Ein Hoch aufs Bauchgefühl!

Ein Hoch aufs Bauchgefühl!

 

Heute möchte ich mal eine Lanze fürs Bauchgefühl brechen. Man kann es auch Instinkt oder Intuition nennen, Fakt ist, dass wir Entscheidungen unterbewusst recht schnell treffen, aber der Verstand mit dem Abwägen des Für und Wider teils ewig braucht.

 

In vielen Bereichen ist es ja sinnvoll, dass der Verstand das letzte Wort hat, aber wenn ich sehe, wie frischgebackene Eltern verunsichert werden, weil ihnen eingeredet wird, sie könnten ja gar nichts richtig machen, dann wird es Zeit, dass mal jemand deutliche Worte spricht! Und Achtung: Ein Hauch Sarkasmus könnte den einen oder anderen Satz prägen.

 

Durch die Zusammenarbeit mit Gundula Göbel, meine Tätigkeit als Kur-Beraterin und eigenen Erfahrungen mit schreienden Wonneproppen, habe ich inzwischen einiges gehört, was frischgebackenen Eltern so an den Kopf geworfen wird. Kinder seien unruhig, weil man in den ersten Wochen mit ihnen in einen Supermarkt gegangen ist, weil man selbst ja schrecklich nervös sei (hysterische Erstlingsmama), man dem Baby während der Schwangerschaft nicht genügend Aufmerksamkeit zukommen ließ, das falsche füttert, ... und wer weiß, vielleicht auch, weil der Mann im Mond gerade einen schlechten Tag hat und deshalb die Gezeiten ändert.

  1. Kinder müssen ab und an einfach nur schreien, sie haben schließlich eine Menge zu verarbeiten.

  2. Manchmal haben Kinder ganz eigene Probleme, die Eltern behandeln können, aber nicht verursacht haben.

  3. Dass heutzutage so viele Kinder als anstrengend empfunden werden, ist ebenso ein gesellschaftliches Problem. Nicht nur Eltern sind Vorbilder, die Mitmenschen, denen man tagtäglich begegnet, tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Wer z.B. zuletzt beim Einkaufen mal in die Gesichter der Kunden und Angestellten gesehen hat, wird sicherlich festgestellt haben, dass Anspannung und Stress vorherrschen.

  4. Der Umgang mit unseren Nahrungsmitteln ist definitiv auch nicht außer Acht zu lassen. Die kleinen Körper müssen sich auf Schadstoffe, künstlich verändertes Getreide und Medikamente einstellen, die dann auch noch verdaut werden sollen. Wenn man da keine Bauchschmerzen bekommt, wann dann? Ob nun über die Muttermilch oder direkt, das gehört zu unserem heutigen Lebenswandel dazu. Egal wie viel Mühe sich die Eltern geben, das einzudämmen.

 

Die Liste kann man gerne noch weiterführen, wenn man Ursachenforschung für Unruhe und Geschrei betreiben möchten. Sicher findet man die Antworten auch übers Handy, das man an die 50x am Tag in der Hand hat.

Wenn also erschöpfte Eltern sich der allgemeinen Kritik stellen müssen, weil sie doch ab und an unter Menschen gehen, dann ist es oftmals mit folgenden Beispielen zu vergleichen:


  1. Einem eingegipsten Mann sagen, es sei gesünder, sich nicht alle Knochen zu brechen.

  2. Einem Bäcker erzählen, wie man Brote backt.

  3. Salz zur offenen Wunde reichen.

  4. Oder einen Sack Zement auf die Schultern wuchten, weil ganz offensichtlich ein leidenschaftlicher Packesel vor einem steht.

 

Es gibt diesen Spruch: „Was ist das Gegenteil von gut? Gut gemeint!“

Ich möchte all jenen, die es erschöpften Eltern schwer machen, nicht in Abrede stellen, dass gute Absichten sie zu ihren Äußerungen verleiten.

 

Aber ich möchte einmal deutlich sagen, dass von der Natur vorgesehen wurde, dass jenen, die Kinder bekommen, die Kompetenz innewohnt, ein Gespür für den eigenen Nachwuchs zu entwickeln – und das vom ersten Tag an.

Wenn das Bauchgefühl sagt, ich muss meinem Kind Nähe geben, dann braucht das Kind mit ziemlicher Sicherheit Nähe.

Wenn es sagt: „Lass es mal schreien“, dann wird auch das okay sein. Es gibt schließlich keine Patentlösungen, die auf alle Kinder gleichermaßen angewendet werden können.

 

Schenkt man den Eltern genügend Selbstvertrauen, indem man ihnen auch ab und an mal sagt, was sie alles super machen, dann werden sie auch ungehindert ein Gefühl dafür entwickeln können, wann man nachgiebig oder konsequent sein muss, damit Liebe, Grenzen, Geborgenheit und die wichtigen Regeln des Lebens vermittelt werden.

 

Und falls dann doch mal Kritik oder ein guter Rat angebracht ist, kommt er viel besser an, wenn er von jemanden kommt, der auch gleichermaßen loben kann.

 

Ein guter Schritt, Familien wieder annehmlich für alle in die Gesellschaft einzuführen, wäre es, wenn Kinder auch wieder gerngesehene Mitglieder wären und kein Grund für böse Blicke oder pädagogische Nachhilfestunden an der Kasse.

 

Wie wir unseren Kindern helfen können, selbstbewusste Menschen zu werden, beschreibt Gundula Göbel in ihren beiden Ratgebern „Schrei nach Geborgenheit“ und „Emotionale Hungersnot“. Beide Bücher möchte ich jedem, der mit Kindern lebt oder arbeitet wärmstens ans Herz legen, weil beide Bücher den Druck von den Schultern nehmen und genau das wieder in den Fokus setzen, was tatsächlich von Bedeutung ist:


Nähe, Geborgenheit und Bauchgefühl!







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