Das kleine Horror-Interview mit Thomas Finn

Lieber Thomas, wenn man sich die Liste Deiner Veröffentlichungen so anschaut, bist Du bemerkenswert vielseitig. Von Phantastik über historische Romane, All-Age und Erwachsenenromane, Theater-stücke und Musicals, Thriller bis Horror - und jetzt auch Krimis - ist da einiges vertreten. Und alles trägt Deine ganz persönliche Handschrift. 

 

Danke. Und Letzteres will ich doch mal hoffen. Der historische Roman „Der Funke des Chronos“ ist zwar streng genommen ein Zeitreiseroman, aber faktisch war das natürlich schon sehr historisch. Ich hatte aber auch viel Freude daran, den Kritikern der Phantastik - die uns Phantasten ja gern mal vorhalten, unsereins wähle dieses Genre bloß, weil man da nicht recherchieren müsste – zu zeigen, wie Recherche wirklich geht. „Into your face“, sozusagen ☺ 

Die thematische Breite ist bei alledem auch Ausdruck meines eigenen breiten Interesses. Und ja, ich blicke mit großer Freude auf die Mischung meiner bisherigen Romane. So viele Kollegen gibt es ja gar nicht, die sich so breit austoben dürfen. Ich kann mich eben für „Harry Potter“ ebenso begeistern wie für „Der Marsianer“. Eine gute Story bleibt eben eine gute Story.

 

Worauf legst du beim Schreiben besonders wert?

 

Auf eine gute, möglichst unverbrauchte Story ☺ Auf den Plot. Die Idee. Und natürlich deren dramaturgische Ausführung. Ich möchte schlicht spannend unterhalten.

 

Gibt es irgendwas, das Du nicht schreiben könntest?

 

*Lacht* Das ist eine Frage, die nicht ich, sondern die meine Leser beantworten müssten. Ehrlich gesagt traue ich mir ziemlich vieles zu, aber ich hätte an bestimmten Stoffen vermutlich einfach weniger Freude. Liebesromane oder gar Erotik wären wohl auch nicht gerade das, was meine Leser von mir erwarten – obwohl es mich aus rein handwerklicher Sicht schon reizen würde, auch mal so etwas zu verfassen. Man verbindet mich eben mit Spannungsliteratur – von Fantasy, über Horror, Mystery, jetzt auch Krimi, bis hin zu SF. 

 

Stichwort „Horror“: Am 2. August diesen Jahres erscheint DARK WOOD (Knaur), auf was genau können wir uns da freuen?

 

Auf eine Gruppe hipper Hamburger Werber, die bei einer TV-Game-Show namens „SURVIVE – Kämpft um euer Überleben!“ teilnehmen. Die Show bietet Mitarbeitern von kurz vor der Insolvenz stehenden Firmen die Möglichkeit, einen großen Geldbetrag für den Arbeitgeber zu erstreiten, um diesem so das weitere „Überleben“ zu ermöglichen. Meine von der Arbeitslosigkeit bedrohten Protagonisten verschlägt es dabei in die abgelegene norwegische Gebirgsregion „Trollheimen“. Nur ist der Name dort Programm - und so wird das Motto der Show schon bald blutiger Ernst ... 

 

Einen Tag später erscheint dann bereits ein zweiter, völlig anderer Roman aus deiner Feder. Der Kriminalroman „Mordstrand“ (Lyx)?

 

So ist es. Ein waschechter Krimi, der auf Pellworm und an der nordfriesischen Küste spielt. Da ich klug aufgebaute Krimis schätze, die es dem aufmerksamen Leser gestatten, sich mit auf die Mörderhatz zu begeben, habe ich ihn so geschrieben, dass sich der Leser stets auf Augenhöhe mit der zentralen Ermittlerin befindet. Mal sehen, wer den Fall als Erster löst ☺

 

Nordfriesland? Das liegt doch gleich um die Ecke deines Mystery-Thrillers „Aquarius“?

 

Oh ja. Dazu wird es in „Mordstrand“ auch Referenzen geben. Aufmerksame Leser werden feststellen, dass – ohne es allzu aufdringlich zu gestalten - meine Romane alle in der gleichen Welt spielen.

 

Alle deine Romane?

 

Nun, ich habe das bislang noch nicht groß thematisiert, aber ja. Zumindest die Romane „Funke des Chronos“, „Weißer Schrecken“, „Mordstrand“ und „Dark Wood“ spielen alle im gleichen Kosmos. Auch in „Dark Wood“ werden sich Bezüge dazu finden lassen. Eine Idee, die ich auch in meinen künftigen „realistischeren“ Romanen weiter verfolgen werde.

  

Für AUS DUNKLEN FEDERN 2 hast Du diesmal auch eine Bonusgeschichte beigesteuert. Meister Calamitas’ Kuriositäten und Der Schrei. Schreibst Du über Dinge, die Dir eine Gänsehaut verpassen, oder lässt Du von eigenen Ängsten lieber die schriftstellerischen Finger?

 

Mitnichten Letzteres. Gruselig ist schließlich stets das, was man auch selbst als gruselig und/oder unheimlich empfindet. Wobei ich natürlich dankbar war, vorab ein wenig zu wissen, was die Kollegen schreiben würden. Ich konnte daher Geschichten zu dieser Anthologie beisteuern, die die Palette des Dargebotenen um einige weitere Farbtupfer der Dark Fantasy ergänzen. 

 

Phantastisch betrachtet, was wäre die schlimmste Sache, über die Du eine Horrorgeschichte schreiben könntest?

 

Oje, das kann ich so gar nicht sagen. Grusel und Horror weisen jeweils einen derartigen Facettenreichtum auf, dass ich mich jeweils ganz spontan inspirieren lasse. Gäbe es bloß eine Sache, über die ich schreiben wollte oder könnte, dann müsste ich mir vermutlich einen anderen Beruf suchen.

 

 

Weitere Informationen über Thomas Finn und seine Arbeit findet ihr hier:
www.thomas-finn.de

Ab dem 01.08.2016 erhältlich:

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