjunkie in drei Schlägen ;-)

 

Und warum Badminton die schnellste Ballsportart der Welt ist, kann am 7.5.14 live bei uns in der Nordheidehalle mitverfolgt werden. Das Länderspiel Deutschland gegen Belgien bringt die Profisportler zu uns nach Buchholz.

 

Weitere Infos: http://bwb-badminton.jimdo.com

 

Die Blau-Weiß-Badminton-Spieler werden die Veranstalter dieses Events tatkräftig unterstützen. Und unser Verein Blau-Weiß-Buchholz kann seit letztem Sonntag stolz ein paar Erfolge vermelden: 

 

- Aufstieg der 1. Mannschaft in die Landesliga 

- Vizemeistertitel der 3. Mannschaft

- Vizemeistertitel der Jugendmannschaft 

- Dritter Platz der 2. Mannschaft

- Dritter Platz der Schülermannschaft

 

Und auch die 4. Mannschaft hat sich für die kommende Saison hohe Ziele gesetzt. 

 

Ganz unter dem Motto:

Nach der Saison ist vor der Saison, auf geht’s!

 

 

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5 Jahre Briefgestöber

Kaum zu glauben, aber Briefgestöber wird fünf Jahre alt!

Anfänglich wollte ich mit Briefgestöber eine Art „Briefkasten-Kolumne“ starten. Ich schrieb etliche Themen-Briefe, die auf Bestellung monatlich in Briefkästen flattern würden und jenen Freude schenken sollten, die genau wie ich den täglichen Gang zum Briefkasten lieben. Ich philosophierte beispielsweise über die Macht des Zufalls und warum man immer dann das Haus verlassen sollte, wenn man sich am liebsten darin verkriechen möchte. Schrieb ein Manifest über das Krokodil im Wasserglas, läutete die Geisterstunde ein und erzählte, warum ich mir mit Anfang 30 unbedingt eine Gitarre kaufen musste.

 

Für diese Idee wurde ich belächelt. Es wurde in Frage gestellt, ob es überhaupt einen Menschen auf der Welt gäbe, der etwas Derartiges lesen würde. Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass es diese Briefe niemals ins Briefgestöber-Sortiment geschafft haben. Neben kleinen Briefprojekten wie den Partybriefen, der Brief von Dir an Dich und der Gedankenreise, kam die Vermarktung meines Kur-Ratgebers hinzu. Außerdem plante ich die Eröffnung des Kreativhofs, in dem ich fortan Kreatives Schreiben, Malerei und Gipsarbeiten unterrichten wollte. Da blieb für die Ursprungsidee keine Zeit mehr.

 

Alles was von den Briefen übrig blieb, war die Namensgebung „Briefgestöber“. Wenn ich heute gefragt werde, was Briefgestöber sei, antworte ich „Das ist mein Verlag“ – richtiger wäre es, wenn ich sagte: „Briefgestöber bin ich.“

 

Der Unternehmens-Slogan lautet „Eine Mischung aus Kunst und Wirklichkeit“, damals wusste ich noch nicht, wie treffend diese Worte tatsächlich mal sein würden. Neben Berichten über mein damaliges Burnout-Syndrom und der bodenständigen Arbeit mit den Ratgebern „Der Weg zum Kur-Erfolg“ und Gundula Göbels „Schrei nach Geborgenheit“ sind Hör-Kurzgeschichten, skurrile Postkarten und eine kleine Auswahl meiner Bilder auf der Page vertreten. Für mich ist die Vielseitigkeit der Reiz an meiner Arbeit. Und dass Briefgestöber nun bereits fünf Jahre erfolgreich besteht, möchte ich mit einem kleinen Gewinnspiel feiern:

 

Schickt bis zum 31.3.14 eine Postkarte oder einen Brief mit eurer Adresse und dem Stichwort „Jubiläum“ an:

 

Briefgestöber

Postfach 12 37

21232 Buchholz

 

Unter allen Einsendungen verlose ich 5 x 5 Themenbriefe, die auf 5 Wochen verteilt an die 5 Gewinner geschickt werden.

 

 

In diesem Sinne: Es ist nie zu spät, kreativ zu sein.

