Das kleine Horror-Interview mit Nicole Zöllner

Liebe Nicole, Du bist diesmal die Debütantin in unserer Runde. Wir arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen, richten die Seminare im Ideenreich gemeinsam aus und lassen uns immer neue Übungen fürs kreative Schreiben einfallen. Mit der Kurzgeschichte in der Anthologie fängt es erst an. In welchem Genre werden wir Dich in Zukunft auch mit einem Roman vertreten sehen können?

 

Liebe Sonja, erst einmal möchte ich dir ganz herzlich danken, dass du mich in deiner Anthologie aufgenommen hast. In einer Reihe mit den „Großen“ dieser Branche genannt zu werden, ist in meinen Augen schon ein ziemlicher Hauptgewinn. Die Rezensionen werden zeigen, ob ich es auch würdig bin – da schlottern mir jetzt schon die Knie, obwohl... Nee, ich freu mich auch drauf – irgendwie. Zum Thema Roman und und in welchem Genre dieser sein wird, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht sehr viel. Ich habe kurz vor Weihnachten, im Rahmen eines Wettbewerbs für Debütanten einen Science Fiction Roman an Bastei Lübbe geschickt. Mal sehen, wie das so läuft. Ansonsten ist und bleibt Horror mein Lieblingsgenre. Derzeit sitze ich an einer Geschichte, die sich mit Bauchrednerpuppen beschäftigt. Ich fand Puppen schon immer unheimlich. Die Muppets, Fraggles und wie sie alle heißen, waren für mich schon immer Grund für Albträume und ohne zuviel verraten zu wollen: Es werden ein Haus unter der Erde, die Pest und ein Lied darin vorkommen. 

 

Viele Autoren berichten, dass sie schon immer geschrieben hätten, aber bei Dir war das anders. Erzählst Du uns, wie Hausaufgaben der Kinder das Leben der Eltern maßgeblich verändern können?

 

Ehrlich gesagt hab ich Leute, die davon sprachen, dass sie Gedichte oder etwas in der Art schreiben, immer für ziemlich schräg gehalten. Die hatten doch alle einen Spleen. Zumindest die, die ich persönlich kannte. Dafür habe ich sehr viel und gern gelesen. Horror und Fantasy natürlich. Alles, was im Deutschunterricht eben nicht zur Lektüre zählte. Deutsch war für mich eines meiner Hassfächer. Ich mochte Mathe, Chemie, Physik – wissenschaftliche Fächer eben. Aber wie ich kürzlich erfuhr, habe ich fast immer die Aufsätze für meine Schwester geschrieben – kann ich mich gar nicht dran erinnern. Und irgendwie setzt sich das fort. 

Denn: Es war 2008. Mein Sohn war damals in der dritten Klasse und sollte eine Bildergeschichte schreiben. Von einem blauen Fahrrad. Er hat gejammert und gemault und gemeckert: „Das ist voll blöd. Und total unlogisch. Ein Fahrrad kann doch gar nicht reden. Ich mach das nicht!!“ Tja, und was macht eine liebende Mutter, damit das Kind keinen Strich im Klassenbuch bekommt? Schickt das Kind in den Garten zum Fußball spielen und schreibt die Geschichte selbst. In nicht einmal 30 Minuten hatte ich drei Seiten vollgeschrieben und dachte nur: „Wow, das macht ja sogar Spaß!“ 

Danach folgte ein Kurs an der VHS. „Schreiben macht glücklich“. Und ich muss immer noch sagen: Es stimmt! Ich habe jetzt auch 'nen Spleen und das ist gut so. 

Photosynthese ist Dein Beitrag in AUS DUNKLEN FEDERN 2 und hat einen kaum zu benennenden Ekel bei mir hinterlassen, der immer dann wieder aufkommt, wenn jemand „Zucker“ erwähnt. Geht Dir das auch so, obwohl Du es selbst geschrieben hast? 

 

*lach* Das freut mich sehr. „Zucker“ ist jetzt nicht unbedingt das Wort, das mir einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Ich zucke aber immer noch zusammen, wenn ich an „rauen Asphalt“ denke. Das hat mir schon beim Schreiben beinahe körperliche Schmerzen bereitet.

 

Von was lässt Du Dich zu Deinen Geschichten inspirieren?

 

 

Schwer zu sagen. Ich hab ja noch nicht so viel geschrieben. Mein erstes Gedicht – ja, ich hab tatsächlich mit einem Gedicht angefangen – handelte von einer Spinne. Ich denke, es sind Situationen, die mich inspirieren. Ganz alltägliche. Ein Mann, der ungeduldig auf den Ampelknopf hämmert oder ein Bericht im TV von einem Typen, der sich für Gott hält, schräge Menschen, die irgendwie auffallen, anders sind. Solche Momente bleiben im Gedächtnis. Und dann sind da natürlich noch meine superschrägen Träume. Die sind auch immer ein toller Fundus für noch schrägere Geschichten.

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