Dieses Jahr machen wir alles anders ...

Weihnachten war bei mir zuhause immer der Inbegriff von Gemütlichkeit, Zusammenhalt und Wärme. Es wurden heißer Kakao getrunken, selbstgebackene Kekse gegessen und Geschichten vorgelesen.


Ich habe derartige Momente stets als Selbstverständlichkeit erachtet, nicht nur für meine Familie sondern auch alle anderen. Also damals zumindest, als ich noch reine Nutznießerin war und ich nichts über zerrüttete Familien und andere Schwierigkeiten wusste.


Die Gesellschaft hat sich seitdem sehr gewandelt. Stress und Zeitlosigkeit haben den Alltag erobert und durch die permanente Erreichbarkeit, wird teils mehr auf das Handy als auf seine Mitmenschen geschaut. Wer testen möchte, wie sehr er in diesem Automatismus schon drin steckt, kann sein Handy ja mal einen Tag ausgeschaltet zuhause liegen lassen.


Handys, Computer, Arbeits- und Freizeitstress gehören heute nun mal zum Leben dazu. Ich persönlich mag das Rasante daran sehr. Gerade als Verlegerin habe ich durch die sozialen Netzwerke und die schnellen Kommunikationswege viele Möglichkeiten hinzugewonnen und möchte nichts davon missen.

Und trotzdem ist eine regelmäßige Entschleunigung dringend notwendig. Ob nun im Bezug auf Kinder, Partner, Familienangehörige, Freunde oder Kollegen sind Achtsamkeit, Anerkennung und Nähe die Energiequellen, die jedem einzelnen helfen, wieder aufzutanken und selbstsicher und zufrieden die täglichen Anforderungen zu meistern. Wenn abendliche Gespräche wie folgt laufen, gewinnt niemand etwas Positives hinzu:

„Ich bin so gestresst, ich will nur noch aufs Sofa fallen.“

„Was soll ich denn sagen? Mein Tag war total anstrengend.“


Und wenn Eltern ihren Kindern aufzählen, warum sie gerade zu ko sind, um etwas mit ihnen zu spielen, dann trägt man dazu bei, dass auch die Kleinen auf diesen freudlosen Zug mit aufspringen.


Ich schrieb es schon mal: Als Gundula Göbel damals mit der Idee zu Schrei nach Geborgenheit zu mir kam, war meine erste Reaktion „Die Welt braucht dieses Buch!“

Etwas, das ich auch nach vier Jahren Zusammenarbeit noch doppelt und dreifach unterstreiche. Es ist so simpel, seinen Mitmenschen und dadurch auch sich selbst etwas Gutes zu tun. Man muss sich nur immer wieder bewusst machen, welche Prioritäten tatsächlich wichtig sind. Muss ich genervt sein, weil mein Kind gerade in mein Handyspiel reinquatscht oder lege ich es einen Moment weg, um aufmerksam zuzuhören? Muss ich Dinge tatsächlich sofort erledigen oder kann ich die Zeit nicht erst mal meinen Kindern schenken?

 

Kommen wir also wieder zur Weihnachtszeit.


Natürlich sollten die Tage grundsätzlich zu Gunsten unserer Mitmenschen das ganze Jahr auf Zuwendung, Anerkennung und gemeinsame Momente ausgelegt sein, aber die Weihnachtszeit hat diese besondere Atmosphäre, die wie für Gemeinsamkeit gemacht ist. Draußen ist es früh dunkel, an manchen Tagen zeigt sich die Sonne gar nicht, und in den warmen Häusern können wir es uns so richtig schön gemütlich machen. 

Aber was tu man nun mit seinen Kindern? Alle sind gestresst, Ideen werden gerne zu Streitthemen, weil die Geschwister lieber miteinander konkurrieren statt konstruktiv mitzuplanen. Der eine möchte vielleicht Kekse backen, die andere ein Märchen lesen, während die Eltern sich vorgestellt haben, einen Spaziergang zu machen. 

In dem bindungsstärkenden Advents-kalender werden 24 Ideen für jeden Tag der Adventszeit vorgestellt, die für jedes Alter anwendbar und leicht umzusetzen sind. Die Kinder nehmen die Vorschläge gerne an, weil das Adventskalenderprinzip eine Willkommene Abwechslung ist. Und sie freuen sich auf das tägliche, verbindliche Miteinander. Egal ob Kleinkind oder Teenager. Die Kindheit ist in der Regel der kürzeste Abschnitt des Lebens, aber gleichzeitig auch das Fundament jeder Persönlichkeit. 

 

Bei allem Stress und der Möglichkeit, Dinge auf morgen zu verschieben, kommt irgendwann der Tag, an dem die Kinder „plötzlich“ schon Erwachsene sind.

 

Und je stärker die Bindung ist, umso selbstsicherer gehen wir durchs Leben – egal in welchem Alter.

 

Es lohnt sich immer und zu jeder Zeit, den Spaß am Miteinander neu zu entdecken.

 

Als Beispiel verweise ich gerne nochmals auf mein Blechkuchendesaster.

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