 

Eure Sonne

 
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Sartre in Leipzig

Ich bin ganz ehrlich, als mich ein Freund zur Aufführung seiner Theatergruppe einlud, habe ich nicht all zu viel erwartet. Eine solide Aufführung engagierter Menschen, die alle ein gemeinsames Hobby haben.

 

Sartre stand auf dem Programm. „Das Spiel ist aus“

http://www.neues-schauspiel-leipzig.de/details/jugendtheater-das-spiel-ist-aus-nach-jean-paul-sartre,380

Immerhin etwas, das ich noch nicht kannte, was immer erfrischend ist. Schon der Weg zum Hinterhoftheater war ein besonderes Erlebnis, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich dort irgendwo ein Theater verstecken würde. Die umfunktionierte, alte Druckerei versöhnte mich dann für das anfängliche Live Krimi-Gefühl, weil schon das Lokal „Tante Manfred“ genau meinen Geschmack traf. Wenn man sich nicht gerade an Zigarettenrauch stört, kann man es sich auf alten Sofas gemütlich machen und die Mischung aus Industrienachbleibseln, moderner Kunst und angenehmen Kerzenscheinambiente betrachten.

Die Schauspieler wärmten sich nebenan im Theater auf, was an sich schon sehr hörenswert und neugierig machend war. Und dann füllte sich das Lokal. Es war meines Wissens der zweite Spieltag und die Vorstellung war komplett ausverkauft.

 

Ich ergatterte einen Platz in der ersten Reihe. Das Licht ging aus und eine schwarzgekleidete Frau mit einer weiß leuchtenden Laterne und starrem Blick schritt durch den Mittelgang der Sitzreihen. Die ersten Rufe der Aufständischen ertönten und der Verräter betrat jammernd die Bühne. Das war der Moment, in dem ich mich begeistert in meinen Sitz kuschelte und wusste: Hier sind keine Laien am Werk, das sind Profis.

Professionelles Makeup, passende Kleider, großartige Frisuren und hemmungslose Spielfreude. Ich sage „hemmungslos“, weil ich bei vielen Theatergruppen immer wieder gesehen habe, dass bestimmte Grenzen nicht überschritten werden konnten, das war hier nicht der Fall. Die Figuren kamen einander nahe, brüllten sich an - ja sogar nach einem opulenten Mahl sprang der Regent auf und schrie seinem Untergebenen ins Gesicht - Pirerre spuckte ich tiefer Abscheu auf den Boden. Es war ein Traum, weil diese Emotionen und das Drama erlebbar transportiert wurden. Neben mir saß eine Frau, die tatsächlich am Ende nicht mehr aufhörte geräuschvoll auf ihren Nägeln zu kauen.

Besonders haben mir die Choreografien bei Ebenen übergreifenden Dialogen, die szenischen Bühnenumgestaltungen und der Humor im Totenreich gefallen. Dafür ein dickes Lob an die Regie! Auch die akustischen Einspielungen waren sehr gut gewählt.

Somit wären meine einzigen Kritikpunkte ein paar Anmerkungen zum Stück selbst, aber um die an den richtigen Adressaten zu richten, müsste ich wohl Jean Paul Satre aus dem Totenreich bitten.

 

Die Leistungen aller Beteiligten haben mich schwer begeistert. Kleine Patzer wurden gekonnt überspielt. Für mich war es ein durch und durch gelungener Abend.

 

Bravo!

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2013 - Ich sage Danke!

Ohne große Reden zu schwingen, möchte ich mich bei folgenden Personen für die fantastische und professionelle Zusammenarbeit bedanken:

 

Sina Beerwald, Nadine Espey, Doreen Ewald, Tom Finn, Michael Gestmann, Markus Heitz, Konrad Hollenstein, Milan Holy, Hanka Jobke, Boris Koch, Thomas Schmidt, Hildegard Seifert, Oliver Weiser und Nicole Zöllner.

 

Und weil es sicher nicht immer leicht ist, mit einer Kreativen zusammenzuleben, möchte ich mich ganz besonders bei meiner Familie für die unermüdliche Unterstützung bedanken!

 

Vielen Dank auch an alle Mitglieder der Badminton-Sparte Blau-Weiß, weil das Training immer ein Fest ist!

 

Rutscht alle gut ins neue Jahr!!


Sonja Rüther

 
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